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 Betreff des Beitrags: Die große Entblößung
BeitragVerfasst: 29. Okt 2012, 23:52 
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Zitat:
Über einen Hungerstreik von Flüchtlingen in Berlin berichteten bisher nur wenige Medien. Deshalb kündigten Piratinnen an, sich auszuziehen.


Bild

Zitat:
BERLIN taz | Sie sind alle da: Bild, B.Z., dpa, ARD, Spiegel online, Neues Deutschland. Auch die Zeit, Welt, der Bayerische Rundfunk und der Rundfunk Berlin-Brandenburg wollen kommen. Was ist da los? Verkündet die Kanzlerin die Frauenquote? Legt SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück seine Nebeneinkünfte offen? Tritt Philipp Rösler als FDP-Chef zurück?
Nein. Ein paar Piratinnen haben angekündigt, sich auszuziehen. Auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Genau dort, wo seit einer Woche in einem Camp rund 25 Flüchtlinge im Hungerstreik sind – gegen Residenzpflicht und für Abschiebestopp. Die Piratinnen wollen die Flüchtlinge unterstützen, sagen sie, sie wollen sich solidarisch zeigen und für sie kämpfen. Sie nennen ihre Aktion „Tits for human rights“ – Titten für Menschenrechte.


Das finde ich gut.

Zitat:
Es ist Montagmittag, sonnig und arschkalt. Ein Animator im Berliner Bären-Kostüm tänzelt neben dem Camp um ein paar Touristen herum, ein Clown quietscht mit einem Babyschnuller. Die Polizei rückt an, ein Mannschaftswagen nach dem anderen. Am Wochenende haben die Beamten den Flüchtlingen die Decken, Schlafsäcke und Pappen weggenommen, auf denen sie gelegen haben.
Die Journalisten bauen sich im Halbkreis auf, sie richten ihre Kameras ein, sie zücken die Notizblöcke. Titten für Menschenrechte. Die Piraten bringen sich auf der anderen Seite in Stellung. Anke Domscheit-Berg, die in den Bundestag will, Julia Schramm, die gerade ihren Vorstandsposten aufgegeben hat, Laura Dornheim, die bei den Piraten für Geschlechterfragen zuständig ist. Ein Mann ist auch dabei: Felix Just von der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg. Er sagt: „Das Ausziehen kann man doch nicht den Frauen überlassen.“


:mrgreen: :mrgreen:

Sex sells. Human rights are not for sale“

Zitat:
Erst fliegen Schals aufs Pflaster, Domscheit-Bergs roter Hut, Mäntel, Pullover. Dann stehen die Piratinnen und der Pirat im T-Shirt da. Ja, und weiter? Es waren doch nackte Titten versprochen. Wo sind die? Die gibt es nicht. Stattdessen steht auf den T-Shirts „Human rights, not tits“. Die Piraten rufen: „Sex sells. Human rights are not for sale“ – Sex verkauft sich immer. Aber Menschenrechte sind nicht für den Schlussverkauf da.
Was soll das? Die PiratInnen sagen es: „Schämt euch.“ Damit meinen sie die Journalisten. Was die nämlich nicht wissen: Die Piratinnen hatten nie vor, sich auszuziehen. Es ist ein Fake. Mit dem wollen sie „die Medien und deren Sexismus vorführen“.
Mit ihren Titten kommt Laura Dornheim auf jeden Fall auf die Seite 1 der Bild. So jedenfalls soll es ihr der Journalist versprochen haben. Aber Laura Dornheim will gar nicht auf die Seite 1. Sie will „Inhalte verkaufen“: Flüchtlinge, Finanzen, Geschlechtergerechtigkeit. Aber das nimmt bei den Medien der Piratin niemand mehr ab. Von Anfang beschäftigt sich die Partei nur mit sich selbst. Und jetzt noch Titten?
Trotzdem hat die Idee Charme. Laura Dornheim kommt am Abend zuvor darauf. Sie verschickte an verschiedene Journalisten eine Twitter-Nachricht: „Wer berichtet übers refugeecamp?“ Ein Bild-Autor fragte zurück: „Ist der Johannes Ponader da? Dann würde ich auch kommen.“ Laura Dornheim: „Verdammt, da hungern Menschen. Wenn es hilft, stell ich mich auch oben ohne hin.“ Seine Antwort: „Deal“. Abgemacht.


ich denke eine gut idee gewesen

Empörte Twitter-Community

Zitat:
„Ist es nicht traurig“, fragt Anke Domscheit-Berg, „dass niemand der Journalisten auf die Idee kommt, dass wir uns niemals ausgezogen hätten?“ Und Julia Schramm sagt. „Ich verkaufe meine Titten doch nicht an Bild.“ Jetzt kann auch die Twitter-Community wieder aufhören, sich zu empören. Die hatte die Frauen schon als „Medienhuren“ und „Schlampen“ beschimpft, als die ihre Aktion ankündigten.

Hat das Ganze funktioniert? Ja, findet Anke Domscheit-Berg: „Die Journalisten haben zuerst mit den Flüchtlingen gesprochen und dann mit uns.


Warum muss man die gleich beschimpfen? ich fand die idee echt spitze, vor allen das die Journalisten verarscht haben fand ich gut. u.a.“



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 Betreff des Beitrags: Re: Die große Entblößung
BeitragVerfasst: 30. Okt 2012, 17:17 
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Zitat:
Warum muss man die gleich beschimpfen?


Weil die Internetschmierer sonst Langeweile haben.

Ich finde die Idee der Piratinnen auch gut und die Aktion sehr gelungen. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Die große Entblößung
BeitragVerfasst: 7. Nov 2012, 13:10 
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Liebe Unterstützer/innen dieser Aktion am Brandenburger Tor.
Liebe Foristen!
Bitte, helft mir. Ich gebe zu, euch nicht zu verstehen. Ich möchte es aber gern. Ich möchte nicht einfach einen Teil unserer Gesellschaft als utopistische Spinner abtun. Darum beantwortet bitte meine Fragen:
Wenn es keine Abschiebungen mehr gibt, heißt das doch, dass jede Mensch, der in unser Land kommt, auch da bleiben kann, egal ob verfolgt oder nicht. Ist es so oder gibt es da einen Denkfehler meinerseits? Falls nicht, demonstriert ihr also für unbeschränktes Einwanderungsrecht, egal ob Doktor oder Analphabet. Ist es so oder gibt es da einen Denkfehler meinerseits? Wenn dem so ist, noch eine letzte Frage: Glaubt ihr, dass mit faktisch völlig geöffneten Grenzen und unbeschränkter Niederlassungsfreiheit unser Sozialstaat aufrechterhalten werden kann und die halbwegs liberale europäische Gesellschaft überleben kann? ;) ;) ;)

gruß staber


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 Betreff des Beitrags: Re: Die große Entblößung
BeitragVerfasst: 7. Nov 2012, 13:40 
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staber hat geschrieben:
Falls nicht, demonstriert ihr also für unbeschränktes Einwanderungsrecht, egal ob Doktor oder Analphabet. Ist es so oder gibt es da einen Denkfehler meinerseits?


Zunächst einmal wurde hier speziell die Art und Weise des Protestes positiv kommentiert, die unabhängig von dem ursprünglichen Gegenstand der Demonstration den Sexismus der Medien intelligent kritisiert hat.

Und gegen unverhältnismäßige Asylbewerber - Abschreckungsmaßnahmen, die teilweise schon vom Bundesverfassungsgericht untersagt wurden, zu demonstrieren, ist etwas anderes, als für ein uneingeschränktes Einwanderungsrecht einzutreten.

Wer das Asylrecht ganz abschaffen will, soll gefälligst mit offenem Visier dafür eintreten und nicht unter Verletzung höchstrangiger Rechtsprinzipien die Asylanten "hintenrum" rauszuekeln versuchen.

Ganz davon abgesehen finde ich es ziemlich ärgerlich, wenn friedliche (Bürgerkriegs-) Flüchtlinge, die feste Arbeitsstellen haben oder erfolgreich die Schule besuchen, hier teilweise zur Unzeit und auf rabiate Weise abgeschoben werden, während asoziale Gewaltkriminelle mit einem günstigeren Aufenthaltsstatus als Bürgerkriegsflüchtlinge viel zu spät oder gar nicht abgeschoben werden.


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