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 Post subject: Der Fall Mollath
PostPosted: 23. Nov 2012, 02:24 
Ein Fall, der noch nicht abgeschlossen ist und wegen der juristischen Verflechtung/Verfehlung oder soll ich lieber schreiben "Klüngel" in den Focus der Öffentlichkeit getreten ist.

Und da ein Prof. Kröber nicht nur über einen Herrn Mollath ganz offensichtlich ein falsches Gutachten erstellt hat, darf man darüber spekulieren, ob er in seinem Gutachten über eine CSD nicht ebenfalls zu (absichtlich?) falschen Ergebnissen gekommen sein könnte.
Schließlich hat das Kröber-Gutachten meines Wissens nicht unwesentlich zum Freispruch eines K. beigetragen...

Aber hier soll es nur um den Fall Mollath gehen:

Quote:
Anwalt stellt Strafanzeigen im Fall Mollath

Im Fall der jahrelangen Zwangsunterbringung des Nürnbergers Gustl Mollath in der Psychiatrie hat dessen Anwalt nun Strafanzeigen gestellt. Er eichte bei der Staatsanwaltschaft München Anzeige wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung, der falschen Verdächtigung und möglicher anderer Delikte ein. Mollath hatte 2003 seiner damaligen Frau und weiteren Mitarbeitern der HypoVereinsbank vorgeworfen, in Schwarzgeldgeschäfte verwickelt zu sein - er selbst stand damals vor Gericht, weil er seine Frau verprügelt haben soll.


http://www.welt.de/print/welt_kompakt/p ... llath.html

Da sollten Strafanzeigen gegen ALLE Beteiligten, die für die Einweisung in die Psychiatrie verantwortlich sind, gestellt werden.

Und auch ein Prof. Kröber sollte mal erklären, wie er zu seinen "Schlussfolgerungen" gekommen ist... ohne Mollath je einmal selbst untersucht zu haben.

Interessant finde ich die umgekehrte Fall-Situation: In diesem Fall ist es eine Frau mit Macht und Geld, die mit Hilfe der Justiz ihren eigenen Mann "vernichten" konnte und dies vorher auch noch telefonisch einem Freund des Mannes ankündigte.

Sarkastisch ausgedrückt könnte man sagen: Das war ein voller Erfolg. :-(


  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 23. Nov 2012, 11:33 
Quote:
Bayerische Justizministerin Beate Merk lässt Brief der Bayerischen Ärztekammer im Fall Mollath unbeantwortet

Im Fall des zwangspsychiatrisierten Gustl Mollath (Schwarzgeldgeschäfte-Whistleblower in die Psychiatrie abgeschoben?) hat sich die Menschenrechtsbeauftragte der Bayrischen Landesärztekammer zu Wort gemeldet. Im Telepolis-Interview kritisiert sie die Justizministerin von Bayern, Beate Merk, die auf einen Brief der Menschenrechtsbeauftragten seit über drei Wochen nicht geantwortet hat. Sie appelliert an die Ministerin nochmals, wie schon in ihrem Brief, für eine Überprüfung des Fall Mollath zu sorgen. Die Menschenrechtsbeauftragte Maria Fick fordert außerdem eine Entschädigung für Gustl Mollath.


http://www.heise.de/tp/artikel/38/38055/1.html

Wie lange sie wohl noch durchhält, diese Justizministerin? Aussitzen wird sie den Fall nicht können... die Wahlen stehen vor der Tür. ;-)


  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 23. Nov 2012, 11:42 
Spuren der prominenten Persönlichkeit weisen in den politischen Raum?

Au weia, da können Gedanken aufkommen, die man besser nicht haben sollte?

Quote:
Wie konnte der Revisionsbericht im Tresor verschwinden?

Wer aber hat bei der HVB veranlasst, dass der brisante Revisionsbericht im Tresor verschwindet? Auch dazu verweigert die Bank jedwede Auskunft. Die Spuren führen ganz nach oben in die Konzernspitze. Etwa zu Wolfgang Sprißler, den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden der HVB. Er war 2003 Vorstandsmitglied der Bank. Laut Verteiler soll der Revisionsbericht auch an ihn und seinen damaligen Vorstandskollegen Stefan Jentzsch gegangen sein. Hat Sprißler ihn gelesen? Er schweigt dazu. Hat er, hat der ganze HVB-Vorstand entschieden, den Bericht geheim zu halten und die Justiz nicht zu informieren? Wusste Dieter Rampl von alledem, der damalige HVB-Vorstandschef? Auch dazu kein Kommentar von der HVB.

So viel Schweigen der Banker lässt auch bei Nichtverschwörungstheoretikern die Spekulationen ins Kraut schießen und wirft immer neue Fragen auf. Könnte es sein, dass der Prüfbericht womöglich doch an Dritte gelangt sein könnte, an Ministerien, Behörden oder gar an Politiker? Auch dazu keine Antwort von der HVB.

Und wer war die prominente Kundin, die im Revisionsbericht erwähnt wird?

Ein HVB-Mitarbeiter soll dem Revisionsbericht zufolge 2001 und 2002 in drei Tranchen über sein Privatkonto 70.000 Schweizer Franken in Euro umgetauscht haben. Zudem soll der Mitarbeiter "eine größere Anzahl von alten Noten à 1000 DM in Euro umgetauscht" haben. Es soll sich um Schwarzgeld der prominenten Kundin gehandelt haben. Damit nichts auffiel und um das Geldwäschegesetz zu unterlaufen, sei die Summe künstlich aufgesplittet worden, so die Prüfer. Spuren zu der Frau weisen in den politischen Raum.


http://www.sueddeutsche.de/bayern/fall- ... .1529677-2

Ein moderner Dreyfuß-Fall?

http://de.wikipedia.org/wiki/Dreyfus-Aff%C3%A4re


  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 23. Nov 2012, 15:54 
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Hat Prof. Kröber eine Fern'diagnose' im Fall Mollath gestellt??

Ohne jede Qualifikation zum Obergutachter zu haben, kann ich diese Frage nicht wissenschaftlich UND juristisch beantworten. Die Frage wird sicherlich noch eine Weile offenbleiben, weil Foristen im Hinblick auf die verhehrenden Urteile dieses Gutachters über Dinkel in deren Fall gegen Kachelmann nun wegen Mollath eine Kritik, gar eine Widerlegung von Kröber wittern.

Doch bevor ich darauf eingehe, nutze ich eine weitere Möglichkeit, einer veritablen Juristin, die in Foren und Blogs nach Meinungshohheit giert, die Stirn zu bieten. Es handelt sich um eine Ex-OSTA, also was ganz was wichtiges, nämlich eine Staatsanwältin, die sogar Krimis schreibt, sie tritt unter ihrem richtigen Namen auf, in ihrem Fall, also Gabriele Wolff, gibt es deshalb keinen Namensschutz. Der aktuelle Link lautet:

http://gabrielewolff.wordpress.com/2012 ... ig-krober/


Ich gebe den Verweis, weil er schön demonstriert, dass ihr Hauptkritiker Schwarzer Peter (auch Demo oder Demokritxyz) den Finger in die wahrhaft existierende Wolffwunde legt, wenn er sagt, dass sie lediglich mit Affenzahn hinterherpest, wenn und nur dann, wenn höhere Instanzen die interessanten Fragen beantwortet haben. Nun mag man fragen, was denn bitte daran verwerflich sein sollte, ist es nicht normal, dass man vorsichtig ist und nicht voreilig urteilt? Die Antwort ist genial einfach. Mit diesem in der Wissenschaft eigentlich richtigen Prinzip müssten wir alle Foren und Blogs schliessen. Denn dort urteilen wir ja immer voreilig und meistens unmaßgeblich, aber wir sind uns ja bewußt, dass wir nur unsere Meinnungen zum jeweiligen Stand austauschen, niemand ist so verpeilt, dass er den Anspruch erhebt, nur er hätte jetzt recht mit seiner wichtigen Meinung! Das beansprucht nur diese Juristin, aber sie vermeidet alle kniffligen Fragen, die noch nicht höheren Ortes abgeklärt wurden. Das ist ziemlich billig, weil was nützt denn ihre Ausbildung, wenn sie sich jetzt dummstellt? Sie hat ja eine Meinung, sagt sie aber nicht, um heilig zu bleiben. Gleichwohl weiss jeder, der ihre Beiträge liest und ihr Forenverhalten gegenüber anderen kennt, dass sie machtbesessen immer rechthaben will. Sie betätigt sich auch gerne als Medizinerin und diagnostiziert "kranksein" bei Foristen, deren Meinungen ihr nicht genehm sind. Damit hat sie bei mir jeden Respekt verloren.

Vorweg, G. Wolff diskutiert im obigen Link nicht, was Kröber im Fall Mollath verbrochen haben könnte. Dazu ist sie viel zu feige und beschränkt, wie SP bemerkte, weil sie ja dann auf weiter Flur ganz alleine stünde und in Gefahr wäre, plötzlich eine falsche Meinung verkündet zu haben. Ich hoffe, jeder Leser hat den kleinen Scherz bemerkt. Eine persönliche Meinung kann nie falsch sein als Werturteil.

Ich will das jetzt mal demonstrieren. Ich war geschockt, als ich las, dass Kröber der Urheber sein soll, der Mollath in die Psychiatrie gebracht hat. Und dann auch noch ohne ihn selbst untersucht zu haben. Vor allem, obgleich niemand genau sagen kann, ob der Mollath überhaupt in die Psychiatrie gehört. Was ist, wenn er von Kollegen und Kunden seiner damaligen Noch-Ehefrau sozusagen heimtückisch in eine Situation gebracht worden ist, damit "Gutachter" wie Kröber aus der Ferne oder Leipziger vor Ort in der Bayreuther Klinik zwangsläufig auf die einschlägigen Diagnosen kommen, die ein Wegsperren nahelegen?

Das sind alles wichtige Fragen, auf der anderen Seite sollte man versuchen zu verstehen, was ein offizieller Gerichtsgutachter machen soll. Er liest sich in den Fall ein, hat erste Vermutungen (Hypothesen) und plant eine Untersuchung. Die wurde verweigert von Mollath. das war gewiss ein Fehler. Genutzt hätte es aber wahrscheinlich auch nicht viel. Denn zuvor hatter Mollath ja jede Therapie u.ä. verweigert. Obwohl das alles Möglichkeiten gewesen wären, über sich zu reden. Wäre doch sinnvoll gewesen, denn er war ja seiner Meinung nach ungerechtfertigterweise eingesperrt.

Kommen wir zu der banalen Frage, stimmt das denn, dass es gar keinen Grund gab? Vor allem, wäre er nicht längst aus dem Knast raus, selbst wenn er strafrechtlich verurteilt worden wäre? Was steht eigentlich fest? Hat er körperlich versucht, seine Frau vor weiteren Finanzaktionen zu "bewahren"? Weshalb hat er denn schlecht geschlafen und ist schweißgebadet aufgewacht? Ist es da ein Wunder, dass Gutachter dahinter eine nicht ganz normale Persönlichkeit vermuten? Ich kann nur bemerken, dass ich das Verhalten Mollaths ungewöhnlich und auch unvernünftig finde, denn warum will er sie körperlich daran hindern, viel Geld zu verdienen? Etwas sarkastisch formuliert vielleicht.

Selbst wenn seine Beweise doch zeigen, dass er keine Hirngespinste konstruierte, warum stellt er diese Daten nicht gewaltfrei stückweise bei Behörden oder der Justiz vor? Direkt bei der betreffenden Bank? Warum wendet er sich nicht an Zeitungen, Medien? - All das bringt einen Gutachter zu seiner Hypothese zurück.

Meine Meinung: Noch sehe ich keinen Beweis dafür, dass alle Schlechtgutachter sich gegen Mollath verschworen haben. Aber ich sehe einen Mann, der selbst wenn seine Daten alle stimmen, sich nicht vernunftgesteuert verhält, sondern auch Gewalt anwendet, gegen die eigene Frau weil sie Unrechtes tut in seinen Augen und wahrscheinlich auch in Wahrheit. Aber wer gibt ihm das Recht, als Privaträcher aufzutreten? Ganz unsinnigerweise, denn immer wenn er in einem geschäftlichen Tief war, hat sie ihm mit ihrem Geld herausgeholfen. Oder wollte er, dass sie einfährt und er dann ihr Vermögen für sich haben konnte? Ich frag ja nur.

Das Problem von Mollath ist nicht, dass er kein "Gehör" findet für einen kurzen Augenblick, das Problem ist, dass in ihm Gedanken herumgeistern, die inakzeptbel sind in einem friedlichen Zusammenleben. Man stelle sich nur mal vor, in der Psychiatrie würden die Pfleger ihn mit seinen Methoden zu seinem Glück zwingen wollten, ich bin sicher, dass er das gar nicht wollte! Aber seine Frau hätte ihm aufs Wort gehorchen sollen?

Ich war ziemlich überrascht, als ich las, dass Mollath keinerlei Medikamente nimmt. Ich dachte nämlich bei den kurzen Videos, was ist denn seine eigentlich normale Verfassung ohne diese Sedierung? Reagiert er denn jetzt gar nicht mehr körperlich auf seine gedanklichen Sorgen? Es gibt eine Fülle von Details, die deutlich machen, dass Mollath, wenn er total normal wäre, in den 6 Jahren Zwangspsychiatrie, aber ohne Medikamente, ein klein wenig empörter oder sogar aggressiver erscheinen müsste wegen all dem erfahrenen Unrecht und Leid.

Ich habe auch nie verstanden, wie Menschen wie der Schweizer Dichter Robert Walser jahrzehntelang in einer Anstalt gelebt haben anstatt in "Freiheit".

In den nächsten Tagen und Wochen werden wir sicher mehr erfahren. Minister werden vielleicht zurücktreten, Justizbeamte verlassen den Dienst. Dann werden Kommentare ganz anders ausfallen können.

Mich beschäftigt dieser eine Satz von Kröber immer noch, dass er ohne Zwangsmedikation im Fall Mollath auf Jahre keine Besserungsmöglichkeit sieht. Gedanken an Filbinger werden wach, der ja vom Grünen Tisch aus Todesurteile gefällt haben soll.

Wir Foristen sitzen alle permanent am Grünen Tisch und urteilen über Dinge, von denen wir nichts verstehen, das ist echt die verschärfte Version von Grünem Tisch.:)


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 27. Nov 2012, 15:33 
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Ein weiteres Beispiel, mit dem ich zeigen kann, wie selbst grosse Experten (wie z.B. der Hamburger RA Strate, manche werden erinnern den Fall Weimar) angesichts der Komplexität eines Falles sich verirren können. Aber hier jetzt zum Fall Mollath. Zur Erinnerung. Auch die Ministerin Merk musste sich bereits gegen falsche Vorwürfe wehren, die eigentlich ganz leicht widerlegt werden können, wenn man sie einmal kapiert hat. Sonst sehen diese Details tatsächlich verdächtig aus.

Um das ganz deutlich zu machen, dieser G.M. sitzt nicht in der Psychiatrie, weil er ein gefährlicher Spion für das Bankensystem in Bayern war. Sondern, weil er in einem Gerichtsprozeß eigentlich hätte verurteilt werden müssen wegen Gewalttätigkeiten gegen seine Ehefrau (inzwischen ist er längst geschieden und sie hat sein Haus ersteigert, während er gar nicht mehr besitzt, aber das ist ja gerade aus meiner Sicht diese irrationale Seite der Affäre), Entführung derselbigen und Reifenzerstörungen, so dass diese bei schneller Fahrt hätten explodieren sollen mit der möglichen Folge Tod des Fahrers, es jedoch nicht zu diesem Hafturteil gekommen ist, weil eben ein Wahn schuldunfähig macht.

Noch einmal ganz deutlich: es ging nicht um einen "Wahn" der GM hätte phantasieren lassen, dass Gelder in die Schweiz verschoben worden wären und dass das etwa nicht zutraf, nein, es geht um den Wahn, dass GM glaubte berechtigt zu sein, seine Frau mit Gewalt von ihrem wohl unbestreitbar dubiosen Verhalten abzuhalten. Diese Art "Gewalt" steht aber in unserem Rechtssystem keiner Privatperson zu und sie wird nicht deshalb gerechtfertigt, wenn das verhinderte Fehlverhalten ja in der Tat verboten oder ungesetzlich oder was auch immer gewesen ist. Wer diesen Zusammenhang nicht verstanden hat, der kann den Fall Mollath nicht kapieren, weil er denkt, die haben den weggesperrt, WEIL er soviel über diese illegalen Transfers erzählt hat. Es gehört ja genau zu seinem Art Größenwahn, dass er sich selbst hier auf großer Mission sah, wenn also Nürnberg nicht staatsanwaltlich verfolgt, dann wendet er sich sofort an Berlin, Generalbundesanwaltschaft, ich hoffe ich habe das richtig verstanden aus dem Strate-Film. An diesem Detail und etlichen anderen kann dann auch aus der Ferne jemand wie Kröber ein Wahndenken erkennen. Wenn damit zusammen der Betreffende auch gewalttätig wurde, dann muss zum Schutz eben gehandelt werden und die Lösung ist im Fall von eigener Unverantwortlichkeit die dementsprechende Anstalt.

In seinem Statement über die 6-seitige Anzeige von GM aus 2003 geht Strate lediglich auf den vorliegenden Text ein, nicht auf den Zusammenhang. Eine StA aber, die ja die Gerichtsprozesse gegen GM kannte, reagiert passiv, nicht weil aus dem Anzeigentext etwas dubios erscheint, sondern weil der Autor selber nachweislich irrational nämlich mit Gewalt gehandelt hat. Strate beschränkt sich auf den vorliegenden Text, wonach 'keine' Reaktion der StA unlogisch erscheint. Aber solche Fehler passieren eben, vielleicht sogar mit Absicht, keine Ahnung. Aber einen Sinn machte das ja nur, wenn durch einen zeitlichen Aufschub relevante Spuren hätten vernichtet werden können, so dass danach diese konkrete Anzeige "nachweislich" eben nicht mehr zutreffen konnte. Aber das ist ja alles nicht der Fall gewesen, sondern die HypoBank hat ja selber in Prüfberichten das Fehlverhalten von Mollaths Frau geahndet und sie fristlos entlassen. Ob jetzt Dummheit damals herrschte oder einfach Zufall wegen Unerfahrenheit oder nicht auszudenken gar Bestechung der StA durch die interessierten Profiteure der Verschiebungen, Fakt ist, die Details lassen sich heute ja noch überprüfen, also von einer perfekten Verschwörung kann m.E. keine Rede sein.

Hier ist der Link zum Video vom Statement Strate im Landtag 26.11.12:

http://libertalia.forumieren.com/t101p4 ... lath#10440

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Der gesamte Komplex Steuerhinterziehung wird bei uns schizophren gehandhabt. Es gilt als Straftat. Es sollte nicht vorkommen und wird als Betrug an unserer Gesellschaft insgesamt angesehen, weil ja nur ohnehin Vermögende sich so noch mehr verschaffen. Absurderweise wird dann jedoch der Ankauf von Daten-CDs gerügt, obwohl man ja damit die entsprechenden Täter geliefert bekommt. Dieser Widerspruch löst in der Bevölkerung Irritationen und Rechtsunsicherheit aus. Wenn so lasch verfolgt wird bei Großen, warum wird dann bei kleinen Fischen auf den grenznahen Straßen so rigoros gefilzt?

P.S.Im Gegensatz zu der nationalen Schizophrenie bei Steuerhinterziehung wird das kriminelle Verhalten unserer griechischen Freunde und historischen Gründer Europas, geduldet, so dass dort per Fake vermeintlich Erblindete ihre Renten beziehen, die wir finanzieren. Unsere eigenen Rentner werden hingegen mit Zahlungsbefehlen kujoniert wegen Steuernachzahlungen und zu einem Leben unterhalb des Existenzminimums gezwungen.

Deshalb gilt weiterhin, wer aufgrund der verrückten Zustände krank wird, der ist in Wahrheit gesund, wer aber scheinbart unbeeindruckt und gesund bleibt, der ist in Wahrheit krank.


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 27. Nov 2012, 17:27 
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Auf dem GG-Aktiv - Forum gibt es einen zu diesem Thema passenden älteren thread:

Dieser Fall wird (endlich einmal) von den meisten großen Medien mit der dringend gebotenen Aufmerksamkeit bedacht:

Quote:
Fall Gustl Mollath

Weggeräumt und stillgestellt

Von Conny Neumann

Gustl Mollath wusste viel über dubiose Geschäfte von Anlageberatern der HypoVereinsbank. Die bayerische Justiz nahm seine Belege nicht ernst und ließ ihn in eine geschlossene Klinik sperren. Dort lebt er bis heute - obwohl ein interner Prüfbericht der Bank seinen Verdacht teilweise bestätigt.

(...)

Gustl Mollath sitzt in einem kargen Zimmer des Bezirkskrankenhauses Bayreuth, forensische Station FP4. Er trägt keine Handschellen, sitzt nicht hinter Panzerglas und ist nicht in Begleitung eines Aufpassers. Er schluckt keine Beruhigungspillen. Mollath ist groß und bestimmt 80 Kilogramm schwer. Er hat Kugelschreiber mitgebracht, eine Dose Erdnüsse steht in Reichweite, mit einem messerscharfen Metalldeckel. Die Türen sind versperrt, die Fenster doppelt gesichert. Wenn Mollath jetzt die Kontrolle verliert, könnte man nicht einmal weglaufen. Trotzdem kommt keiner der Pfleger und schaut nach.
Was stimmt hier nicht? Weiß das Personal in der Klinik, dass Mollath nicht der gefährliche Kranke ist, für den Gerichte und Gutachter ihn seit Jahren halten?

(...)

Gustl Mollath, einst wohlhabender Geschäftsmann aus Nürnberg, sitzt seit fast sieben Jahren hinter Gittern. Er musste sich in der Zeit von 2003 bis 2006 vor Gericht verantworten, weil er seine frühere Frau geschlagen und gewürgt hatte. In dem Prozess behauptete er, man versuche ihm die Taten fälschlicherweise anzuhängen, weil er eine unbequeme Wahrheit habe aufdecken wollen: Seine Ex-Frau und weitere Mitarbeiter der HypoVereinsbank (HVB) hätten große Mengen Schwarzgeld in die Schweiz verschoben und illegal Provisionen kassiert. Die Vorwürfe wurden von der Justiz ignoriert. Dafür attestierte man Mollath einen krankhaften Wahn. im Jahr 2006 wurde er zwangseingewiesen.

(...)


Quelle: spiegel.de

Keine Abtrennung, keine Pfleger, ein Kugelschreiber und ein scharfer Metalldeckel griffbereit ...

Im Psychatriebetrieb weiß also jeder, dass dem Mann nur deshalb Gefährlichkeit unterstellt wird, weil er sich Grundgesetzfeinden mit zu viel Macht in den Weg gestellt hat. Dass die heutigen feigen Establishment - Politiker und Richter diesen Tiefststand der Rechtskultur nicht aus eigenem Antrieb verlassen werden, muss jedem Menschen klar sein, der selbständig denken kann.

An diesen unerträglichen Verhältnissen kann nur der Volkssouverän und Hausherr in diesem Lande selbst etwas ändern, indem er an der Wahlurne den pflichtvergessenen Lumpen ihre Blankovollmachten wieder wegnimmt. Dazu muss man sich natürlich einen Ruck geben und Piraten, andere neue demokratische Parteien oder unabhängige Direktkandidaten wählen. Wer den alten Trott nicht verlässt und die heutigen Totalversager immer wiederwählt, unterstützt die verfassungsverräterischen Machtstrukturen letztendlich genauso wie die korrupten medizinischen Gefälligkeitsgutachter und feigen Richter, die ausnahmslos jede Sauerei mitmachen.


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 27. Nov 2012, 20:52 
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Indizien für die Entgleisung unseres Rechtsstaates bzw. seiner Organe bieten (neben vielen weiteren Fällen) insbesondere (letzte Aktualisierung 2012-07-24):

Die Geschichte des kürzlich verstorbenen Gymnasiallehrers Horst Arnold, der fünf Jahre lang unschuldig in der Psychiatrie und im Gefängnis saß. Trotz des erfolgten Freispruchs wurde Arnold nie wirklich rehabilitiert.
TV-Beitrag Hessischer Rundfunk 2012
http://falschbeschuldigung.org/Horst_Arnold

Der Fall Harry Wörz, der über dreizehn Jahre um die Feststellung des an ihm begangenen Justizunrechts kämpfen musste:
Artikel auf spiegel.de von Beate Lakotta von 2012
http://www.harrywoerz.de/

Der Fall von Polizeigewalt in Rosenheim, bei dem Psychiatrisierung als Mittel zum Zweck eingesetzt wird (Nürnberger Nachrichten) (telepolis) (Süddeutsche Zeitung) (siehe auch Textauszug von telepolis und Videos weiter unten
Frankfurter Steuerfahnderskandal (Frankfurter Rundschau)
und hier (Video): (SWR Report Mainz)
http://www.nordbayern.de/ressorts/poliz ... -1.1890403

Der Fall Peggy K. / Ulvi Kulac auf dem der vor kurzem ausgestrahlte Fernsehfilm auf arte "Das unsichtbare Mädchen" von Dominik Graf beruht.
Die gekaufte Republik - Korruption in Deutschland
(Audio Bayern2 Zündfunk)
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/p ... 23989.html

Von mir keinen Kommentar, weil sprachlos! :(


gruß staber


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 27. Nov 2012, 21:05 
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staber wrote:
Indizien für die Entgleisung unseres Rechtsstaates bzw. seiner Organe bieten (neben vielen weiteren Fällen) insbesondere (letzte Aktualisierung 2012-07-24):

Die Geschichte des kürzlich verstorbenen Gymnasiallehrers Horst Arnold, der fünf Jahre lang unschuldig in der Psychiatrie und im Gefängnis saß. Trotz des erfolgten Freispruchs wurde Arnold nie wirklich rehabilitiert.
TV-Beitrag Hessischer Rundfunk 2012
http://falschbeschuldigung.org/Horst_Arnold

Der Fall Harry Wörz, der über dreizehn Jahre um die Feststellung des an ihm begangenen Justizunrechts kämpfen musste:
Artikel auf spiegel.de von Beate Lakotta von 2012
http://www.harrywoerz.de/

Der Fall von Polizeigewalt in Rosenheim, bei dem Psychiatrisierung als Mittel zum Zweck eingesetzt wird (Nürnberger Nachrichten) (telepolis) (Süddeutsche Zeitung) (siehe auch Textauszug von telepolis und Videos weiter unten
Frankfurter Steuerfahnderskandal (Frankfurter Rundschau)
und hier (Video): (SWR Report Mainz)
http://www.nordbayern.de/ressorts/poliz ... -1.1890403

Der Fall Peggy K. / Ulvi Kulac auf dem der vor kurzem ausgestrahlte Fernsehfilm auf arte "Das unsichtbare Mädchen" von Dominik Graf beruht.
Die gekaufte Republik - Korruption in Deutschland
(Audio Bayern2 Zündfunk)
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/p ... 23989.html

Von mir keinen Kommentar, weil sprachlos! :(


gruß staber


In diesen Fällen war die Justiz wohl etwas untermotiviert. Dieses Defizit ist aber behebbar:

Quote:
Justiz

Justiz beugt sich öffentlichem Druck in der Affäre Gustl Mollath

Seehofer greift ein: Fall muss neu bewertet werden

München (dapd-bay). Bewegung im Fall Gustl Mollath: Die umstrittene Zwangsunterbringung des 56-jährigen Nürnbergers wird noch einmal gerichtlich überprüft. Nach massivem öffentlichen und politischen Druck stellte die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth bei der zuständigen Kammer einen entsprechenden Antrag.

(...)

"Aufgrund der zum Teil einseitigen Medienberichterstattung in der Sache Mollath droht das Vertrauen in die Justiz Schaden zu nehmen", erklärte die Generalstaatsanwaltschaft. Zugleich wies sie Vorwürfe gegen die Justiz zurück. Diese habe sich stets um optimale Aufklärung bemüht.

(...)


Quelle: welt.de

So sieht also "optimale Aufklärung aus": Die Unbotmäßigen der sozialen Vernichtung preisgeben und mit der nochmaligen Überprüfung beginnen, wenn man selbst ins Kreuzfeuer der Medien gerät.

Wie gesagt - wer von diesen feigen Grundgesetzverrätern erwartet, dass sie ohne Druck durch den Volkssouverän und Hausherrn auch nur einen Finger für die Wiederherstellung der freiheitlich demokratischen Grundordnung - insbesondere der Rechtsstaatlichkeit in Deutschland - krumm machen, kann nicht selbständig denken.


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 27. Nov 2012, 21:47 
Quote:
Wie gesagt - wer von diesen feigen Grundgesetzverrätern erwartet, dass sie ohne Druck durch den Volkssouverän und Hausherrn auch nur einen Finger für die Wiederherstellung der freiheitlich demokratischen Grundordnung - insbesondere der Rechtsstaatlichkeit in Deutschland - krumm machen, kann nicht selbständig denken.


Ah ja... früher nannte man das auch: "Das Gesicht nicht verlieren wollen."

Wird aber meines Erachtens nicht funktionieren. Für mich ist das nur ein letztes Aufbäumen, bevor das Kind dann doch in den Brunnen fällt. ;-)


  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 29. Nov 2012, 19:52 
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Bemerkenswert klare und harte Ansagen auch der mainstream - Medien:

Quote:
29. November 2012 12:15 Verfahren gegen Gustl Mollath
Vorgetäuschte Aufklärung

Die Nürnberger Staatsanwaltschaft will im Fall Mollath ein neues psychiatrisches Gutachten anfertigen lassen. Doch um zur Wahrheit zu gelangen, müsste sie viel früher ansetzen - und die strafrechtlichen Vorwürfe überprüfen, deretwegen Gustl Mollath überhaupt in die Psychiatrie kam.

(...)

Transparenz brächte nur ein Verfahren, von dem die Öffentlichkeit sich im Gerichtssaal ein Bild von der Sache machen könnte - und ein Bild von Gustl Mollath. Solange dies nicht der Fall ist, setzt sich die Staatsanwaltschaft dem Vorwurf aus, dass sie genau dies nicht will.


http://www.sueddeutsche.de/bayern/verfa ... -1.1536547


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 29. Nov 2012, 19:53 
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Aber auch die SZ hat 7 Jahre Anlauf benötigt, um das Offensichtliche zu bemerken.

Guter Journalismus ist was anderes.

Immerhin tut sich wenigstens jetzt etwas.



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In der Demokratie mästen sich Sozialisten in Parlamenten. Im Sozialismus hungern Demokraten in Zuchthäusern und Arbeitslagern.
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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 30. Nov 2012, 19:41 
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Der Fall wird wohl neu aufgerollt.

Der Fall Gustl Mollath beginnt von vorne. Völlig überraschend hat Bayerns Justizministerin Beate Merk heute bestätigt, dass die Ermittlungen gegen den 56-jährigen Nürnberger Geschäftsmann noch einmal aufgerollt werden sollen. Merk hat die Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg angewiesen, einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens beim zuständigen Gericht zu stellen.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/f ... 70264.html


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 30. Nov 2012, 20:19 
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Arbeitslos wrote:
Der Fall wird wohl neu aufgerollt.

Der Fall Gustl Mollath beginnt von vorne. Völlig überraschend hat Bayerns Justizministerin Beate Merk heute bestätigt, dass die Ermittlungen gegen den 56-jährigen Nürnberger Geschäftsmann noch einmal aufgerollt werden sollen. Merk hat die Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg angewiesen, einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens beim zuständigen Gericht zu stellen.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/f ... 70264.html


Eine völlig unabhängige und nur von sich selbst kontrollierte Justiz (einschließlich unabhängiger Staatsanwälte) hat wohl doch nicht nur Vorteile:

Quote:
Gustl Mollath sitzt in der Psychiatrie. Aber ist er wahnsinnig? Er ist überzeugt, seine Ehefrau sei in Geldtransfers der HypoVereinsbank in die Schweiz verwickelt gewesen. Die Deals hat es gegeben. Aber ausgerechnet ein Richter verhinderte offenbar Ermittlungen, die Mollaths Aussagen bestätigt hätten.

(...)


Die Justizminsterin muss sich vor den Wählern verantworten und kann deshalb von den Medien unter echten Druck gesetzt werden. Da deutsche Justizminister Staatsanwälten Weisungen erteilen können, kommt es wohl nur wegen dieses Drucks doch noch zu dem dringend gebotenen Wiederaufnahmeverfahren. Die Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg wollte ja nur eine neue Begutachtung des mutmaßlich zu Unrecht Zwangspsychiatrisierten, die dieser bekanntlich ablehnt. Das wäre nicht zielführend und nur eine neue Runde in dem Justizskandal gewesen. Bei den hohen Herrschaften in der dritten Gewalt, die sich nicht gegenüber dem Wähler und den Medien verantworten müssen, gilt immer noch: "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus".


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 30. Nov 2012, 21:57 
Ach, jetzt also doch ein Wiederaufnahmeverfahren? Heute Hüh und morgen Hott? Erst mal alles von sich schieben (Merk) und dann zähneknirschend einknicken?
Nein, natürlich wird eine Krähe der anderen kein Auge aushacken; deshalb sehe ich mit teils gemischen Gefühlen diesem neuen Verfahren entgegen. Was ist, wenn dann erneut gemauschelt wird ohne Ende?

Warum will man nicht mehr abwarten, bis das Bundesverfassungsgericht entscheidet? Hat da jemand Angst bekommen? Oder ist es die bevorstehende Wahl?

Mich würden mal die Namen auf der von Mollath angefertigten Liste interessieren... und auch die Aussagem gewisser Sachverständigen, nach welchen Kriterien sie ihre Gutachten erstellt haben.

Dieser Fall stinkt doch zum Himmel...


  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 2. Dec 2012, 19:54 
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01.12.2012

Bayerische Justizaffäre

Seehofer verlangt Klarheit über Mollaths Zukunft

Muss der Nürnberger Gustl Mollath weiter in der Psychiatrie bleiben? Angesichts der immer neuen Veröffentlichungen in dem Fall drängt Bayerns Landeschef Horst Seehofer nun auf eine Klärung dieser Frage - "so schnell wie möglich".

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/g ... 70425.html



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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 2. Dec 2012, 19:58 
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Innenminister nennt Verhalten inakzeptabel
Bayern greift im Fall Mollath die HVB an
02.12.2012, 16:55 Uhr

Gustl Mollath hat der Hypovereinsbank Schwarzgeld-Geschäfte unterstellt. Aber wer glaubt einem Gemeingefährlichen? Der Fall dreht sich, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann macht nun dem Institut schwere Vorwürfe.

http://www.handelsblatt.com/politik/deu ... 67860.html



Quote:
Wegen Aufdeckung von Hypo-Bank-Skandal weggesperrt?
Psychiater sehen Gustl Mollath sehr unterschiedlich
Samstag, 01.12.2012, 13:03

Im Fall des Psychiatriepatienten Gustl Mollath widersprechen sich nach FOCUS-Informationen die Gutachten: Schon zwei Psychiater stuften ihn als nicht gemeingefährlich ein. Horst Seehofer mahnte, den Fall schnell zu überprüfen.


http://www.focus.de/politik/deutschland ... 72638.html




Quote:
Welt am Sonntag 02.12.12

Hoffnung für Mollath

Gustl Mollath sitzt gegen seinen Willen in der Psychiatrie. Der öffentliche Druck machte Seehofer nervös. Justizministerin Merk hat nun endlich einen Anlass gefunden, um den Fall neu aufzurollen. Von Peter Issig

http://www.welt.de/print/wams/muenchen/ ... llath.html



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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 4. Dec 2012, 11:47 
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FÜR DEN SCHWARZEN PETER (jenseits des Zaunes im zensierten Forum)

http://www.br.de/import/audiovideo/moll ... e-100.html

Ich habe mir das Telefoninterview mal kurz angehört. Erstaunlich, dass der eigentlich auffällige Punkt von den Kommentatoren nicht erkannt wird. Nämlich der Widerspruch zwischen Mollaths Sprache und seiner eigentlich unerträglichen Situation in der Klinik dort. Nur in der Bemerkung über den Gang nach Canossa wird dem Hörer ein Einblick in seine Denkweise geöffnet. Ich will das jetzt nicht weiter kommentieren, warten wir das Votum der Fachleute ab.


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 8. Dec 2012, 12:30 
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GG schreibt:

Eine völlig unabhängige und nur von sich selbst kontrollierte Justiz (einschließlich unabhängiger Staatsanwälte) hat wohl doch nicht nur Vorteile

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Das ist richtig. Schon die hier beschriebenen Fälle zeigen deutlich, dass man schneller machtlos seinem Leben gegenüber steht als man denkt.

Was geschieht in solchen - dann revidierten - Fällen mit den verantwortlichen Richtern und Staatsanwälten? Wer leitet hier Ermittlungen ein, oder wird hier nicht ermittelt?


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 11. Dec 2012, 19:53 
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Es würde Jahre dauern, wenn man alle Bemerkungen kommentieren wollte, die irgendwo auf einer Internetseite gedruckt wurden. Im Grunde sind alle PRO Mollath Behauptungen leider falsch. Niemand hat bisher valide zu dem "Wahn" kommentiert, weil das niemand überhaupt versteht, dass das nichts ist aus dem Grusefilm, sondern etwas fast Komisches, wenn es nicht diese tragischen Konsequenzen hätte. Niemand, auch kein größtmöglicher Gutachter kann garantieren, dass Mollath dann, wenn er freigelassen würde, nicht wieder unangemessene Maßnahmen ergriffe, um beispielsweise den Weltfrieden oder weniger wichtige Ereignisse NICHT mit Gewalt zu regeln. Darin besteht die Gefahr. Er sagt auch nichts Relevantes dazu. In einem Video merkt er fast schmunzelnd an, dass er keineswegs depressiv sei. Nein, ist er auch nicht, bloß, damit würde er auch nicht dort leben müssen.

Es ist doch gar nicht so, dass all das, was Mollath zum Weltgeschehen meint, alles im Gegenteil völlig in Ordnung wäre! Immer wieder neue Generationen von Jugendlichen rebellieren gegen die Ordnung ihrer Eltern, denn ihnen fallen die ganzen Widersprüche, die Verlogenheit der Älteren auf, die sich arrangiert haben und anderweitig beschäftigt sind, um Geld zu verdienen, während Kinder ja von Luft und Liebe leben. In dem kritischen Alter richten Jugendliche einen größeren materiellen Schaden an als Mollath das je getan hat. Deshalb sitzt er auch nicht in der Forensik, sondern dann wäre er im Knast.

Das Drama von Mollath ist auch nicht, dass er eine krebsartige Krankheit hätte, die ihn zerstört. Er kann bloß seinen Wahn nicht einfach so abschütteln, weil er keine Einsicht hat. Er hofft auf massenweise Unterstützung, damit er "frei" kommt, dabei wäre er das seit Jahren bereits, wenn er selbst vernünftig darüber reden könnte, damit die Gutachter ihm seine Ungefährlichkeit glauben.

Schade, dass keinem aufgefallen ist, wie komisch sich jemand verhält, der sagt, er hat nichts, er kann aber auch nicht erkennen, wovor die Leute Angst haben. Wie will eine Krimiautorin eigentlich Krimis schreiben, wenn sie für diese Denkstörung keine Sprache hat und das nicht versteht? Aber sie redet von einem Skandal, dass Mollath in der Forensik sitzt.

Es gibt ein paar Neuigkeiten, die aber alle den Wahn von Mollath ignorieren.

Zunächst geht ein Oliver Garcia mit Karl Heinz Weisgerber, ein Klinikmanager wie der Uvo aus Literalia , ein langjähriger Schöffe wie Dinkel, und sie gehen bis in die Details, bemerken jedoch nicht ihren methodischen Fehler! Denn ein Schöffe ist ja kein Experte, den man auch Jurist nennen würde. Es ist so wie in dem Wahn, den die meisten Internetuser haben möchten, nämlich mehr zu sein als was sie eigentlich nur sind laut Zeugnissen. Selbst eine Staatsanwältin wie Wolff ist ja kein Psychiater, aber sie tut so. Dieser Manager machte sich von jeher Notizen. Also hat er eine Fundstelle oder auch nicht. Das ist schon wieder lustig, denn Protokolle führt man anders, weil man ja den lückenlosen Überblick braucht und nicht sehen will, was jemandem aufgefallen ist. Der Schöffe behauptet heute schlichtweg, das Urteil sei ein Fehlurteil. Reden tut er aber über Bauchfesseln, aber nicht zu viel, die Frage nach Zwangsjacke möchte er daher nicht beantworten, denn er ist vorsichtig. Und zigmal erwähnt er, dass Mollath schon sehr verwirrt war!!! Obwohl er ja nie unter Haldol stand. Mollath siezte seine Frau im Gerichtssaal! Das ist mit Bauchfessel die einzig mögliche Aggression. Natürlich verachtet er diese Frau. Bloß, was würde er mit ihr machen so unter 4 Augen?

Heute ist die Frage, was es bedeutet bei dieser Störung, wenn sie in keiner Weise therapiert wurde. Kröber sagt, dann bleibt das und wird tendenziell schlechter. Also das geht nicht weg von alleine! Warum kapieren die Kritiker einfach nicht, dass ein Experte wie Kröber mehr über diese Art Störung weiss?

Eine ehemalige Mitschülerin, sie waren sogar mal befreundet gewesen damals, war durch ihre Mutter auf Zeitungsberichte aufmerksam gemacht worden und führt jetzt diese Help-Gustl Seite so als Managerin. Diese Frau Ullmann hat keinen Zweifel an seiner Lauterkeit oder dass er die Wahrheit sagt, er hätte es mit seiner ihm eigenen direkten Art seiner Umgebung nicht immer leichtgemacht.

Ein zweiter Mitschüler aus der Steiner-Schule gibt unumwunden zu, dass er lieber mit den Ärzten "mitgespielt" hätte, nur um da raus zu kommen, aber das sei nicht Gustls Art, dafür sei er zu "aufrecht". Mollath könne keine Hilfe annehmen, wenn er sich im Recht fühlte.


Warum kümmern wir uns nicht mehr um Mollath selbst, anstatt Politik und Justiz, Brixner, Merk zu verdächtigen, sie hätten diesen Menschen mutwillig zerstört.


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 13. Dec 2012, 00:13 
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Heute lief um 21.15 auf BR (es gibt die Sendung in Wiederholung noch zweimal und dann auch in der Mediathek von BR) im Rahmen der Sendung Kontrovers ein Interview mit Gustl Mollath (Dauer der gekürzten Fassung 9 Minuten).

Ich denke, dass Mollath in dieser kurzen Zeit einen Einblick gegeben hat in die wesentlichen Aspekte seines Wahns. In dieser Verfassung wird er aus meiner Sicht mit Sicherheit noch nicht einmal begutachtet werden können, ganz einfach weil Punkt 1 auf seiner To Do Liste steht, dass er, also Mollath, möglichst viel vorher über den Gutachter bekommen muss, um sehen zu können, ob dieser überhaupt in der Lage sei, ein wissenschaftliches Gutachten zu erstellen. Wieder dieser Apekt, des Realitätsverlustes, dass Mollath meint, dass er bestimmen könnte, wie die Mediziner arbeiten müssten, und er sieht also nicht sich selbst seit jetzt über 7 Jahren auf dem Prüfstand, damit er möglichst bald wieder entlassen werden könnte. Diesen Gedanken, dass dies ganz eng mit ihm zu tun haben könnte, hat er einfach gar nicht in seinem Bewußtsein. Aber ihm geht es nicht nur um die Qualifikation, sondern auch noch um die charakterliche Eignung des Gutachters. Das Verfahren müsste öffentlich sein, er müsste einen Menschen seines Vertrauens dabei haben, alles müßte aufgezeichnet werden, damit nachher jedermann kontrollieren könnte, wie er sich verhalten hätte. Optimal wäre, wenn in einem Wiederaufnahmeverfahren herauskäme, dass die vorgegebenen Gründe damals, mit denen er in die Psychiatrie kam, gar nicht vorgelegen hätten.

Traurigerweise sieht es aber für mich so aus, dass heute, direkt sichtbar, Gründe immer noch vorliegen, obwohl überhaupt nichts Kontroverses oder Aufregendes besprochen wurde. Mir kommt es so vor, dass sich Mollath in derselben Konfliktsituation wie zuvor befindet. Er kämpft gegen Ungerechtigkeit und vergisst dabei, dass er momentan in der Forensik lebt und eigentlich mit all seiner Kraft versuchen sollte, dort herauszukommen.

Auf die Frage nach seinem jetzigen Leben in der Klinik, erzählt Mollath, wie er in der vorigen Klinik in Straubing nachts in seinem Bett durch ein Sichtfenster alle Stunden mit einem kräftigen Scheinwerfer ausgeleuchtet wurde und er sei gemaßregelt worden, wenn er sich andersherum ins Bett gelegt hätte. Aber da sei wenigstens die Türe fest verschlossen gewesen

Einen zerfahrenen Eindruck machte er am Schluß auf mich. Zunächst fragte er so beiläufig, ob das Team jetzt wieder nach München zurückfahren würde. Dann holte er aus seinem kleinen Gepäck eine leere Geschenktüte aus Papier, auf der er im Muster lauter große S-Buchstaben sehen konnte. Er bedankte sich auch bei dem Ministerpräsidenten, er wäre überhaupt nicht der Meinung, dass dieser etwas Unangemessenes für ihn gefordert hätte mit dem Wiederaufnahmeantrag, denn der hätte doch ein Recht dazu wie jeder normale Bürger auch!

Am Anfang hatte Mollath sich davon distanziert ein Klassenkämpfer zu sein, aber er sei stark für Gerechtigkeit, nicht nur für sich selbst, sondern für alle Menschen. Das sah schon fast wieder nach Kampfeinsatz aus. Nebenbei, wäre für Mollath nicht die Teilnahme an einem deutschen Militäreinsatz in Afrika am heilsamsten, denn dann ist Bayern weit genug entfernt, so dass er sich mal ausruhen könnte von seinen theoretischen Kämpfen.

Was mir total fehlte, war nämlich das Thema Entlassung und notwengige Vorbereitungen dafür. Man kann also davon ausgehen, dass niemand, auch Mollath selbst nicht, darüber momentan nachdenkt. Im Grunde hätte er ja dieselben Schwierigkeiten ins Leben zurückzufinden wie ein langjähriger Sträfling. Nur hat er noch seinen Wahn, der ihn die ganze Zeit auf Trab hält. Das Leben draussen ist für ihn m.E. weit weg. Zu weit.

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches- ... index.html


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