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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 20. Mar 2015, 18:12 
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sind wohl männer mit winderwertigkeits gefühlen .wenn ich eine endgültige trennung hatte wollten die damen noch mal freiwillig zum abschied.



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Sollte ich jemanden persönlich verletzt haben,das war nicht meine absicht und bitte ich hiermit offiziell um Entschuldigung. wahrheit ist wahrheitSocial TV Geheimer Krieg der USA. USATALIBAN "Allahu Akbar"
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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 20. Mar 2015, 20:54 
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Jörg Kachelmann: Der 20. März war ein katastrophaler Tag


von Christoph Schneider
Vor fünf Jahren wurde der Wettermoderator Jörg Kachelmann festgenommen. Er soll seine Freundin vergewaltigt haben. Später wurde er von diesem Vorwurf freigesprochen. Doch sein Kampf für Gerechtigkeit geht weiter, wie er im ZDF-Interview erzählt.
Auf die Frage, wie es ihm heute geht, antwortet Jörg Kachelmann im ZDF-Interview nur: "Gut". Und nach kurzer Nachfrage: "Gut ist gut, und für einen Schweizer ist das eine ziemlich optimistische Antwort." Ich bin mit Jörg Kachelmann zum Interview verabredet, fünf Jahre nach einer behaupteten Tat, einem Strafprozess und einem Freispruch, nach einem umgekrempelten Leben. Wir verabreden uns in der Schweiz, er kommt mit seiner Frau Miriam und seinem Sohn. Während des Interviews geht die Familie spazieren. Den 56-jährigen Jörg Kachelmann nehme ich bei seinem Erinnern einerseits als äußerlich entspannt, aber auch konzentriert und überlegt wirkend wahr.
Verhaftung und Untersuchungshaft
Es ist auf den Tag genau fünf Jahre her - am späten Vormittag des 20. März 2010 wird Wettermoderator Jörg Kachelmann am Frankfurter Flughafen nach der Rückkehr von den Olympischen Spielen in Kanada festgenommen. Der Vorwurf, der ihm gemacht wird, wiegt schwer. Er soll in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar 2010 eine langjährige Freundin nach einem Streit vergewaltigt haben. Der Tag der Verhaftung ist für immer abgespeichert: "Als einen katastrophalen Tag, als großen Einschnitt in mein Leben", erinnert er sich.
Von Anfang an beteuert Jörg Kachelmann seine Unschuld. Nach seiner Festnahme bleibt er über vier Monate im Gefängnis, ehe das Oberlandesgericht Karlsruhe Ende Juli den Haftbefehl vollständig aufhebt, ihn aus der Untersuchungshaft entlässt. Denn die mehrfache Befragung von Claudia D., der ehemaligen Geliebten Kachelmanns, durch Polizei und Staatsanwaltschaft förderte immer neue Ungereimtheiten zutage. "Die Begründung des Oberlandesgerichts war relativ eindeutig; die Belastungszeugin war in einer Vernehmung zusammengeknickt, hat eingeräumt, dass sie verschiedene Lügen erzählt hat, dass sie zum Teil Beweismittel gefälscht hat. Also eine Zeugin, die sich so benimmt – da kann man niemanden in Untersuchungshaft belassen", blickt Ralf Höcker zurück. Er ist der Medienanwalt von Jörg Kachelmann, seit 2008 für ihn tätig. Er wurde am 20. März 2010 von Jörg Kachelmann angerufen – weil der Angeschuldigte keinen anderen Anwalt kannte.
Das ungeheure Medieninteresse
Bereits während des Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft und der Untersuchungshaft beginnen große Medienhäuser, Jörg Kachelmanns Privatleben zu sezieren. "Es ist beschämend, es ist eine große Katastrophe. Es ist auch beschämend, weil das Meiste gar nicht gestimmt hat. Es ist leider so viel frei erfundener Blödsinn über mich geschrieben worden. Das Schlimme ist, dass das einen noch immer verfolgt, weil das natürlich damals riesengroß geschrieben wurde, und all das, dass es verboten wurde, dass es nicht mehr geschrieben werden darf, weil es nicht wahr war, davon liest man natürlich relativ wenig", schaut Jörg Kachelmann zurück.
Am 6. September 2010 beginnt ein neunmonatiger Strafprozess vor der sechsten großen Strafkammer des Landgerichts Mannheim mit fulminanter Medienbegleitung – Claudia D. tritt in dem Verfahren als Nebenklägerin auf. Der Prozess endet am 31. Mai 2011 – mit einem Freispruch. Jörg Kachelmann verklagt anschließend viele Medienhäuser, verlangt Unterlassung der Berichterstattung, die weite Teile seines Lebens über Monate komplett öffentlich gemacht hat. "Der Prozess oder richtiger die Berichterstattung über den Prozess hat ihn ruiniert, das muss man so sehen", so sein Medienanwalt Ralf Höcker "beruflich, wirtschaftlich, privat – es ist alles in Scherben gegangen durch die Berichterstattung über dieses Verfahren."
Schmerzensgeldklagen gegen große Medienhäuser
Die meisten Unterlassungsklagen hat Jörg Kachelmann gewonnen, aktuell will er ein Rekordschmerzensgeld von großen Blättern wie Bunte, Focus oder Bild über drei Millionen Euro erstreiten. Das Landgericht Köln hat einen ersten Teil dieser zivilrechtlichen Klagen vor wenigen Wochen verhandelt – einigen sich die Parteien nicht außergerichtlich, wird das Gericht Ende Juni eine Entscheidung verkünden.
Und da ist noch seine Klage gegen Claudia D. vor dem Oberlandesgericht Frankfurt/Main. Er verlangt von ihr Erstattung eigens aufgewendeter Gutachterkosten, die er im Haftbeschwerdeverfahren vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe zur Entlassung aus der Untersuchungshaft aufgewendet hat. In erster Instanz verlor er vor dem Landgericht Frankfurt/Main, da er nicht den Nachweis erbracht hätte, dass Claudia D. "eine wissentlich unwahre oder leichtfertige Anzeige erstattet hat". Doch die Berufung läuft – das Oberlandesgericht hat einen eigenen Gutachter beauftragt und will dann mündlich verhandeln. Der Ausgang offen.
Es soll kein Gras über die Sache wachsen
Dazu Jörg Kachelmann: "Es gibt das Opfer eines Verbrechens, das 2010 passiert ist, das bin ich. Und es gibt eine Täterin, die ist Frau D. Ich hoffe, dass das Oberlandesgericht Frankfurt am Main die Täterin als Täterin verurteilt, und ich habe dann auch Hoffnung, dass es gelingt, dass vielleicht auch die Strafverfolgungsbehörden irgendwann mal tätig werden." Der Wettermann möchte nicht, dass Gras über seinen Fall wächst: "Wenn Ihnen das widerfahren ist, was mir widerfahren ist, dann wollen Sie auch letztendlich, dass das Unrecht nicht einfach vergessen wird."
Das Landgericht Mannheim sagt am 31. Mai 2011 in der mündlichen Urteilsbegründung zum Freispruch: "Wir sind überzeugt, dass wir die juristisch richtige Entscheidung getroffen haben. Befriedigung verspüren wir dadurch jedoch nicht. Wir entlassen den Angeklagten und die Nebenklägerin mit einem möglicherweise nie mehr aus der Welt zu schaffenden Verdacht – ihn als potentiellen Vergewaltiger, sie als potentielle rachsüchtige Lügnerin. Wir entlassen den Angeklagten und die Nebenklägerin aber auch mit dem Gefühl, ihren jeweiligen Interessen durch unser Urteil nicht ausreichend gerecht worden zu sein.
Wer ist der Gewinner?
Bedenken Sie, wenn Sie künftig über den Fall reden oder berichten, dass Herr Kachelmann möglicherweise die Tat nicht begangen hat und deshalb zu Unrecht als Rechtsbrecher vor Gericht stand. Bedenken Sie aber auch umgekehrt, dass Frau D. möglicherweise Opfer einer schweren Straftat ist. Unterstellen Sie die jeweils günstigste Variante für Herrn Kachelmann und Frau D. und führen Sie sich dann vor Augen, was beide möglicherweise durchlitten haben. Nur dann kennt der Grundsatz „in dubio pro reo“ nicht nur Verlierer, sondern neben dem Rechtsstaat auch Gewinner."

Nach einem Gewinner sucht man fünf Jahre nach dem spektakulären Strafprozess eher vergeblich. Jörg Kachelmann jedenfalls – er ist es nicht.
20.03.2015

http://www.heute.de/der-20.-maerz-war-e ... 53642.html


L.G.
Cotesia


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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 21. Mar 2015, 14:00 
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Guter Kommentar danke Cotesia

ich denke Juristisch ist das Urteil Korrekt. Aber, ich denke, das Gericht hat sich das nicht leicht gemacht.



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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 1. Oct 2015, 05:43 
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Auf Facebook gesehen und kommentiert:

Quote:
Rekord-Schmerzensgeld: Springer muss Kachelmann mit 635.000 Euro entschädigen

(...)

Vergleichsgespräche waren zuvor gescheitert: Das Landgericht Köln hat am Mittwoch entschieden, dass der Springer-Konzern eine Entschädigung von 635.000 Euro an Jörg Kachelmann zahlen muss. Das ist die höchste Summe, die bislang in einem solchen Verfahren einem Kläger zugesprochen wurde. Kachelmann hatte ursprünglich sogar die Summe von 2,25 Millionen Euro gefordert.

(...)


http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 55414.html

>> Ich finde, der Mann hat noch zu wenig Geld bekommen: <<

Es gibt nach 63 Jahren Bildzeitung sicher Zehntausende von Menschen, denen eigentlich Schadensersatz und Schmerzensgeld wegen dieser menschenverachtenden Schmiererei zugestanden hätte. Dieser Herr gehört meiner bescheidenen Meinung nach nicht dazu.

In diesem speziellen Fall hat die Bildzeitung entgegen ihrer sonstigen Gepflogenheiten nämlich nicht mit der menschenverachtenden Hetze angefangen, sondern nur die Gelegenheit zur auflagenwirksamen Gegenrede ergriffen, als Kachelmanns Medienexperten ihre ("Litigations"-) Kampagne gegen Anzeigeerstatterinnen und Vergewaltigungsopfer eröffnet hatten.

Wenn jemand eine Schlägerei anfängt und den Kürzeren zieht, bekommt er normalerweise kein Schmerzensgeld. Der Freundeskreis Ralf Höcker beim LG Köln wird in dieser Sache auch nicht das letzte Wort haben.


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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 3. Oct 2015, 08:20 
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Kachelmann contra „Bild“
Warum bekommt der Wettermoderator so viel Schmerzensgeld?
Das Leid von Mediengeschädigten wie Jörg Kachelmann scheint schwerer zu wiegen als das der Opfer von Gewaltverbrechen. Hier ist etwas aus dem Gleichgewicht geraten. Brauchen wir ein neues Gesetz?
02.10.2015, von OLIVER TOLMEIN

© DPA
Jörg Kachelmann im Gerichtssaal
Wer vor Gericht zieht, verlangt Gerechtigkeit. Wie aber lässt sich Gerechtigkeit herstellen? Im Allgemeinen hat die Justiz darauf eine simple Antwort: Es werden nicht Entschuldigungsformeln, Demutsrituale oder Körperstrafen ausgeurteilt, sondern Geldbeträge. Das ist meistens gut nachvollziehbar. Es wird schwierig, wenn Schäden, die keine Vermögensschäden sind, im Streit stehen. Das Landgericht Köln hat vor nunmehr fast sechzig Jahren mit viel Mühe einem „Herrenreiter“ 1.000 Mark Entschädigung zugesprochen, dessen Konterfei ohne seine Einwilligung zur Werbung für ein potenzsteigerndes Mittel genutzt wurde – der Bundesgerichtshof hat daraus seine Grundsatzentscheidung zum Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechtes entwickelt.

Die Beträge haben sich seitdem vervielfacht. Die Entscheidung desselben Landgerichts Köln, mit der Jörg Kachelmann wegen 38 Fällen schwerwiegender Persönlichkeitsrechtsverletzungen jetzt 635.000 Euro Entschädigung zugesprochen wurden, zeigt, dass die Probleme nicht gelöst sind: Wie ist der Wert von Persönlichkeitsrechtsverletzungen zu bemessen? Und wie verhalten sich diese Beträge zu Schmerzensgeldern wegen anderer Schädigungen?


Kachelmann selbst hat in der Klage den Wert seiner Persönlichkeit fast viermal so hoch angesetzt und 2,25 Millionen Euro vom Springer-Verlag und der „Bild“-Zeitung gefordert. Verglichen mit den Beträgen, über die gegenwärtig die Anwälte der Hinterbliebenen der Opfer des Absturzes der Germanwings-Maschine verhandeln, sind aber auch die noch nicht rechtskräftigen 635.000 Euro schon eine enorme Summe. Hinterbliebene erhalten grundsätzlich gar kein Schmerzensgeld, sondern nur Schadensersatz. Allenfalls wenn sie selbst durch die Todesnachricht einen Schock erlitten haben, können ihnen deswegen Zahlungen zustehen – bislang wurden dafür höchstens 20.000 Euro ausgeurteilt. Aber auch die Geschädigten ärztlicher Behandlungsfehler können von Schadensersatzsummen, wie sie jetzt dem Wettermoderator zugesprochen wurden, nur träumen. In den Schmerzensgeldtabellen sind selbst Geburtsschäden mit umfassenden geistigen und körperlichen Schädigungen mit maximal 500.000 Euro Schmerzensgeld eingetragen. Wer erblindet, bekommt kaum mehr als 100.000 Euro, und das Opfer einer brutalen mehrfachen Vergewaltigung, das unter schweren psychischen Schäden leidet, wurde vom Landgericht Bielefeld rechtskräftig mit 40.000 Euro Schmerzensgeld bedacht.

Person über Persönlichkeitsrecht
Dass die oftmals prominenten Opfer von Persönlichkeitsrechtsverletzungen durch die Medien auf verschiedenen Ebenen durchweg großzügiger entschädigt werden als diejenigen, deren körperliche Integrität beeinträchtigt wurde, ist bereits öfter beklagt worden. Das Bundesverfassungsgericht hat sich vor fünfzehn Jahren eingehend mit dem Thema befasst und dabei festgestellt, dass es für die Ungleichbehandlung sachliche Gründe gebe. Im Fall Kachelmann: Die Höhe der Entschädigung soll die Presse abschrecken. Das klingt gut. Für die Geschädigten von Verkehrsunfällen oder Behandlungsfehlern bleibt aber ein anderer Eindruck: Weil Geldbeträge so gut vergleichbar sind, scheint ihr Leiden weniger wert als das der Medienopfer. Es spricht daher, auch mit Blick auf die Schmerzensgeldrechtsprechung in anderen Ländern, vieles dafür, hier etwas zu verbessern – zur Not durch ein Gesetz. Es gibt Leiden, deren Folgen ungleich schwerer wiegen als die Folgen der „Bild“-Berichterstattung über Kachelmann, so verheerend sie war.

Das Recht sollte klarstellen, dass die Person nicht weniger wertgeschätzt wird als das Persönlichkeitsrecht. Iudex non calculat, lautet ein alter Rechtsgrundsatz. Die Geschädigten dagegen, deren Leben durch die Fehler anderer total verändert wird, müssen oft jeden Euro zweimal umdrehen.

Zur Homepage
Quelle: F.A.Z.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/d ... 34444.html


Liebe Grüssse
Cotesia


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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 3. Oct 2015, 15:28 
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Cotesia wrote:
Das Bundesverfassungsgericht hat sich vor fünfzehn Jahren eingehend mit dem Thema befasst und dabei festgestellt, dass es für die Ungleichbehandlung sachliche Gründe gebe. Im Fall Kachelmann: Die Höhe der Entschädigung soll die Presse abschrecken. Das klingt gut. Für die Geschädigten von Verkehrsunfällen oder Behandlungsfehlern bleibt aber ein anderer Eindruck: Weil Geldbeträge so gut vergleichbar sind, scheint ihr Leiden weniger wert als das der Medienopfer.


Dieser verstörende Eindruck ist deshalb entstanden, weil die Gerichte den Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüchen Geschädigter eine dem deutschen Zivilrecht ursprünglich fremde Abschreckungsfunktion hinzugedichtet haben. Abschreckung bzw. General- und Spezialprävention ist nach dem Gesetz eine strafrechtliche und keine zivilrechtliche Angelegenheit. Weil das Strafrecht aber viele Lücken aufweist, wollte man auf die Abschreckung durch das Zivilrecht nach amerikanischem Muster hierzulande nicht ganz verzichten.

Die damit verbundenen Irritationen könnte man sicher vermeiden, wenn die richterlichen Konstruktionen durch klare gesetzliche Regelungen ersetzt würden. Neben höheren reinen Schadensersatz- und Schmerzensgeldzahlungen für die Geschädigten könnte ein gesondertes Gesetz (außerhalb des BGB) Zivilrichtern die Möglichkeit geben, besonders beharrlichen und / oder unverschämten Rechtsverletzern ein hohes Bußgeld aufzubrummen und die finanziellen Vorteile der Rechtsverletzung einzuziehen. Dann hätte man zwar strafrechtliche Elemente ins Zivilrecht gemischt, das haben die Richter mit ihren Abschreckungsurteilen aber auch schon getan - allerdings auf eine für juristische Laien schwer verständliche Art und Weise, was das Rechtsgefühl vieler Menschen verletzt hat.


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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 4. Oct 2015, 10:01 
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"Schmerzensgeld ist eine Erfindung der Rechtsprechung"
Noch nie musste ein Medienhaus so viel zahlen wie im Fall Kachelmann. Läutet das Urteil gegen Springer eine neue Ära ein? Fragen an den Medienanwalt Johannes Eisenberg
Interview: Felix Stephan
30. September 2015, 14:00 Uhr 52 Kommentare

Das Landgericht Köln hat Jörg Kachelmann ein Rekord-Schmerzensgeld zugesprochen. © dpa
ZEIT ONLINE: Herr Eisenberg, Springer muss wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte 635.000 Euro an Jörg Kachelmann zahlen. Das ist ein neuer Rekord. Werden wir das in Zukunft häufiger erleben?

Johannes Eisenberg: Dazu muss man wissen, dass es sich um eine Entscheidung des Landgerichts Köln handelt. Da gehen die Mühseligen und Beladenen gern hin, wenn sie sich an anderen Landgerichten weniger Chancen ausrechnen. Das sollte man berücksichtigen. Ich bin nicht sicher, ob das Urteil die nächsten Instanzen überstehen wird. Dass es eine Präzedenz für zukünftige Schadensersatzfälle oder gar einen Paradigmenwechsel in der Rechtsprechung darstellt, wage ich jedenfalls zu bezweifeln.
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ZEIT ONLINE: Wofür muss Springer jetzt eigentlich genau bezahlen?

Eisenberg: Ich kenne den Fall nur als Außenstehender, aber der Presse entnehme ich, dass es nicht um eine einzelne Persönlichkeitsrechtsverletzung, sondern um eine Vielzahl von Fällen in einer Serie von Artikeln ging. Ein Schmerzensgeld oder ein immaterieller Vermögensschadensersatzanspruch soll eine Genugtuung leisten. Die krumme Summe, die Kachelmann jetzt zugesprochen wurde, spricht dafür, dass teilweise auch ein materieller Schadensersatz zugesprochen wurde. Solche Zahlen ergeben sich eher, wenn man konkrete Verluste oder Anwaltskosten zusammenrechnet. In jedem Falle aber kommt man nur auf so eine Summe, wenn man eine Vielzahl von Fällen addiert. Bei einem einzigen Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht in einem einzigen Artikel wird man auch in Zukunft nicht auf solche Schadensersatzansprüche kommen.
ZEIT ONLINE: Das Risiko für Boulevardzeitungen bleibt also kalkulierbar?
Eisenberg: Wichtig ist, dass die Schadensersatzpflicht dem Grunde nach festgestellt wird. Eine Berichterstattung über das Verfahren war grundsätzlich zulässig, weil der Fall von herausgehobenem öffentlichem Interesse war. Wenn man sich an die Regeln der Verdachtsberichterstattung hält, darf man also auch dann berichten, wenn die Schuld des Verdächtigen nicht feststeht, aber ein Mindestmaß an Beweistatsachen vorliegt. Und im Fall Kachelmann wurde sogar eine Untersuchungshaft angeordnet, was voraussetzt, dass ein dringender Tatverdacht besteht. In so einem Fall darf man also darüber berichten, worum es in dem Verfahren geht und worüber gestritten wird, solange man die vorgenannten Grundsätze beachtet. Doch selbst wenn man sie ignoriert, gibt es nicht in jedem Fall ein Schmerzensgeld.
ZEIT ONLINE: Nun wirft Kachelmann dem Springer-Verlag ja nicht vor, dass er berichtet hat, sondern dass er unwahr berichtet und ihn vorverurteilt hat.
Eisenberg: Selbst dann stellt sich immer noch die Frage, ob die Berichterstattung wirklich einen Schmerzensgeldanspruch auslöst. Dazu gehört mehr als nur eine Persönlichkeitsrechtsverletzung. Es muss eine besonders schwere Persönlichkeitsrechtsverletzung sein und es muss einen Genugtuungsbedarf geben, der auch dann noch besteht, wenn alle anderen presserechtlichen Abwehransprüche ausgeschöpft sind.

ZEIT ONLINE: Das klingt, als wäre es eine Frage der Ehre. Wie würde ich denn meinen Genugtuungsbedarf feststellen lassen?

Eisenberg: Das ist einfach der Begriff, der in der Rechtsprechung verwendet wird. Es gibt jedenfalls kein geschriebenes Gesetz, das einen Schadensersatzanspruch begründet. Das ist eine Erfindung der Rechtsprechung. Deshalb bekommen Sie auch nicht bei jeder Persönlichkeitsrechtsverletzung automatisch ein Schmerzensgeld. Das Gesetz sieht andere Maßnahmen vor: die Gegendarstellung, den Widerruf, die Unterlassung. Erst wenn Sie dann noch immer nicht wirklich rehabilitiert sind, wenn außerdem ein Druck auf die Presse ausgeübt werden soll, von dem beanstandeten Verhalten in Zukunft abzusehen, und es sich überdies um einen groben und folgenschweren Verstoß gegen journalistische Sorgfaltspflichten handelt, erst dann bekommen Sie ein Schmerzensgeld.
ZEIT ONLINE: Dem Landgericht Köln zufolge kam das im Fall Kachelmann alles zusammen. Kommt Ihnen das angemessen vor?

Eisenberg: Nun, auch der durchschnittliche Bild-Leser wird sich im Zuge der Berichterstattung bewusst gewesen sein, dass das Gericht noch kein endgültiges Urteil gesprochen hat. Aber wie gesagt: Ich kenne die Einzelheiten des Falles nicht, doch grundsätzlich gilt, dass nicht jeder Verstoß ein Schmerzensgeld rechtfertigt. Das wird sich auch nicht ändern. Von einem Paradigmenwechsel würde ich deshalb nicht sprechen. Wir werden auch in Zukunft keine astronomischen Schmerzensgelder erleben.
ZEIT ONLINE: Jörg Kachelmann hat auch in die Richtung argumentiert, dass sein Ruf so nachhaltig beschädigt ist, dass er nicht mehr im Fernsehen auftreten kann. In diesem Sinne ist ihm auch ein konkreter materieller Schaden entstanden, der ja nicht unerheblich ist.

Eisenberg: Auch da muss man das Bild berücksichtigen, dass entstanden wäre, wenn Springer und die anderen Medienhäuser die Grundsätze der Verdachtsberichterstattung eingehalten hätten. Kachelmann ist aufgrund der Unschuldsvermutung freigesprochen worden, nicht weil seine Unschuld erwiesen war. Man darf also annehmen, dass sein Ruf auch bei einer ordnungsgemäßen Berichterstattung beschädigt gewesen wäre.

Johannes Eisenberg ist einer der bekanntesten Medienanwälte Deutschlands. Er hat unter anderem die "taz" und den Chaos Computer Club vertreten und auch selbst schon gegen den Axel-Springer-Verlag prozessiert.

http://www.zeit.de/kultur/2015-09/kache ... -interview


Wieviel Schadenersatz kann man eigentlich als Vergewaltigungsopfer einfordern, wenn man schon vor der Gerichtsverhandlung als Lügnerin und Stalkerin dargestellt worden ist?

Liebe Grüsse
Cotesia


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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 4. Oct 2015, 20:29 
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Wieviel Schadenersatz kann man eigentlich als Vergewaltigungsopfer einfordern, wenn man schon vor der Gerichtsverhandlung als Lügnerin und Stalkerin dargestellt worden ist?


Vielleicht sollte Frau D. das antesten, z. B. durch einen Musterprozess gegen gewissen Blogger/Innen. Aber möglichst nicht vor Herrn Höckers Haus- und Hofgericht in Köln, da würde sie nicht weit kommen.


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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 20. Jan 2016, 20:48 
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Solche Richter machen aus der anstehenden Verschärfung des Sexualstrafrechts von vornherein hohlen Aktionismus:

Quote:
Schadensersatz von Ex-Geliebter

Gute Aus­sichten für Kachel­mann

(...)

Wetterfachmann Jörg Kachelmann hat gute Chancen auf Schadensersatz von seiner Ex-Geliebten. Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt deutete am Mittwoch an, der Klage des 57-Jährigen stattzugeben. "Wir halten die Klage für durchaus berechtigt", sagte der Vorsitzende Richter am 18. Senat, Thomas Sagebiel, am Mittwoch. "Grundsätzlich scheint uns das Hand und Fuß zu haben."

(...)


http://www.lto.de/recht/nachrichten/n/k ... gsprozess/

Wenn Vergewaltiger nur die Tatwaffe austauschen müssen, um einen glänzenden Freispruch erster Klasse und Schadensersatzansprüche gegen die Anzeigeerstatterin zu erhalten, wird kaum noch ein Opfer einer Beziehungstat Anzeige erstatten. Die Strafverschärfung ist mithin pure Volksverarschung.


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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 21. Jan 2016, 01:21 
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AlexRE wrote:

Wenn Vergewaltiger nur die Tatwaffe austauschen müssen, um einen glänzenden Freispruch erster Klasse und Schadensersatzansprüche gegen die Anzeigeerstatterin zu erhalten, wird kaum noch ein Opfer einer Beziehungstat Anzeige erstatten. Die Strafverschärfung ist mithin pure Volksverarschung.


Hört denn der nie auf, mir Persönlich wäre es zu Blöd Jahrelang dahinterher zu rennen und meinen man muss das Gericht nerven.

Aber sowas Hilft den Opfern nicht wirklich weiter :(

"Kein Kavaliersdelikt"

Frau täuscht Polizei mit fiktiver Straftat

Quote:
Eine Gruppe nicht Deutsch sprechender Täter soll eine Frau aus dem Ostallgäu unsittlich berührt und ausgeraubt haben. 180 Stunden Arbeit leisten die zuständigen Beamten und stellen dann fest, dass sie gegen die vermeintlich Geschädigte ermitteln müssen.


http://www.n-tv.de/panorama/Frau-taeusc ... 16341.html

Ps. gehört nicht hierher aber man kann ja warnen und weiter geben. der aus dem Gefängnis geflohene ( Sexualdelikte ua ) Läuft noch frei herum. In Köln und Umgebung bitte aufpassen. Der war in einer Sicherungsverwahrung Haft. Hatte Ausgang und ist geflohen. Wie geht das denn?



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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 23. Jan 2016, 14:21 
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Nun, mir hat es bei dieser Sendung hier abgelöscht, wo ich zufällig beim Durchzappen darauf gestossen bin.

http://www.vice.com/de/read/schulz-und- ... sluege-307



Auszug
örg Kachelmann spricht über den Vergewaltigungsprozess, der ihm trotz letztendlichem Freispruch die Karriere gekostet hat. Und hantiert im Zuge dessen mit fragwürdigen Statistiken, die Frauen erst einmal unter Generalverdacht stellen.

Erst betont Kachelmann noch, dass es ganz furchtbar sei, dass „die Mehrheit der Frauen, denen ernsthaft dieses Verbrechen passiert, nicht zur Polizei gehen, nicht vor Gericht gehen, und dieses Verbrechen nicht anzeigen." Eine „andere Furchtbarkeit" sei allerdings, „dass die Mehrheit der angezeigten Verbrechen keine waren." Böhmermann guckt zweifelnd und spricht von einer „unpopulären Position". Schulz raucht, scheinbar unangenehm berührt, während Kachelmann den Bogen zwischen angeblich erfundenen Vergewaltigungen und unfairen Sorgerechtsstreits spannt. Man hat das Gefühl, dass jetzt eigentlich irgendetwas gesagt werden müsste, irgendjemand fragen müsste, woher Kachelmann diese angeblichen „Mehrheits"-Zahlen nimmt, wo doch die Zahl der Falschbeschuldigungen laut Frauenrechtsorganisationen und Studien im einstelligen Bereich liegt.



Schon merkwürdig, dass da niemand einen Riegel vorschiebt und diese Scheisse einmal stoppt. Wahrscheinlich haben alle Angst vor Kachelmanns Anwälten.
Und auch wenn er jetzt diesen Prozess gewinnen sollte, ändert das gar nichts. Es wird immer Menschen geben, die ihm nicht glauben und dazu gehöre ich auch. Es lässt sich nicht erzwingen, ihn für unschuldig zu halten. Da kann er noch zig Prozesse führen, das ändert für mich gar nichts. Ich habe mir meine Meinung schon vor langer Zeit gebildet und dabei bin ich geblieben.

Liebe Grüsse
Cotesia


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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 23. Jan 2016, 17:34 
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Es lässt sich nicht erzwingen, ihn für unschuldig zu halten.


Nein, aber mit Hilfe solcher Richter wie am OLG Köln und nun auch Frankfurt lässt sich den Opfern das Maul stopfen und der Status der Gewaltkriminellen als Siegertypen sichern. Das reicht diesen Typen vollkommen. In Staaten, in denen diese Sorte totalitäre Macht ausübt, fühlen sie sich ja auch pudelwohl und pfeifen darauf, was ihre Gegner heimlich denken. Sobald einer das Maul aufmacht, landet er im Knast oder verschwindet endgültig und fertig.


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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 25. Jan 2016, 01:42 
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GG146 wrote:
Quote:
Es lässt sich nicht erzwingen, ihn für unschuldig zu halten.


Nein, aber mit Hilfe solcher Richter wie am OLG Köln und nun auch Frankfurt lässt sich den Opfern das Maul stopfen und der Status der Gewaltkriminellen als Siegertypen sichern. Das reicht diesen Typen vollkommen. In Staaten, in denen diese Sorte totalitäre Macht ausübt, fühlen sie sich ja auch pudelwohl und pfeifen darauf, was ihre Gegner heimlich denken. Sobald einer das Maul aufmacht, landet er im Knast oder verschwindet endgültig und fertig.


Manchmal muss ich nur noch den Kopf schütteln. Er MUSS in euren Augen unbedingt der Täter sein. Oder die Andere Seite: sie MUSS ne Lügnerin sein! Hallo gehts noch?? weder das eine noch das andere geht. Wenn der Richter noch nicht einmal genau weiss ob oder nicht. Könnt ihr ihn nicht Als Täter betiteln oder die andere Seite als Lügnerin betiteln. Nur weil beide mit Hunde Blick in die Kamera schauen heißt es noch lange nicht dass sie Täterin/Opfer ist. und das gleiche gilt für ihn. Einige meinen wirklich, Im Netz Richter zu Spielen. ( und ich meine jetzt das ganze Internet) Natürlich spricht viel für sie. Aber das heißt noch lange nicht dass er es wirklich getan hat. Und dass er versucht sich zu "Wehren" ist sein gutes Recht. Dieses Recht ihm zu Verwehren ist nicht Demokratisch. Von mir aus soll er alle Verklagen der wird schon seine Retour Kutsche kriegen wenn er schuldig ist.



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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 25. Jan 2016, 14:23 
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Weisst du Schlau, mir geht es vor allem darum, dass Herr Kachelmann von Talkshow zu Talkshow tingelt und diese bizarren Zahlen über Falschbeschuldigungen in der Öffentlichkeit herausposaunt. Und sowas bleibt dann unkommentiert im Raum stehen. Ich finde so etwas einen Skandal. Er versucht damit ja auch die Medien und das Vok zu beeinflussen und wie man sieht mit Erfolg.

Liebe Grüsse
Cotesia

Hier sind mal die Fakten, für diejenigen, dies interessiert:


Sexuelle Gewalt in Deutschland
Fast jede 7. Frau in Deutschland ist von sexueller Gewalt betroffen.
• 13% der in Deutschland lebenden Frauen haben seit dem 16. Lebensjahr strafrechtlich relevante
Formen sexueller Gewalt erlebt. Das heißt Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung oder
unterschiedliche Formen von sexueller Nötigung.1
• Rund 25% der in Deutschland lebenden Frauen ist körperliche oder sexuelle Gewalt (oder beides)
durch aktuelle oder frühere Beziehungspartnerinnen oder –partner widerfahren.
Nur 5% der Sexualstraftaten werden angezeigt.
• Laut der Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen“ haben nur 8% der Frauen,
die sexuelle Gewalt erlebt haben, die Polizei eingeschaltet.2

• Da nicht wenige Frauen mehrfach sexuelle Gewalt erlebt haben, liegt die Quote der polizeilich
angezeigten sexuellen Gewalthandlungen bei unter 5%.
Jährlich werden ca. 8.000 Vergewaltigungen in Deutschland angezeigt.3
• Damit kommen in Deutschland jährlich 9,85 angezeigte Vergewaltigungen auf 100.000
Einwohner/innen. Das entspricht dem unteren Mittelfeld im europäischen Vergleich. Schwedens
Meldequote ist viel Mal höher (46,4 Anzeigen auf 100.000).
Von 100 angezeigten Vergewaltigungen enden im Schnitt nur 13 mit einer Verurteilung.
• Jährlich sind es etwas mehr als 1.000 Verurteilungen bei 8.000 Anzeigen in Deutschland.4
• Damit liegt die Verurteilungsquote bei 13%. Diese Verurteilungsquote ist im europäischen
Ländervergleich unterdurchschnittlich.

Falsche Beschuldigungen – ein großes Problem?
Falsche Beschuldigungen sind marginal. „Entgegen der weit verbreiteten Stereotype, wonach die Quote
der Falschanschuldigungen bei Vergewaltigung beträchtlich ist, liegt der Anteil bei nur 3%. Auch in
anderen Ländern ist das Problem der Falschanschuldigung marginal und rangiert zwischen 1-9%.“5

Täter statt Täterinnen: sexuelle Gewalt wird durch Männer verübt.
• Untersuchungen belegen, dass sexuelle Gewalt bis zu 99 Prozent von Männern verübt wird; der Anteil
von Frauen als Täterinnen beträgt unter 1 Prozent.6
• Ein ähnliches Verhältnis ergibt sich bei sexueller Belästigung: In 97% der Fälle gehen die
Belästigungen von männlichen Personen und in nur 2% der Fälle von weiblichen Personen aus.
1 Lebenssituation,

https://frauenrechte.de/online/images/d ... chland.pdf


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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 26. Jan 2016, 05:12 
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Cotesia wrote:
Weisst du Schlau, mir geht es vor allem darum, dass Herr Kachelmann von Talkshow zu Talkshow tingelt und diese bizarren Zahlen über Falschbeschuldigungen in der Öffentlichkeit herausposaunt. Und sowas bleibt dann unkommentiert im Raum stehen. Ich finde so etwas einen Skandal. Er versucht damit ja auch die Medien und das Vok zu beeinflussen und wie man sieht mit Erfolg.

Liebe Grüsse
Cotesia


Das ist auch für mich der Hauptgrund, immer noch etwas zu dem Theater zu schreiben. Schließlich weiß niemand außer dem ehemaligen Angeklagten und der jetzigen Beklagten mit letzter Sicherheit, was wirklich passiert ist. Grundsätzlich hat natürlich jeder Freigesprochene das Recht, mit dem Tatvorwurf in Ruhe gelassen zu werden. Ein Recht auf Verleumdung aller Vergewaltigungsopfer hat aber niemand, nicht einmal ein echtes Opfer einer falschen Verdächtigung.


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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 28. Jan 2016, 16:12 
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Im grunde gebe ich euch beiden Recht. Er hat es nicht zu sagen. Niemand egal auf welcher seite er/sie steht! Keiner hat zu sagen ob er Täter oder sonst was ist. Umgekehrt genauso. Wir können nicht schreien das er den Mund halten soll aber in gleichen Atemzug ihn als Täter zu Bezeichnen.

Das habe ich gemeint, mehr nicht.

und ich habe KEINE/N angreifen wollen.



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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 3. Feb 2016, 05:04 
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Cotesia wrote:
Weisst du Schlau, mir geht es vor allem darum, dass Herr Kachelmann von Talkshow zu Talkshow tingelt und diese bizarren Zahlen über Falschbeschuldigungen in der Öffentlichkeit herausposaunt. Und sowas bleibt dann unkommentiert im Raum stehen. Ich finde so etwas einen Skandal. Er versucht damit ja auch die Medien und das Vok zu beeinflussen und wie man sieht mit Erfolg.



Hallo Cotesia und alle Mitglieder. Meine Meinung über JK ist ja sicher noch bekannt. Bisher habe ich aber hier keinen Erfolg mit Erklärungen gehabt. Ich nehme an, es liegt an dem Bedürfnis des Lesers, die Fragen und Probleme bereits verstanden zu haben. Das ist so schade, weil man damit neue Erkenntnisse verhindert. Bei JK halte ich es für unwahrscheinlich, dass er da nur was posaunt, denn er weiss doch, dass alles analysiert wird, was von ihm kommt. Zudem sind seine Frau sowie die Schwiegermutter studiert in all den Fragen.

Mich hat Schlaus ausgewogene Meldung gefreut. Deshalb möchte ich zur Statistik zeigen, warum es nach den vorgetragenen Zahlen von Cotesia und diesem e.V. aus Berlin sehr gut für JK steht und ganz schlecht für das vorgebliche Opfer. Selbst dann ist nichts quasi bewiesen, aber zumindestens geht der Freipruch in Ordnung. Wenn auch nur die kleinste Chance für eine Verurteilung möglich gewesen wäre, dann hätten die in Mannheim das auch so verbrochen, lang genug sah es ja auch so aus, als wenn das von Anfang an so geplant gewesen war. Nur so lassen sich gewisse Details im Ablauf verstehen, wie diese Prozession der Zeuginnen z.B.

Lassen wr einfach die Zahlen sprechen. Ich zitiere lediglich aus dem Gedächtnis. Der Fall ist kinderleicht. 5 % der Frauen, die sich als Opfer sehen, zeigen einem Mann an. Dies ist so niedrig, dass man annehmen müssste, dass es daraus zu einer hohen Verurteilungsquote kommt. Aber das ist genau nicht der Fall. In 8 Fällen kommt es zu einer einzigen Verurteilung. Also in 7 von 8 Fällen wird die Tat dem Opfer nicht geglaubt. Oder die Tat war eben nicht nachweisbar. Subjektiv kann es sehr wohl zu einer Tat gekommen sein, aber das Opfer ist entweder schlecht beraten worden, weil die Tat muss ja nachgewiesen werden und allererst nachweisbar sein. Aber in diesem Fall kommt hinzu, dass das "Opfer" an sich selbst herumgedoktert hat, um zu sehen, was welche Spuren hinterlässt. Das auch noch fast so exakt wie die späteren Gutachter. Was sollte uns das sagen? Ganz einfach. Damit wollte das Opfer für den Notfall eine Tat nachweisen, die gar nicht passiert war. Dafür wird CD in Frankfurt verurteilt werden.

Mir tut CD leid. Der Fall ist voller Tragik. Auch unser Vertrauen ist für solche Liebesdinge geschädigt worden.


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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 12. Mar 2016, 00:12 
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Das geht natürlich auch in die nächste Instanz, sonst kommen die BGH - Richter noch aus der Übung und verlieren den Überblick über die Kachelangelegenheiten.

Quote:
Kachelmann vs. Bild

Erfolg für Alice Schwarzer am OLG Köln

(...)

Das OLG habe die Schilderungen der Zeuginnen, auf die Schwarzer Bezug nimmt, als "Randgeschehen" des damals angeklagten Vorwurfs angesehen. "Das Urteil führt zu einer erheblichen Rechtsunsicherheit, denn theoretisch kann alles als 'Randgeschehen' einer vorgeworfenen Tat eingeordnet werden", sagte Engel. "Ohne eine Tat gibt es jedoch auch kein 'Randgeschehen', über das Frau Schwarzer berichten dürfte."

(...)


http://www.lto.de/recht/nachrichten/n/o ... imsphaere/

So so, man darf also keine Fakten benennen, die im Falle einer Verurteilung zu den belastenden Momenten gehört hätten, das ist durch den Freispruch alles mit ausgelöscht ...

Auf solche Sophistereien warten sie in Karlsruhe gerade noch ... :roll:


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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 12. Mar 2016, 15:03 
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GG146 wrote:

Auf solche Sophistereien warten sie in Karlsruhe gerade noch ... :roll:


Na dann... ob die sich darüber freuen in Karlsruhe?



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 Post subject: Re: Kachelmann- Theater
PostPosted: 29. Apr 2016, 20:04 
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Jetzt haben Kachelmann und seine Anwälte endlich die laaaange überfällige Klatsche kassiert, zur Schande der Kölner Justiz aber erst vor dem Bundesverfassungsgericht.

Auf dem Facebook - Profil von RA Zipper geschrieben:

Quote:
Das oberste Deutsche Gericht muss es eben wieder einmal richten. Und zwar richtig gut. Ich freue mich

Quote:
Umstrittenes Interview: Kachelmann verliert gegen Ex-Geliebte vor Gericht

(...)

In dem Prozess habe nicht eindeutig geklärt werden können, wer die Wahrheit sage. Die Meinungsfreiheit umfasse auch "die Freiheit, die persönliche Wahrnehmung von Ungerechtigkeiten in subjektiver Emotionalität in die Welt zu tragen". Das gelte insbesondere dann, wenn es zuvor einen öffentlichen Angriff auf die eigene Ehre gegeben habe. Kachelmann müsse "eine entsprechende Reaktion" daher hinnehmen.

(...)


http://www.spiegel.de/panorama/justiz/j ... 90021.html




... wobei das Bundesverfassungsgericht nicht "das oberste Gericht" im Sinne der obersten Instanz der eigentlichen (ordentlichen) Gerichtsbarkeit ist. Das ist ein Sondergericht nur zum Schutz des Grundgesetzes vor verfassungswidrigen Machenschaften aller drei Staatsgewalten.

Einem "in dubio pro reo" Freigesprochenen zu erlauben, die Anzeigeerstatterin öffentlich als Lügnerin zu bezeichnen und gleichzeitig ebenso öffentliche Repliken der Angegriffenen zu verbieten (das auch noch contra legem, siehe § 193 StGB "berechtigtes Interesse" https://dejure.org/gesetze/StGB/193.html), liegt schon im Übergangsbereich von der Verfassungswidrigkeit zur Verfassungsfeindlichkeit.

Manche Richter vertragen ganz offensichtlich die Höhenluft um ihr Podest herum nicht gut.

Bleibt zu hoffen, dass der Vorsitzende in Frankfurt, der seinen Sauerstoffmangel mittels unangemessener Äußerungen zur vermeintlichen Rechtslage bereits kundgetan hat, sich nun eine vergleichbare Klatsche vom BVerfG erspart und sich in der Entscheidung zur Schadensersatzklage Kachelmanns einen lichten Moment gönnt.


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