It is currently 10. Dec 2019, 21:33

All times are UTC + 1 hour




 Page 30 of 31 [ 605 posts ] Go to page  Previous  1 ... 27, 28, 29, 30, 31  Next
AuthorMessage
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 31. Jul 2014, 18:52 
Forum Admin
Forum Admin
User avatar

Joined: 03.2012
Posts: 6682
Location: NRW
Gender: Female
Ali wrote:

Mein Bauchgefühl war richtig, ich hab diesen Wichtigtuer noch nie ernst genommen.
Ändert aber nichts an dem Justizskandal und dass ihm Unrecht widerfahren ist.


:Daumenhoch: richtig



_________________
so sieht es aus!
Image
Offline
  Profile Send private message  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 1. Aug 2014, 00:10 
Foreninventar
Foreninventar
User avatar

Joined: 11.2012
Posts: 501
Gender: Male
Ausdrücke wie Wichtigtuer passen hier nicht. Es wäre besser zu sagen, sein Wahn verhindert, dass er sich normal verhält.

Aber wir reden hier ja oft hauptsächlich über juristische Fragen. Aktuell hat sich der Anwalt Schwenn von JK zu Wort gemeldet. In der ZEIT. Über das Thema Mandant und sein Anwalt. Ich habe einen Klops entdeckt. Schwenn definiert, dass der RA zwar keinen Gehorsam schuldet, aber er müsste vor Beginn des Prozesses sicher sein, dass er die Linie vom Mandanten vertreten kann und dass dieser das auch so toleriert. Ein wunderbarer Grundsatz. Aber das hat Strate verpatzt.

Das liegt daran (m.E.), dass er auch in einem grossen Artikel in der ZEIT im Interview erklärt hat, dass Mollath ganz sicher nicht krank sei. Dabei ist ganz sicher, dass er es ist und dass er wegen diesem blöden Wahn, ich habe doch Mitleid deshalb mit ihm - dieser Wahn verlangt dass Mollath nur das tun kann, was er sich in den Kopf gesetzt hat, nämlich die Jagd auf seine Frau und diese Kriminellen, die Steuern hinterziehen. Da kein Strafprozess, wenn Mollath der Angeklagte ist, diese Frage klären kann, ist der gnz Prozeß von Anfang an gescheitert. Wie schon 2006, der ihn in die Forensik gebracht hat.

Ich weiß nicht, ob das hier jeder mitbekommen hat, der einzige Zeuge, den Mollath gegen seine Frau hatte, wird nun wegen seiner Lügen in der ARD-Sendung verklagt, er hat einfach diese Story mit dem Anruf erfunden, weil TV doch ohnehin Unterhaltung sei...! Nicht nur das, er hat wegen Steuerhinterziehung, also genau wogegen Mollath kämpft, eine Geldstrafe erhalten. Dieser Herr Zahnarzt sagte an anderer Stelle, Ich bin ja auch nicht normal...

Ali, du glaubst, dass Mollath von der Justiz betrogen worden sei. Mit Hilfe der Psychiater? Kennst du einen Fall, bei dem jemand in der Forensik stur und trotzig 7 Jahre seines Lebens verplempert, weil er meint, mit keinen Experten reden zu können, bevor er nicht zB all die Doktorarbeiten geprüft hat? So hat er den Kröber abblitzen lassen, weil der nicht ordnungsgemäß angemeldet gewesen sei... Nein, aber viel schlimmer war, wie er das einfache Hilfspersonal schickaniert, beleidigt und diffamiert hat. Alle in der Klinik waren selber irre, nur er nicht. (usw.)

Das Schlimme an dem Fall jetzt im Internet ist, dass man glaubt, von aussen Mollath so stylen zu können, dass bewiesen wird, dass er ganz normal ist. Rumms. Trennt er sich wieder von Anwälten, um es alleine zu machen, wie damls bei Brixner und Dolmany. Jetzt kommt es vor Gericht zu diesem Theater, dass sogar der OSTA den Prozess retten will bis zum Freispruch. Den Mollath aber in seinem Wahn gar nicht will (!!!).

Wir sollten aber nicht feixen. Jeder Mensch hat eine Würde, auch der Kranke, der sich für gesund hält.

(Der Beitrag wurde editiert.)


Offline
  Profile Send private message  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 1. Aug 2014, 17:33 
Foreninventar
Foreninventar
User avatar

Joined: 11.2012
Posts: 2139
Gender: Female
@Neutral


Quote:
Ali, du glaubst, dass Mollath von der Justiz betrogen worden sei. Mit Hilfe der Psychiater? Kennst du einen Fall, bei dem jemand in der Forensik stur und trotzig 7 Jahre seines Lebens verplempert, weil er meint, mit keinen Experten reden zu können, bevor er nicht zB all die Doktorarbeiten geprüft hat? So hat er den Kröber abblitzen lassen, weil der nicht ordnungsgemäß angemeldet gewesen sei... Nein, aber viel schlimmer war, wie er das einfache Hilfspersonal schickaniert, beleidigt und diffamiert hat. Alle in der Klinik waren selber irre, nur er nicht. (usw.)

Das Schlimme an dem Fall jetzt im Internet ist, dass man glaubt, von aussen Mollath so stylen zu können, dass bewiesen wird, dass er ganz normal ist. Rumms. Trennt er sich wieder von Anwälten, um es alleine zu machen, wie damls bei Brixner und Dolmany. Jetzt kommt es vor Gericht zu diesem Theater, dass sogar der OSTA den Prozess retten will bis zum Freispruch. Den Mollath aber in seinem Wahn gar nicht will (!!!).


Betrogen ist nicht das richtige Wort.
Er hat sich selbst verweigert und trägt in meinen Augen leider eine Mitschuld. Ich verfolge das aber nicht so genau wie ihr, deshalb kann ich alles nur etwas oberflächlicher schlussfolgern und das wird dem Fall dann nicht gerecht.
Auf mich wirkt Mollath, trotz meines unvollständigen Bildes, auch wahnhaft und teilweise sogar aggressiv.
Ich konnte auch nie verstehen, warum Strate sich seiner so angenommen hat, bzw. warum er sich so in ihm getäuscht hat.
Viele deiner Schlussfolgerungen machen für mich deshalb auch Sinn, aber ich bin nur halbherzig bei dem Fall.
Mich interessiert grad ein anderer mehr! :zwinker:

Quote:
Wir sollten aber nicht feixen. Jeder Mensch hat eine Würde, auch der Kranke, der sich für gesund hält.


Das sehe ich haargenau so!



_________________
Lass dich nicht unterkriegen, sei frech, wild und wunderbar.
Astrid Lindgren
Offline
  Profile Send private message  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 1. Aug 2014, 19:29 
Foreninventar
Foreninventar
User avatar

Joined: 11.2012
Posts: 501
Gender: Male
Das waren noch Zeiten, als der Adel das Sagen hatte, der musste seine Macht nicht rechtfertigen oder diskutieren. Wobei das nicht ganz richtig ist. Die eigentliche Macht hatten die Priester, die Entscheidungen und Gesetze von Gott kundtaten und das alles auf Latein, damit die Massen, die das alles bezahlten, aussen vorblieben. Das schaffte aber wenigstens Klarheit, in dem Sinn, dass niemand aus dem Volk auf die Idee kommen konnte, sich zusätzlich zu seiner Arbeit zu betätigen. Wenn man Zweifel oder Fragen hatte, gab der Priester Auskunft.

Heute reden alle in Jura und Geisteswissenschaften, ja sogar Psychiatrie wie richtige Experten Dr. h.c. Google mit. Wie beim Sport ist die Parteinahme das Schönste, der Kick, Thrill. Menschen, die als Opfer nach Hilfe gerufen haben, werden durchleuchtet, bewertet und vergessen, entsorgt.

Dabei passieren viele Verbrechen.

Schon bei Monika Weimar hat Strate es vergurkt. Anstatt sie dahingehend zu stärken, eine Therapie zu machen, die ihr eine Zukunft eröffnet hätte, nachdem sie ihre Schuld akzeptiert hätte, hat er sich die Wendeltreppen der Instanzen hochgehangelt und an den
Feinheiten der §§ aufgehalten, anstatt der Gesellschaft Mitleid für die Gestrauchelte beizubringen. Hauptsache er galt als der Filigrantechniker.

Juristen wie Strate wollen zwar juristisch gewinnen und somit helfen, aber wenn das schicksal bereits alles entschieden hat, sollten sie all ihre Beziehungen spielen lassen, um die amputierte Seele mit Psycho-HiTech zu ersetzen.

Mollath ist wahnkrank, seitdem er seine Frau in Selbstjustiz mißhandelt und gequält hat, die nicht nur 25 Jahre seine Frau und Sportpartnerin war, sondern ihm das auch noch finanziert hat. Er weiß ganz genau, dass er sich unentschuldbar an ihr vergangen hat. Deshalb darf ihm ja auch kein Psychiater zu nahe kommen, weil er denkt, dass die ihn durchschauen.

Nur kurz nochmal zu seiner Schulbildung. Als normaler Gymnasiast hätte er gelernt, dass Mediziner immer etwas entdecken wollen, aber dass nur mit ihren Erkenntnissen ihm Hilfe zuteil werden kann, alles andere ist doch Hokuspokus. Er wird auch auf dieser esoterischen Waldorfschule im Ruhrgebiet (was steckt eigentlich dahinter?) in dem Spaßunterricht nichts von Michael Kohlhaas gehört haben, denn für jeden Schüler, der das bis zur bitteren Neige in sich aufgenommen hat, kommen doch solche irren alle Brücken Abreißaktionen und totalitäre Ansprüche wie Gerechtigkeit oder Tod gar nicht mehr in Frage. Das hätte oder hätte auch nicht, Strate auch in der DDR schon alles gelernt haben können und da sind wir noch nicht bei seiner juristischen Kompetenz. Man kann einen derart Kranken auch kaputtmachen, wenn man ihn vermeintlich von seinen alles klärenden Beweisanträgen abhält. Aber all das war vorher absolut bekannt. Die Brixner-Episode enthält die komplette Krankheit von Mollath. Brixner hat das trotz seiner privaten Belastung durch seine pflegebedürftige Frau, der er sogar wieder auf die Beine geholfen hat, Mollath alle notwendigen Signale gesetzt, wenn er einen Rest geistige Normalität gehabt hätte. Das Anschreien, er hätte, man korrigiere mein Nichtwissen, Mollath auch zu Ordnungsstrafen verdonnern können. Aber er versprach sich von einer Exploration im BKH einen positiven Einfluß. Eine Kurztherapie bewirkt ja auch meistens eine positive Veränderung. Ich werde erneut den hohen deutschen Gerichten vor, dass sie in solchen Mollathfällen eine Behandlung praktisch ausgeschlossen haben. Das ist auch ein Verbrechen.

Ich sehe im Augenblick nur eine Lösung für Mollath und Strate. Der Freispruch muss eingeheimst werden. Dann wird Mollath mit Pattex auf einen Kinostuhl geklebt, um sich den Film Michael Kohlhaas anzuschauen mit kurzer Diskussion im Anschluß. Sodann wird eine andere Hose angezogen und Mollath fährt in Begleitung von RA Strate ins BKH nach Bayreuth. Dort findet unter absoluter zeitlichen Kürze eine Kurzintervention statt mit der Verwendung von Medikamenten, die Mollath mal etwas auflockern und den Wahn vergessen lassen. Strate ist dabei als Art Wärter und juristischer Experte, der jedwede Übergriffe an Mollath per Standleitung nach Karlsruhe sendet. Und Mollath sagt, ja, ich bin auch neugierig, ob man diesem Ding in mir mal etwas auf die Schliche kommen kann, damit ich endlich freier in Freiheit mein Leben leben kann. Vielleicht kann mit ambulanter Hilfe interveniert werden, damit Mollath nicht bei jeder Frau, die mehr Geld verdient als er, die Nerven verliert.


Offline
  Profile Send private message  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 2. Aug 2014, 23:27 
Foreninventar
Foreninventar
User avatar

Joined: 11.2012
Posts: 501
Gender: Male
Ein paar Leitsätze zum Fall Mollath:


Seit Jahrhunderten gilt der Satz: "Der größte Lump im ganzen Land ist der Denunziant."

Mollath war in keiner Notwehrsituation seiner Frau gegenüber, in Not kam er erst durch seine Anzeigen gegen sie. Sie hat das Geld verdient und ihn unterstützt.

Seit Jahrhunderten gilt der Satz: "Niemand der bei Trost ist (oder alle Tassen im Schrank hat), sägt den Ast ab, auf dem er sitzt."

Spätestens als die Behörden auf seine Anzeigen NICHT so reagierten, wie er das erwartete, hätte er sich Gedanken machen sollen. ACHTUNG, eine wichtige Durchsage:

Mollath leidet nicht unter einem Schwarzgeldwahn, jedenfalls nicht primär, sondern er leidet unter Größenwahn, einem Überwertigkeitswahn seiner Person. Es ist lobenswert, wenn ein Schmiermaxe aus dem Motorsport gegen einen drohenden Krieg demonstriert, aber es ist nicht zu tolerieren, dass er dabei seine Frau zusammentritt und beinahe erwürgt und vor allem dann auch noch 7 Jahre Forensik auf sich nimmt, weil er Angstwahn vor explorierenden Psychiatern hat.

Schon Kinder haben gelernt, dass jemand, dem etwas vorgeworfen wird, zumindestens erklären sollte, warum die Vorwürfe nicht stimmen aus seiner Sicht. Man sollte sich auch nicht mit Lügnern und Betrügern einlassen und sie als Zeugen für den eigenen angeblich guten Leumund benennen. Ich denke da an den Steuerbetrüger Braun.

P.S.

Ich habe eine Bitte an alle Unterstützer und Aktenkenner im Fall Mollath. Ich kann im Moment diese Stelle nicht finden, ich weiß aber, dass es sie gibt. Sie wird ohne wieder auftauchen, aber momentan könnte Mollath damit geholfen werden, weil ein für Schizophrene charakteristischer Denkfehler sichtbar wird. Es geht um seine alte Tante oder Oma, die in der Nähe von Bayreuth verstorben ist. Hierzu schrieb Mollath nach meiner Erinnerung so etwas wie, sie hätte seine Probleme gekannt und sei rechtzeitig (??) gestorben (??), so als wenn eine Krankheitsentwicklung bei einem anderen Menschen mit ihm etwas zu tun haben könnte. Ein anderes typisches Beispiel erinnere ich jedoch noch besser. In seiner Not hat Mollath an den längst verstorbenen Altbundespräsidenten Heuss geschrieben in einer Sprache, als wenn der noch lebte. Mir ist es etwas dubios, dass die Psychiater wie Simmerl, Nedopil und Pfäfflin solche Aussetzer und Realitätsstörungen bei Mollath nicht dokumentieren konnten.

Ich möchte nochmals kritisieren, dass Richterin Escher derlei Fragen durch bewußtes Ausklammern der Befunde, die bereits von Leipziger erwähnt wurden als unbeantwortbar deklarieren möchte. Ich kann den Sinn nicht nachvollziehen. Es geht hier um geistige Störungen, die kein Richter der Welt ungeschen machen könnte mit Hilfe einer STPO. Wie kann gesagt werden, was heute schon in der Presse z.B. von Kasperowitsch, einem Unterstützer, in einer Nürnberger Zeitung gefeiert wurde, dass nämlich die sog. Schwarzgeldwahngeschichten von Mollath "wahr" seien und sie deshalb nicht aufgeklärt zu werden bräuchten. Zum Glück sagt im Prozess der OSTA wenigstens, dass die Leipzigerdiagnosen, weil an die Vollstreckungskammer gesandt, verlesen werden müssten. (Tippfehler bitte ich zu entschuldigen.)


Offline
  Profile Send private message  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 3. Aug 2014, 03:44 
Foreninventar
Foreninventar
User avatar

Joined: 11.2012
Posts: 501
Gender: Male
In der FAZ v. 3.8. steht ein interessanter Artikel über psychiatrische Gutachten.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 75145.html

Die Journalistin des Textes stammt aus dem Ressort Politik, was manche Ungenaigkeit erklärt. Ich zitiere einen kleinen Teil:

Ob es tatsächlich ein „komplexes System von Schwarzgeldverschiebungen“ gegeben hat, wurde nicht aufgeklärt. Trotzdem waren ebendie Berichte über die vermeintlichen illegalen Geschäfte Grundlage für die Diagnose der wahnhaften Störung.

Das ist Quatsch, der nicht wahr wird durch beliebige Wiederholung. Von Anfang an habe ich versucht, hierzu Kröbers maßgebliche Interpretation zu verbreiten.Es versteht bloß niemand. Bisher jedenfalls nicht. Vor allem kein Jurist.

Ob da was war oder nicht, ist für Mollaths Wahn irrelevant. Sein Wahn besteht darin, dass er davon besessen ist, dass er diese Verschiebungen aufklären, stoppen und für die Zukunft verhindern muss. Gegen alle und jede Einwände anderer Leute. Denn wenn sie das tun, gehören sie zum Kreis der Täter.

Indem er seine Exfrau bewußtlos würgte, nahm er ihren Tod in kauf. Er kündigte schriftlich den Tätern Rache an mit Reifenstechen. Auch hier nahm er im Endeffekt den Tod verunfallter Opfer in kauf.

Stellt man jetzt die Frage, ob Mollath gefährlich ist, so kann man das nicht verneinen, denn solange er nicht redet, können Psychiater seine Ungefährlichkeit nicht attestieren. Entweder redet er in einer erneuten kurzen Therapiephase in einer Klinik oder er wird Jahre dort leben müssen.

Es könnten auch 20 Betreuer ihn rund um die Uhr "bewachen", so dass er nach aussen unauffällig wirkt, aber er alleine als Individuum kann ohne Therapie in dieser Gesellschaft nicht leben, ohne dass er wieder Leute jagt oder bedroht.

Hier werden viele Psychiater zitiert und gegen Schröder verwendet. Aber es gibt da gar keinen Widerspruch.Jemand, der die als Irre beleidigt, die ihm vertrauen sollen, hat bereits ein Lebenslänglich verdient, denn jeder fragt sich, wann er wieder würgt oder Sabotage verübt. So jemandem kann man nicht mehr vertrauen. Er ist eine tickende Zeitbombe...


Offline
  Profile Send private message  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 3. Aug 2014, 14:53 
Foreninventar
Foreninventar
User avatar

Joined: 11.2012
Posts: 501
Gender: Male
Nachtrag zum Thema Tickende Zeitbombe

Unterstützer im Internet, die sich ohnehin immer in die zu respektierende Privatsphäre anderer Bürger dann glauben einmischen zu dürfen, ja zu müssen, wenn sie ein Feinbild konkretisieren zu können meinen, zeigen wenig Verständnis für die durch das Grundgesetz zugesicherten Rechte jedes Bürgers. Bestimmte Institutionen dprfen in Ausnahmefällen bei begründetem Verdacht diese Rechte ignorieren oder außer Kraft setzen, aber Medien, also wilde Reporter, oder Privatjäger im eigenen Auftrag einer Selbstjustiz wie bei Mollath, die haben nicht das Recht, sich provozierend und aggressiv-fordernd zu verhalten.

Gutes Beispiel sind diese Reporter von Report, die eine Beteiligte am Verfahren über einen Trimm-Dich-Pfad ähnlichen Weg verfolgen, während diese ein Fahrrad den Berg hinauf schiebt. Sie wollten ja nur mal ein paar Fragen stellen. Nachdem das abgelehnt worden ist, ziehen diese Jäger sich nicht zurück, sondern wiederholen ihre Anfrage mehrfach.

Dasselbe Reportteam stürzte sich im UA auf den Richter Brixner und wollte ihn zu einer Stellungnahme zwingen, was der zurückwies mit Verweis auf seinen Vorgesetzten.

Früher gab es bestimmten Regeln für die Nachfragen für Interviews, dann verwilderten die sog. Privatsender das und es wurden die Micros durch den Türspalt geschoben, alles gefilmt, so dass der so fixierte Bürger wie ein Übeltäter wirken musste, denn der Zuschauer fragt sich, weshalb man sich nicht gepflegt im Wohnzimmer unterhalten könnte, also da muss doch was faul sein, was genau die Absicht war, die es zu beweisen galt von Seiten der Reporter.


Da Mollath bekanntermaßen viele Sendungen im TV gesehen hat, sah er sich in eigener Sache der Selbstjustiz auch als ermittelnder Jäger. Wie in dem Beispiel des Psychiaters aus Erlangen. Da steht also plötzlich an Stelle des Gartenzwerges ein Mollath im Garten, der auffällige Signale an seiner Kleidung trägt, nur eine Höhlenforscherlampe fehlte auf der Stirn sowie Eispickel usw. Wenn dieser Mollath sich auf öffentlichen Plätzen so herumtreibt, ist das sein Privatvergnügen, aber nicht tolerierbar sind solche Aktionen im Privatbereich. Prominente lassen sich durch Sicherheitsleute schützen, aber wenn jemand wie Mollath aktiv wird, der bereits polizeibekannt war, dann wird es langsam Zeit, über seine Gefährlichkeit nachzudenken. Man muss mit solch einem Mann reden können. Verweigert er das, müssen in einer Gesellschaft weiter Kontrollinstitutionen existieren wie eben die Forensik. Schnell wurde bei Mollath der Wahn entdeckt, der ja gepaart war mit der überraschenden Haltung eines Jägers, zu erwartende Nachteile für sich als unerheblich zu empfinden, obwohl ein Klinikaufenthalt ja nicht mit dem Jagdfieber in Einklang zu bringen ist. Erfahrene Menschen kommen dann zwangsläufig auf die Diagnose Spinner, denn ein gefährlicher Terrorist kann sich so nicht gerieren.

An dieser Stelle müßte eigentlich jeder Unterstützer bemerken, dass er einem Verwirrten oder Spinner nachgelaufen war. So jemand tut einem leid, weil er auf groteske Weise sich selber immer eine Grube gräbt. Sein Wahn diktiert ihm diese unsinnigen Methoden, die ihm das Gefühl geben, die ganze Welt zum erzittern zu bringen. Aber Austin Powers hat wenigsten eine Doktor Evil an seiner Seite, der eine Bombe haben soll.

Jetzt versetze man sich aber auch mal in die Lage der mehr oder weniger Prominenten Nürnberger vor Ort, die Mollath als Nazis beschimpfte. Müssen sich Juristen und Mediziner das gefallen lassen?

Schauen wir doch einmal ohne Vorurteile in die Internetrunde:

Jegliche Art von Gegenmeinung oder Zweifel wird selbst in verschworenen Zirkeln gebrandmarkt mit beleidigenden Diffamierungen. Das ist die Pervertierung der Grundidee der Freien Meinungsäußerung im Internet.


Offline
  Profile Send private message  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 4. Aug 2014, 14:36 
Foreninventar
Foreninventar
User avatar

Joined: 11.2012
Posts: 501
Gender: Male
Größere Verbreitung der Massenhysterie (d.i. eine irreale Deutung der Realität, damit ein Straftäter wie Mollath exkulpiert werden kann)

Nach der FAS gestern treibt heute die SZ die Desinformationskampagne weiter auf die Spitze. Diesmal kommentiert ein Psychiater aus München selbst und wird nicht nur zitiert wie in der FOS.

Ich zitiere ein paar Zeilen vom Anfang weg:

"Hohendorf, TU München, Facharzt für Psychiatrie und Psychothapie:

”Die Geschichte von Gustl Mollath zeigt exemplarisch, wie der Auftrag der Psychiatrie scheitern kann, menschliches Verhalten zu bewerten und zu prognostizieren. Es ist nicht gelungen, dem schwierigen Menschen Mollath unvoreingenommen und vertrauensvoll zu begegnen. Die Konsequenzen für den Betroffenen selbst, aber auch für die Wahrnehmung der Psychiatrie in der Öffentlichkeit sind gravierend. Es ist deshalb an der Zeit, dass nicht nur die Justiz sondern auch die forensische Psychiatrie Lehren aus der Geschichte zieht.
Alle Menschen haben das Recht, in ihren Anliegen ernst genommen zu werden, auch wenn der Eindruck entsteht, sie seien “verrückt” und ihre Wünsche wahnhaft. Sonst geraten psychisch kranke Menschen in gesellschaftliche Isolation.”…" [Zitatende]

Das mag für Laien gut und selbstkritisch klingen, es ist aber bezogen auf den Fall Mollath eine ungeheuerliche Verdrehung aller bekannter Tatsachen, es ist realitätsfern.

Der Fall beginnt nicht mit Fehleinschätzungen der Psychiater, sondern mit Selbstjustiz-Gewaltausbrüchen gegen seine eigene damalige Frau und Denunziationen ausgelöst durch Diebstahl beruflicher Unterlagen der Ehefrau. Der Fall geht weiter mit verbalen Beleidigungen von Juristen als Nazistaatsanwalt und an Stelle von Einlassungen zum Tatvorwurf vor Gericht einer filmreifen Verlesung der Protokolle des Nürnberger Prozesses gegen die Kriegsverbrecher. Man beachte, die Verlesung fand simultan fortlaufend statt gegen die Äußerungen des Vorsitzenden Richters.

Soweit erst einmal die Fakten. Wo bitte soll da eine etwaig moderne Psychiatrie den verwirrten Angeklagten aus seiner Isolation holen, oder soll insinuiert werden, die Psychiatrie habe ihn allererst in dieses Loch gegraben?

Ich bleibe dabei, die Idee, diesen Menschen Mollath umfassend explorieren zu lassen und zwar unter Bedingungen, wo er nicht immer davonlaufen und Termine platzen lassen kann, also eine Disagnoseerstellung in der Forensik, das ist doch unbestritten die beste Maßnahme, die ein Richter sich einfallen lassen kann.

Aber jetzt kommts.

Wenn nunmehr der so in das BKH verlegte Mollath, der ja hochintelligent genau weiß, dass man nun sein Sündenregister genau analysieren wird, also all seine Realitätsverdrehungen auch, der also jegliches Gespräch verweigert - wie soll der exploriert werden, ohne Hinzunahme von Beobachtungen des Personals, weil dies höchstgerichtlich verboten sein soll?

Das ist kein Problem der Psychiatrie, sondern der Justiz.

Ich möchte noch eine Frage stellen: wo landen wir, wenn wir uns nicht mehr darauf verlassen können, dass in unserer Gesellschaft nicht etwa Lynchjustiz, Selbstjustiz regieren, sondern der Rechtsstaat mit seinem Rechtssystem? Damit ignoriere ich doch nicht, dass Fehler andauernd und überall passieren, aber dennoch rechtfertigt das keinen Amoklauf im Auftrag der Gerechtigkeit. Und da sitzt der spezielle Wahn des Mollath. Kann den jetzt jeder sehen? Der Wahn, der ihm einredet, dass er, der Gustl aus Nürnberg all diese Kriminellen mit ihren Taten verfolgt, ans Licht der Öffentlichkeit zerrt, in dem Glauben, dass danach die rechtsstaatlich Justiz die Fälle übernimmt und abstraft. Der Wahn kann das nicht wissen, dass es in unsterem System sehr wohl darauf ankommt, wie Beweise ermittelt worden sind und dass für jeden Verdächtigen Unschuldsvermutung und Schutz der Privatsphäre gelten.

Gerade in diesem sensiblen Bereich der bei uns vom GG geschützt wird, werden im Internet ja sowieso geradezu Verbrechen am Fließband verübt wegen angeblich unpassender Meinungsäußerungen. Es entspricht voll der Tradition der Lynchjustiz, wenn bestimmte angeblich zurecht Verdächtigte gejagt und ermittelt werden. Ganz naiv wird dann berichtet, wie man an den Wohnsitzen mal vorbeispaziert war, Schilder gelesen wurden, was soll daran illegitim sein?

An dieser Stelle dürfen jetzt auch die Psychiater nicht zurückzucken. Oder würden sie all diese Jagden auch "verstehen", wenn sie gegen sie selbst veranstaltet würden?

Es muss klar werden, dass der Mollath verrückt ist, wenn er in Privaträchermanier
Zielobjekte ermittelt und angreift. Und Denunziation seiner eigenen Frau geht gar nicht. Und dann diese Lügen. Im Internet stehtder Clip mit der SWR Sendung Nachtcafe. Tätlichkeiten gegen seine Frau? Ich wollte (musste) sie doch nur schützen!!

Das geht nicht, hier und an vielen anderen Stellen wird ein Realitätsverlust sichtbar, der nicht zu dulden ist. Treten, Würgen, Schlagen kann keine Schutzmaßnahme sein, sondern ist nach unserem Verständnis eine kriminelle Tat.

Will die Psychiatrie jetzt behaupten, dass wir solche Täter nicht in die Isolation treiben dürfen oder ins BKH? Mollath wäre doch gar nicht diese lange Zeit eingesperrt worden, wenn er geredet hätte, ich trau mich schon gar nicht den Ausdruck "kooperieren" zu gebrauchen, obwohl der doch dem Patienten seine Menschenwürde läßt. Jemand wie Mollath, der seine Verteidiger wie die Unterhosen wechselt, kann den Sinn von Kooperation nicht begreifen, er kann Freund und Feind nicht unterscheiden. Ja, er entledigte sich seiner Ehefrau, die ihm das Leben ohne eigenes Einkommen allererst ermöglicht hatte. Ist das nicht irgendwie gestört? Moment, ich höre da ein Lachen - genau, der Wahn lacht sich in Mollaths Kopf ins Fäustchen...


Offline
  Profile Send private message  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 4. Aug 2014, 21:00 
Foreninventar
Foreninventar
User avatar

Joined: 11.2012
Posts: 501
Gender: Male
Weiteres Zitat des Münchner Psychiaters Hauendorf

"Nicht jeder Wahn ist bizarr, mancher klingt sogar beim ersten Hören recht vernünftig. Andererseits können auch bei angeblich psychisch kranken Menschen unwahrscheinlich klingende Behauptungen sich als wahr erweisen. Bei Mollath war dies der Fall."

Was ist hier gemeint? Doch offensichtlich dieser Schwarzgeldwahn, von dem alle Unterstützer reden.

Jedoch hat schon der Obergutachter Kröber damit aufgeräumt. Er sagte, ich gebe wieder aus dem Gedächtnis: "Selbst wenn einmal Belege für diese Schwarzgeldverschiebungen existieren sollten, is das irrelevant für Mollaths Wahnerkrankung. Sein Wahn besteht in der Vorstellung, dass er dazu berufen ist, die weltweit größte Verschiebung entdeckt und aufgeklärt zu haben, und dass er dazu wenn nötig immer wieder diese gewalttätigen Methoden anwenden wird."

Damit haben sich all die Pseudoexpertenblogs auch von Juristen erledigt. Die Unterstützer nehmen fälschlich an, dass die zu vertuschende Schwarzgeldgeschichte wie jetzt auch von Nedopil erwähnt keinen Wahnhintergrund hat. Ja, aber darum geht es gar nicht.


Offline
  Profile Send private message  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 4. Aug 2014, 22:50 
Foreninventar
Foreninventar
User avatar

Joined: 01.2012
Posts: 5539
Gender: Male
Neutral wrote:
Jedoch hat schon der Obergutachter Kröber damit aufgeräumt. Er sagte, ich gebe wieder aus dem Gedächtnis: "Selbst wenn einmal Belege für diese Schwarzgeldverschiebungen existieren sollten, is das irrelevant für Mollaths Wahnerkrankung.


Aha, dass die Wahnvorstellungen sich als Realität erweisen, ist also irrelevant für die Diagnose.

Aus meiner Sicht verdichtet sich da immer stärker der Eindruck, dass der Herr Kröber zu der Sorte von Psychiatern und Psychologen gehört, die in ihrer Person einen Teil des Problems darstellen, dessen Lösung zu sein sie vorgeben.


Offline
  Profile Send private message  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 5. Aug 2014, 01:18 
Foreninventar
Foreninventar
User avatar

Joined: 11.2012
Posts: 501
Gender: Male
Wenn der Wahn nicht Schwarzgeld heißt, sondern Größenwahn, dass Mollath sich aufgerufen fühlt, dagegen zu handeln und Leute wie seine Frau zu verletzen?

Nur das macht ihn doch gefährlich, nicht dass er Schwarzgeld sichtet. Mit seinem Wahn macht er Selbstjustiz. Das kann nicht erlaubt werden.

Ich habe immer noch nicht herausgefunden, warum das so schwierig sein soll zu differenzieren. Meine ganz persönliche Erklärung ist Massenhysterie. Irgendwann hat man mal versucht, den ganzen Komplex zu verstehern, dann kam man auf Schwarzgeld, dann auf diese Verschwörungstheorie, dass all die Verschieber Mollath ja hätten fürchten müssen und so hat Justiz ihn "verräumt". Wenn in der Forensik die Absicht gewesen wäre, ihn zu beseitigen, dann wäre das wohl leicht möglich gewesen. Aber nein, die liessen sich da von ihm beleidigen und provozieren und sind nach ihrem Eid menschlich sauber geblieben.

Warum hier im Forum noch Leute zu ihm halten, ist mir unbegreiflich. Sieht denn niemand diese irre Nummer mit seiner Frau? Denunziert die und würgt und tritt sie... Ich kann die feixenden Unterstützer gar nicht verstehen.

Es ist einfach unlogisch. Das sind angeblich alles Verbrecher und die lassen ihn 7 Jahre lang Terror im Bau machen?

Ich habe noch eine Zusatzerklärung, nachdem ich die Zusammenfassung der SWR Sendung gesehen habe. Der sagt richtig überzeugt, dass er ehrlich ist und seine Frau nur schützt.

Habt doch keine Sorge, in 15 Jahren wird er ohnehin ungefährlich entlassen werden können. Ich würde mit ihm auf dem Gelände des BKH eine Gocartbahn bauen, dann geht die Post da ab. Gustl wartet die Boliden. Hält Vorträge zur Verkehrsordnung und trainiert die Fahrer auf Cart-Führerschein. Wohnen und Verpflegung natürlich alles frei für ihn. Was wie eine Ironie wirkt, meine ich ernst. Sonntags werden die Rennen im Internet übertragen.


Offline
  Profile Send private message  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 10. Aug 2014, 20:07 
Foreninventar
Foreninventar
User avatar

Joined: 11.2012
Posts: 501
Gender: Male
Nächsten Donnerstag wird das Urteil im zweiten Mollathverfahren gesprochen. Hierzu einige Nachbemerkungen zur Hauptthematik.

1) In den Plädoyers hat der Anwalt der Nebenklage erwähnt, dass Mollath lange vor seiner Schwarzgeldphase im Prinzip wahnkrank war. Den ehemaligen BP Herzog informierte Mollath, was er alles besser machen könnte. Den damaligen Papst informierte er über seinen Kirchenaustritt und verlangte vom Papst, ihm seinen Austritt zu bestätigen. Kreisch! Das ist sowas von neben der Spur. Kein Gesunder ist derartig von sich und seiner Bedeutung eingenommen, dass er sich quasi in fantasierter Augenhöhe getraut, Promis Ratschläge zu erteilen.

2) Wie schon mehrfach betont, hat Mollath in einigen Videoclips (TV und Youtube) so quasi beiläufig über seine Ansichten gesprochen, wie z.B. gehandelt werden musste, als die Ehefrau ihm nicht folgen wollte in seinen Ansichten und Ansagen. Jeder Normale würde es vermeiden, solch einen Blödsinn zu reden und offen zuzugeben, dass er doch deshalb hätte handeln müssen. Wobei es dabei dann eben zu den Hangreiflichkeiten hätte kommen müssen. Es ist fast schon lustig, wenn Mollath als 90 kg - Typ sich angeblich gegen seine Frau hätte wehren müssen. Die Frau höchstens 60 kg. Als sie auf dem Boden lag, setzte er sich auch noch auf sie und würgte sie. Kein Wunder, dass es erhebliche Spuren gab durch seine Gewaltanwendung. Wahn ist nicht die Gewalt. Wahn ist nicht, wenn Mollath meinte, Steuern oder gar Schwarzgeld waren nicht ok. Wahn ist, wenn Mollath total besessen davon war, dass er Gewalt erzwungen gegen seine Frau ausüben musste, und dann auch noch, um sie zu schützen. Das ist einfach nur irre, weil wir im Rechtsstaat ja keine Selbstjustiz tolerieren können. Genau diese Besessenheit macht Mollath für andere Menschen so gefährlich. Ich hoffe immer noch, dass das Gericht ihn wieder einweist, damit er minimal therapiert werden kann. Kröber und Leipziger haben diesen Wahn erkannt, aber deren Aussagen bzw. Diagnosen wurden vor Gericht ignoriert.

3) Den Wahn konstruiert ein Kranker wie Mollath, damit er sich als Experte betrachten kann. In diese Sache läßt er sich auf keinen Fall hereinreden. Niemand hat das Recht, gegen seinen Willen, etwas gegen ihn zu machen oder zu sagen. Wie schon erwähnt, habe ich Mollaths Bühnenshow nach wenigen Momenten erkannt. Sowohl in seinen eigenen Videos noch aus dem BKH ("Mir ist was Ungeheuerliches passiert. Ich werde gegen meinen Willen usw. Ich habe nichts, nur noch das, was ich anhabe, man hat mir sogar das Bild meiner Mutter genommen.") als auch im TV und auf Podiumsveranstaltungen.

4) Das Irre (sorry es geht um einen Kranken) bei diesem Lamento ist doch, dass Mollath schon längst in den 7 Jahren entlassen worden wäre, wenn er nur mal vernünftig meit Gutachtern geredet hätte und diese Rollenverteilung akzeptiert hätte, die nun mal in solchen Fällen den Psychiater hören will, ob er es verantworten könnte, den Patienten zu entlassen. Jemand, der auch noch 2013 das Personal im BKH als Nazis und Irrsinnige beleidigte, mit denen er überhaupt nicht reden könnte, der kann einfach nicht entlassen werden. Das sind die Spielregeln. Hätten denn die Richter vom höchsten Verfassungsgericht Mollath die Zehen abgelutscht, wenn er das verlangt hätte, bevor er "kooperiert"? Hätte irgendjemand von den Foristen sich so erniedrigen lassen, um einem Mollath seinen Wahn bzw. Willen zu lassen?

5)Sowohl Patienten in der Forensik wie auch höchste Richter in Karlsruhe müssen lernen, die Konsequenzen ihres Verhaltens, ihrer Entscheidungen, Willenserklärungen, zu analysieren und dementsprechend eventuell korrigieren. Das tut weh, denn wenn die Alternativen jemandem so bewußt wären apriori, dann würde er den Unsinn nicht von sich geben. Es ist immer eine Art Blamage, wenn man Kritikern, denen man sogar recht geben muss, ausgeliefert wird duirch eigene Veröffentlichungen. So ist es mir, wenn ich mal Kritiker sein darf, suspekt wie Richter da ganz oben Maßnahmen im MRV verbieten, die überhaupt erst einen zivilen Umgang zwischen Forensikern und Patienten ermöglichen, als sine qua non. Diese Gesetzesverordnungen haben Mollath diese 7 Jahre gekostet! Es ist eine klassische Zwickmühle, wenn die Hilfe nicht erfolgen kann, weil sie verboten wurde. Geheime Medikamentation ist jedoch auch untersagt. Mollath z.B. ist nicht ein einziges Mal zwangsmedikamentiert worden in all den Jahren. Aber dadurch verfestigte sich auch sein Wahn. Strate hat ja nie eine Doktorarbeit geschrieben, er hat es einfach, er nennt Mollath gesund, aber ein normaler Akademiker mit Doktortitel kann es nicht ignorieren, wenn ein Automechaniker seine Doktorarbeit unter die Lupe nehmen will.
Vielleicht ist Mollath in solch eine Märtyrerrolle gefallen, weil er von diesen Menschen gehört hatte, die nachweisen, dass manche Arbeiten schlicht geklaut sind, so dass er meinte mit seiner generellen Ablehnung oft genug einen Fälscher zu entlarven. Wenn man Jahre genug im BKH lebt ..., ist das statistisch sogar möglich.

6) Für mich ist der absurdeste Fehler in der gesamten WA in Regensburg, dass die Beteiligten die unsinnige Konstruktion der Wirklichkeit eines Justizverfahrens nicht bemerkt haben, die davon lebt, dass eine Korrektur eines früheren Verfahrens beabsichtigt ist, aber nichts mehr real als Prozess sich entwickelt, sondern alles in allen Schritten ein Fake ist, weil das Ergebnis ja schon feststeht.
Meine Hoffnung waren Psychiater, die gewagt hätten zu diagnostizieren, dass Mollath nur über den Umweg BKH eine Chance bekommen könnte, ein neues Leben in Freiheit zu führen. Die Idee von Strate ("Psychokiste bleibt zu") ist Unsinn, weil, wie Nedopil anmerkte, Mollath ja nur von den Experten in der Kiste wieder entlassen werden könnte. Denn jetzt ist er nie mehr frei. Er wird hoffentlich versuchen, sich von seinen Beschützern zu lösen, aber dann geht der Mist mit dem Wahn und den Briefen an alle Welt wieder los. Anstatt in seinem Wunschmetier zu arbeiten, also in einer Werkstatt eines Freundes, wird er in seinem Wahn öffentlich auftreten wollen, um Märchen über die folternde Forensik und Psychiatrie zu verbreiten. Inklusive von beleidigenden Lügen über ganz schlimme Promis, die sich dann aber kräftig juristisch wehren werden. Und schon geht der ganze Mist wieder von vorne los.

7) Der Unterschied zwischen ge-fake-ter und realer Wirklichkeit ist die Steuerung des Verhaltens von aussen beim Fake. Unter Betreuern kann man sich nicht selbstverantwortlich entwickeln. Wenn Unterstützer oder Anwalt die größten Klöpse ausfiltern, dann handelt der Mensch nicht frei, sondern als Clone eines Freien. Dieser Betrug fand auch vor Gericht statt, wenn Strate um eine Pause bat, um Mollath zu instruieren und anschließend Texte vorlesen zu lassen. Der grundsätzliche Irrtum von Strate bestand in dem Glauben, Mollath ist gesund. Weil Strate gar nicht analysiert, wie Mollath (ohne Kontext) redet. Wie er redet, das klingt nicht verrückt. Aber dass ein Automechaniker über Psychiatrie fabuliert, das ist an sich schon verrückt. Wofür studieren denn solche Fachleute jahrelang? Im Gericht funktionierte das nur, weil die Vorsitzende das schlicht alles ignorierte, weil sie den Prozess ohne Eklat über die Bühne bringen wollte. Aber jetzt sind wir also so weit, dass ein Wahnkranker anderen Vorhaltungen machen darf, aber wenn gefragt und herausgefordert, dann darf er sagen, das steht alles in den Akten, dazu sage ich nichts. Das geht doch so nicht, oder sind wir jetzt alle ein wenig gaga? Vielleicht haben wir ja alle unseren kleinen Wahn?
Werden wir jetzt eine Gesellschaft von Unwissenden, die jedoch reklamieren, ihre eigene Wahrheit zu haben, an die niemand von aussen herankommen kann? Also haben wir Verbohrte, die Leitungsfunktionen bekommen können? Wird also Mollath, der sich nichts sagen läßt, jetzt anderen sagen, was sie tun müssen?

8) Ist den Unterstützern, die sich selber als Koryphäen wahrnehmen und so andere öffentliche Funktionsträger pausenlos sezieren sollen, nicht selber etwas unheimlich? Können sie wirklich nicht den Unterschied wahrnehmen, dass im Nachhinein in der Kritik die Dinge immer leichter zu erkennen sind, als wenn man als verantwortlich Handelnder mit der eigenen Erfahrung und Expertise nie völlig fehlerlos handeln kann?? Wollen wirklich all die verantwortungslosen anonymen Mutigen, die Richtern Beleidigungen auf den AB sprechen, wirklich von sich meinen, dass sie die besseren Experten wären, auch ohne absolvierte Studien oder Promotionen, allein aufgrund einer im Einzelfall immer schrecklichen Erfahrung durch Expertenfehler, die ich z.B. wahrlich nie abstreiten wollte. Wir müssten allen solchen Opfern, nicht nur denen vom sexuellen Mißbrauch, Hilfen anbieten, damit sie trotz ihrer Verletzungen ein frohes Leben führen können. Fehler müssen als etwas ganz Normales und leider allzu oft Passierendes gesehen werden und nicht als absolute Katastrophe. Wo Menschen handeln, passieren Fehler.

9) Das Gericht wird hoffentlich mit seinem Urteil eine bahnbrechende Weichenstellung vornehmen, dergestalt, dass für Mollath deutlich wird, dass ihm nur in einer Institution wie einem BKH (nur für kurze Zeit und dann aber ambulant), ein eigenverantwortliches Leben zunächst eingeübt werden soll ohne dass das hiesse, dass er damit bereits abgeurteilt und ausgesondert werden würde. Das Gericht muss für die Fehler der obersten Gerichte die Verantwortung für einen leidenden Menschen übernehmen und ihm klare Ansagen machen, was von ihm erwartet wird, auch weil ein Pychiater wie Nedopil versagt hat, weil er eben keine Handlungsanweisungen gegeben hat.


Offline
  Profile Send private message  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 13. Aug 2014, 11:05 
Foreninventar
Foreninventar
User avatar

Joined: 11.2012
Posts: 501
Gender: Male
Am Tag vor dem Urteil

Ich habe keine Hoffnung mehr, dass das Gericht sich morgen um die wirkliche Gesundheit Mollaths kümmern wird. Der ganze Prozeß war m.E. in den Fragen, die den Wahn und die daraus abzuleitende Gefährlichkeit betreffen, zensiert und also ein Fake. Weder durfte Leipziger zu seinen Diagnosen aussagen, noch Pfäfflin zu den Gründen, die Mollath immerhin weiere 3 Jahre BKH einbrachten. Hätte Strate da etwas Faules finden können, wären die Details pompös ausgebreitet worden, aber so wie die Dinge jetzt stehen, kann die Unterbringung nur als berechtigt angesehen werden. Die ewig von den Unterstützern herumgetragene Beruhigung durch Nedopil (Monstranz: Mollath ist keine Gefahr für uns alle) ist ein Fake, weil auch diesem Gutachter untersagt war, die eigentlichen Gründe für die jahrelange Unterbringung anzusprechen. Wenn man all die Fakten herausschneidet, dann bleibt am Ende Mollath ein kerngesunder Rosenkrieger, der nur mal etwas nervös geworden wäre, verständlich oder? Wo wäre also das Thema überhaupt? War Mollath wirklich in den Kliniken all die Jahre? Wenn nicht, wieso sollte es in Zukunft für "Dr. h.c. jur." Mollath Schwierigkeiten geben? Er hat doch und wird nie Therapien gegen seinen Willen brauchen. Seine Frau ist nicht mehr da. Mit den süßen Unterstützern lebt Mollath in Zukunft und immerdar. :)

P.S. Aber kann es denn sein, dass Leute Mollath gesundbeten wollten und jemanden wie Heidingsfelder als Sündenbock diffamieren??


Offline
  Profile Send private message  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 14. Aug 2014, 01:44 
Foreninventar
Foreninventar
User avatar

Joined: 11.2012
Posts: 501
Gender: Male
Soeben habe ich gesehen, dass in strate.ne auch das Plädoyer des OSTA eingestellt wurde. Wäre der Text vom relevanten Inhalt mir bisher schon bekannt gewesen, so hätte ich keine Moivation gehabt, hier sofort noch einige Anmerkungen zu schreiben. Ich muss sagen, bereits nach dem ersten Teil bis zu dieser Praxisuntersuchung im Jahr 2001 bin ich total erschüttert, wieso bei den hier veröffentlichten Feststellungen des Anklägers überhaupt in den mir bekannten Kommentaren in Blogs und anderen Medien, boch irgendein Zweifel daran bestehen konnte, dass die Anklage eventuell selber Zweifel an der Tat geäußert haben konnte. Die Tatvorwürfe mit dem Würgen am Hals, die lt. dem Gutachter eindeutig lebensgefährlich IMMER seien, sind selbst in der distanzierten Behördensprache grausam. Mollath muss so erregt gewesen sein, dass er seine Frau mit seiner Gewaltanwendung hätte töten können. Das ist für mich total neu gewesen, denn ja, es war die Rede von Würgemalen gewesen, aber diese Dramatik hat niemand der von mir gelesene Kommentar berichtet. Auch laut einet höchst aktiven ehemaligen OSTA nicht, die immer den Eindruck gemacht hat, auch kleinste Details zu kennen. Mir ist zudem total rätselhaft, wieso der RA Strate, der wiederholt auch im Blog aufgetaucht ist, auf die Tötungsangriffe gar nicht eingegangen war. Es war immer die Rede gewesen von einer im Detail nicht nachweisbaren Handgreiflichkeit des Mollath, die dieser sogar als reine Abwehr von Gewalt geschildert hat, die von seiner Frau ausgegangen war. Es stellt sich für mich jetzt so dar, dass auch der RA die Massenhysterie bei den sog. Unterstützern mit verharmlosender Darstellung motiviert hat. Kurz gesagt, ich kann mir nach dieser Lektüre (1. Teil) gar nicht mehr vorstellen, dass das Gericht Mollath harmlos definieren wird. Wie das Urteil lauten wird, kann ich jedoch mangels jurist. Kenntnisse nicht ahnen. Ich persönlich fühle mich jetzt sogar noch stärker darin bestärkt, dass eine Therapie in einer Forensik regelrecht für Mollath angeordnet wird. Ich sehe noch einen Hinweis darin, warum das unbedingt bei Mollath zu fordern ist, dass Mollath selbst ja unkontrolliert und unerkennbar von aussen einen Groll mit aggressiven Vorstellungen in Konfliktsituation hegt, die je nach Kräfteverhältnis zu Gewaltausbrüchen führen müsste. Besonders auch, weil Mollath geschickt jegliche Schuld von sich auf andere abwälzt. Hier ist m.E. wieder an die Beurteilung von Kröber zu denken. Wahn mit schizophrenen Anteilen. Ohne dass man hierüber genasuer informiert wird, kann m.E. ein selbstbestimmtes Lebenbei Mollath nicht verantwortet werden. M.E. hat RA Strate ein hartes aber berechtigtes Urteil über seinen Mandanten gesprochen. Mollath kann nicht zwischen Freund und Feind unterscheiden. Kurzum, Angriffe gegen Freunde, die Mollath plötzlich als Feinde sieht, sind unvorhersehbar möglich. Auch das spräche für eine weitere Kuranordnung in der Forensik, um die von Mollath geschickt verdeckten Aggressionen kontrollierbar zu machen.

In weiten Teilen zeigen sich Lücken in dem Dokument bei Strate. Ich beende deswegen meinen Kommentar. Auch die zwei bisher fehlenden HV Tage fehlen in Strates Dokumentation!


Offline
  Profile Send private message  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 14. Aug 2014, 09:20 
Forum Admin
Forum Admin
User avatar

Joined: 03.2012
Posts: 6682
Location: NRW
Gender: Female
sorry Neutral aber ich komme grade nicht mit bei deinen schreiben. Entweder zu früh für mich oder es hängt an dir ;)

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/g ... 85731.html

Prozess in Regensburg: Freispruch für Gustl Mollath

Quote:
Im Fall Gustl Mollath ist das Urteil gefallen: Das Landgericht Regensburg hat den 57-Jährigen im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen - obwohl es ihn wegen Körperverletzung für schuldig hält. Er muss nicht wieder in die Psychiatrie.


Ach was? na dem er seine Damalige Frau Angezeigt hat hat sie ihm das untergejubelt weil sie sonst nix in der Hand hatte.

Quote:
Regensburg - Fast ein Jahr nach seiner Entlassung aus der Psychiatrie ist Gustl Mollath vom Landgericht Regensburg in der Neuauflage seines Prozesses freigesprochen worden. Das Gericht sah es zwar als erwiesen an, dass Mollath seine damalige Frau im Jahr 2001 körperlich schwer misshandelt hat. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass er zur Tatzeit aus psychischen Gründen schuldunfähig gewesen sei, weshalb er nach dem Grundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten" bei diesem Tatvorwurf freizusprechen sei..


nie und nimmer. Die Tante wollte nur dass man ihn für verrückt erklärt und ihren Müll was sie gemacht hat nicht dahinter kommt. Dass sie und die "So genannten Zeugen" nicht anders reden konnten und mussten auf ihrem Standpunkt bleiben. Wieder so ein Urteil wo man nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Man will da einen Menschen einsperren kann man aber nicht, weil wirkliche Beweise Fehlen. Also macht man das halt so. Einfach nur noch zum Ko. Und Natürlich aus RA Sicht ist bestimmt alles in Ordnung wie das Gericht entschieden hatte. Dass Mollath einen an der Klatsche hat ist klar aber das Heißt noch lange nicht das er seine ex geschlagen hat. Ich denke, wenn das wirklich so viele wussten warum haben die dann nicht vorher was gesagt? das stinkt zum Himmel!



_________________
so sieht es aus!
Image
Offline
  Profile Send private message  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 14. Aug 2014, 19:15 
Foreninventar
Foreninventar
User avatar

Joined: 11.2012
Posts: 501
Gender: Male
Hallo schlau, wir zwei beide brauchen doch gar nichts diskutieren. Ich habe einen guten Sparringspartner gefunden in Gestalt eines Strafrechtsprofessors aus Regensburg. Hier ist sein Kommentar nachzulesen:

http://blog.beck.de/2014/08/14/salomoni ... tl-mollath

Wir werden ja in Zukunft beobachten können, wie ein angeblich nur leicht-gestörter Mollath mit den Wirklichkeiten des realen Lebens umzugehen vermag. Ich halte die fehlende Therapieeinweisung für einen schrecklichen Fehler. Ohne Therapie und Kontrolle durch pSychiater wird Mollath neue schwere Gewalttaten begehen, wenn jemand es wagen sollte, ihm zu widersprechen Gerade wenn jemand eigentlich sein Freund sein sollte.

Man verweigert also die einzige Hilfe für Mollath, die es momentan gibt. Dieser Schwarzgeldfimmel hat sich ja nicht in Luft aufgelöst und deshalb wird Mollath da weitermachen, wo er im Prozeß aufhören mußte.

Gegen den Prof. Müller behaupte ich, dass das Urteil den Taten nicht gerecht wird. Mollath hat mit seinem Würgen den Tod seiner Frau riskiert. Fortsetzung folgt. Die aus Sicht der Unterstützer evidente Normalität von Mollath ist künstlich hergestellt und in Wahrheit gar nicht vorhanden. Dass Mollath ohne Hemmungen in der Öffentlichkeit rednerisch auftritt, bedeutet nicht, dass er nicht schwer gestört ist. Er hat ja eine Botschaft (die Säuberung krimineller Steuerhinterziehungsdelikte, von ihm Schwarzgeld genannt), aber werder ist Schwarzgeld in seinem Fall nachgewiesen worden, noch ist Mollath befugt,als Ungezieferreinigungsfeuerwehr aufzutreten. Andererseits sehe ich keine vernünftige Betätigungsmöglichkeit für ihn. In seiner Logik wird er also alles versuchen, um den "falschen Ton des Gerichtsurteils" zu widerlegen. indem er bei allen möglichen Promis Schwarzgeld nachweisen will. Denn wenn er was findet, kann er ja nicht gestört sein, so denkt er. Wenn er sich im Ton bei früheren Politikern vergreifen sollte, wird ihm mit EV schnell erwidert werden. Justiz ist ja auch ein Machtmittel, während Psychiatrie doch dafür steht, betroffenen Individuen eine Normalisierung zu ermöglichen. Mollaths größter Nachteil wird darin bestehen, dass sich nach dem jahrelangen Drama mit seinen Verteufelungen der Mediziner, kein Experte finden lassen wird, der erstens unendlich viel Zeit opfern will und bei seiner fehlenden Loyalität am Ende jeweils wie der Urheber der Mollathschen Defekte dumm dazustehen hat.

Juristen wie Müller sehen nicht, dass ein Teil der Krankheit bei Mollath sich unschwer erkennen läßt, dass er keine Hilfe zulassen kann. Er bräuchte nicht stundenlang an einem Tag, nicht tagelange Hilfe im Monat, sondern jahrtelange Therapiegespräche, die er in den 7 Jahren im Haus hätte haben können. Die Zeit wäre da gewesen. Aber jetzt weiß auch jeder Mediziner, wie dreckig er über sie denkt. Wer sollte seine Zeit für jemanden opfern, der ja angeblich gesund sein soll und alle Experten verachtet? Es bleibt zu hoffen, dass er niemals erkennen wird, wie lange seine von ihm gequälte Frau zu ihm gehalten hat. Es kann für ihn dann nämlich nur eine Bilanz geben...


Offline
  Profile Send private message  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 1. Sep 2014, 16:03 
Foreninventar
Foreninventar
User avatar

Joined: 01.2012
Posts: 5539
Gender: Male
Das ist die Kehrseite der richterlichen Unabhängigkeit. Die beauftragen wissentlich als unzuverlässig bekannte Gutachter und stehen über jeder Kritik. Da nimmt es wirklich nicht Wunder, dass es zu solchen Fehlern wie im Fall Mollath kommt ... :evil:

Quote:
Schwere Vorwürfe gegen Gerichtspsychiater

Gutachter lässt sich mit Sex bezahlen

Ein Gerichtspsychiater soll eine suchtkranke Staatsanwältin jahrelang mit Psychopharmaka versorgt haben. Als Gegenleistung soll er intime Treffen verlangt haben. Nun wurde nach SZ-Informationen Anklage gegen ihn erhoben.

(...)

Zuvor hatte er als Gefängnispsychiater im Staatsdienst Karriere gemacht - und schon als junger Medizinaloberrat bundesweit für Aufsehen gesorgt.

(...)

Die Delegationsmitglieder hatten sich über den "schlimmen Ruf" der Psychiatrie in Straubing erstaunt gezeigt. Thomas S. meinte dazu nur, er begrüße diesen Ruf sogar, dieser würde seine Arbeit erleichtern.

Zum 1. Juni 1991 wurde er in die JVA Stadelheim strafversetzt. Doch auch dort musste er gehen: Das Verwaltungsgericht entschied im Jahr 2000, dass er seine Arbeitszeit in der JVA zu gut der Hälfte für nicht genehmigte Gutachter-Tätigkeiten genutzt und damit doppelt kassiert hatte.

(...)

Seither arbeitet Thomas S. als freiberuflicher Sachverständiger an verschiedenen Gerichten. Selbst als die Vorwürfe im Zusammenhang mit der Staatsanwältin gegen ihn aufkamen, erhielt der Psychiater auch von Münchner Gerichten noch etliche Gutachteraufträge. Er untersuchte Angeklagte beispielsweise auf ihre Schuldfähigkeit oder Gefährlichkeit. Anders als die Gerichte setzte die Münchner Staatsanwaltschaft Thomas S. auf eine Rote Liste. Laut einer internen Anweisung dürfen an ihn keine Aufträge seitens der Behörde mehr vergegeben werden.

(...)


http://www.sueddeutsche.de/muenchen/schwere-vorwuerfe-gegen-gerichtspsychiater-gutachter-laesst-sich-mit-sex-bezahlen-1.2031052


Offline
  Profile Send private message  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 22. Sep 2014, 18:36 
Foreninventar
Foreninventar
User avatar

Joined: 11.2012
Posts: 501
Gender: Male
GG146 wrote:
Das ist die Kehrseite der richterlichen Unabhängigkeit. Die beauftragen wissentlich als unzuverlässig bekannte Gutachter und stehen über jeder Kritik. Da nimmt es wirklich nicht Wunder, dass es zu solchen Fehlern wie im Fall Mollath kommt ... :evil:


Ich sehe eine andere Kehrseite aufscheinen. Bloggen halte ich für sinnvoll und wertvoll. Man wird als Leser auf Gedanken gestossen, die oft über die Verlautbarungen der Massenmedien hinausgehen. Aber nicht jede Querverbindung oder jede Unterstellung hat eine nachweisbare Substanz. Es hat eben nicht alles mit jedem zu tun. Was hat das mit Mollath zu tun, wenn ein Gynäkologe beispielsweise Nacktaufnahmen von Patientinnen anfertigt? Selbst wenn Verfahren laufen, bedeutet das noch nicht das Vorliegen rechtskräftiger Urteile. Selbst wenn solche Urteile dann existieren, welche Relevanz hätte das für Fälle wie Mollath? Natürlich kann man darüber interessante Überlegungen anstellen, aber interessant wofür? Ich finde, auch in Blogs und Foren sollte zumindestens berücksichtigt werden, ob man selber für sich nichts besonders Schädliches darin sehen würde, wenn man der Betroffene wäre.

Mollath ist insgesamt ein exemplarischer Fall von Spekulationen, Unterstellungen, heißer Luft, die in unserem Rechtssystem Zivilklagen bewirken, die Unsummen kosten - mit Ausnahme, die Aktivisten sind nicht ganz zurechnungsfähig.

Mollath hatte seiner Frau Datenmaterial "entwendet" und damit den "weltgrößten" Steuerskandal behaupten wollen. Dass sie den Job verlor, juckte ihn nicht, obwohl er von ihrem Geld lebte. Das ist so widersinnig und damit begann der Justizfall. Nur weil Mollath in Nürnberg vor Gericht landete, ist es trotzdem nicht normal, dass er die gesamte Justiz und ihr Personal, einschließlich des Richters in seinem Verfahren als Nazis denunzierte und aus den Gerichtsakten der Nürnberger Prozesse rezitierte. Wo ist die Logik? Sah er sich etwa als Nachfolger der Naziverbrecher? Wo ist die Logik? Oder war die Vermutung doch richtig, die Mollath als "Spinner" definierte?

Selbstverständlich ist es für Banker, Geschäftsleute oder Prominente nicht gerade angenehm, auch nur verdachtsmäßig mit Steuerhinterziehung gesehen zu werden. Dieser Satz hat aber einen entscheidenden Haken. So denken "normale" Steuerzahler, denen die Steuern automatisch abgezogen werden. Großunternehmer jedoch (s. Fall Hoeness) jonglieren und investieren Millionensummen in das eigene Unternehmen, von dem Hunderte und Tausende mit ihrem Arbeitsplatz abhängig sind. Wenn ein Betrieb schließen muß, mit Massenentlassungen, dann erschrecken sich Bürger und Politiker, ist es also wirklich so verwunderlich, wenn wildgewordene Steuerfahnder (wie diese berühmten Jäger aus Hessen) an die Kette gelegt oder sogar zum Psychiater geschickt werden, weil der "Staat" einen finanziellen Vorteil für das Gemeinwohl sieht, wenn eine Weile nicht gejagt wird?

Sorry, aber Mollath in seiner "Fixierung" oder theoretische Forscher im Internet in ihrer Freizeit müssen geradezu Verdächtigungen und Verschwörungen anstellen, sonst würde ja die ganze Spannung fehlen. (Weber um 1950 Das Gerücht)

Image


Offline
  Profile Send private message  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 27. Oct 2014, 20:51 
Foreninventar
Foreninventar
User avatar

Joined: 11.2012
Posts: 501
Gender: Male
Hier ist ein Einblick in die Forensik, wie sie 2014 in Ansbach bei Nürnberg praktiziert wird. Es geht dabei sogar immer noch um den Fall Mollath, auf den sich ein Patient vorwurfsvoll beruft. Lest selbst, wie der Direktor sich geradezu dankbar über Gustl Mollath äußert. Der Zeitungsartikel beleuchtet leider nicht, wie in der Praxis "modern" mit der aus 2012 stammenden Rechtssprechung des BGH umgegangen wird. Es wird zwar betont, dass es keine Zwangsmedikamentation geben könne, weiter wird die Gefahr beim Betroffenen wahrgenommen, wenn dieser "draußen" seine Medikamente nicht regelmäßig nehmen würde, aber es bleibt offen, wer denn nun ohne eine gewisse Sicherheit aus der Forensik entlassen wird. Es klingt brutal, aber man sollte den Bundesrichtern mal eine Forensik vor die Nase setzen, damit die Richter sich in ihrem Alltagsleben mit möglichen Wohngruppen der untherapierten Entlassenen etwas intensiver auseinanderzusetzen hätten. Ich vermute, dass die feinen Herrschaften ihre Meinung schnell ändern würden. Es ist hinlänglich bekannt, dass in der Realität die Beschlüsse vom Grünen Schreibtisch nicht das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt wurden. Niemand will in seiner Nachbarschaft Kindergärten, Behinderte, Ausländer, Flüchtlinge oder Therapieeinrichtungen haben. - Ich bleibe bei meiner Abneigung gegen Mollath und finde seine Beleidigungen, Lügen und Verleumdungen gegen Politiker, Bürokraten, Mediziner und die eigene Ehefrau überhaupt nicht harmlos und erst recht nicht hilfreich.

Hier ist der Link: http://www.nordbayern.de/nuernberger-na ... 1.3972956a


Offline
  Profile Send private message  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 26. Mar 2015, 16:04 
Neuling
Neuling

Joined: 03.2015
Posts: 9
Gender: None specified
Nun ist der doch "gemeingefährliche" Herr Mollath ja mittlerweile freigesprochen worden, der ja wirkliche Hilfe braucht, weil er viel zu ruhig ist für einen, der so lange zu Unrecht eingesperrt war aber auch gemeingefährlich usw. usw.

Die Psychiatrisierung erfolgte zu Unrecht und er ist zu Unrecht strafrechtlich verfolgt worden.

Zu jeder Zeit sitzen in Deutschland etwa 4000 Menschen unschuldig im Gefängnis ( http://blog.justizfreund.de/?page_id=4745 ) und die Anzahl derjenigen, die zu Unrecht im Massregelvollzug sitzen ist völlig unbekannt.

Etwa 50% aller psychologischen Gutachten sind falsch.

Postbote Dr. Dr. Gert Postel über seine Psychiatrie-Erfahrung als Oberarzt, Obergutachter und Facharztprüfer: “Auch eine dressierte Ziege kann Psychiatrie ausüben”
http://blog.justizfreund.de/?p=1479

Die Justiz ist spätestens in der Praxis eine ähnliche Pseudowissenschaft und was das Ansehen der Person betrifft eine noch viel grössere:
http://blog.justizfreund.de/?cat=17

In Bayern soll es übrigens besonders schlimm sein:

Erwin Tochtermann: “Die Leichen im Keller der bayerischen Justiz” Bayerischer Informationsdienst Verlag, (1983)
Erwin Tochtermann (1930) hat ein Vierteljahrhundert gesessen – seit 1960 für die Süddeutsche Zeitung in bayerischen Gerichtssälen. Seinem Manuskript gab der Autor den Arbeitstitel:
Die Verbrechen der bayerischen Strafjustiz. Unter diese Verbrechen zählt er die Fälle, in denen „Gerechtigkeit nur geübt“ wurde.
Und der Gerichtsreporter weiß: Wer üben muß, der kann nicht.
Diesen „Nichtkönnern“ der bayerischen Strafjustiz ist das vorliegende Buch gewidmet.

“Ich bin in meiner Berufstätigkeit als Richter mit der Organisierten Kriminalität kollidiert, die es in der Justiz gibt”. Richter Rudolf Heinrich a.D., 2010
Ich kenne aus der Schulzeit, dem Studium und der Berufstätigkeit eine Reihe von Menschen, die Juristen sind und die in verschiedenen Bereichen der Verwaltung und Gerichtsbarkeit in Bayern tätig sind bzw. waren. Von diesen Kollegen erhalte ich über meine aktive Dienstzeit hinaus Informationen über die im Staatsapparat im Freistaat Bayern vorhandene Organisierte Kriminalität.
http://blog.justizfreund.de/?page_id=74

Meinen bisherigen Erfahrungen zufolge scheint es in ganz Deutschland in der Justiz schlimm zuzugehen aber aufgrund von eigenen Erfahrungen mit einer vollständig fachlich unfähigen Justiz in Bayern, die auch noch besonders rabiat vorgeht, kann ich mir das sehr gut vorstellen.

Es gibt noch viiiel mehr Beispiele von der Drogenverteilung in Gefängnissen angefangen über die Polizei bis ins Landesjustizministerium:

Polizeiskandal ungeheuerlichen Ausmasses in Kempten (Rückzugsraum für Mafiaangehörige)? Drogenfund beim Leiter der Drogenfahndung, 24.02.2014
http://blog.justizfreund.de/?p=5453

Untragbarer Münchner Polizeipräsident Schmidbauer als Jurist in Korpsgeist als hervorragend bewährter Spitzenbeamter zum Landespolizeipräsidenten erhoben, 11.06.2013
http://blog.justizkacke.de/?p=5258

Dienststrafrecht, Entzündung im Zwischenhirn eines ehemaligen bayrischen Nazi-Richters, 06.01.1954

Gestapo Mitarbeiter Oswald Gundelach von den Alleierten als Mörder zum Tode verurteilt, dann vom Freistaat Bayern Dank und Annerkennung für 40 Jahre Dienst auch für die Gestapo

Der Apparat, den der Staat aufbietet, Wahrheit und Gerechtigkeit vor Gericht zu garantieren, erscheint ein weiteres Mal als Monstrum, Der Spiegel 9/2014, 24.02.2014

Viele fragwürdige Urteile in Bayern mit Fehlern als Methode, BGH als “Olli-Kahn-Senat” verspottet, Nähe von Richtern und Staatsanwälten zu gross, 16.12.2013

Bayerns Politiker interessieren sich nicht für den desolaten Zustand und die eklatanten Misstände in der Justiz, 30.09.2013

Fall Gill: Erschreckende typische Zustände in der deutschen Justiz auch mit fehlerhaften schlampigen Gutachten, Staatsanwältin in Bayern will Rache wegen wahrheitsgemässer Aussage zu Gunsten des unschuldig Verurteilten, 29.11.2014
http://blog.justizfreund.de/?p=6179

Und schon gar nicht zu vergessen die Horrormärchenstunde im Fall Rupp.

Trotz überraschenden Leichenfunds: LG Landshut lehnt Wiederaufnahme in der Horrorfilm-Märchenstunde Neuburger Totschlagsfall ab, BGH versagte ehemals bereits die Revision, 19.11.2009
http://blog.justizfreund.de/?p=772

Im Fall Harry Wörtz war es im übrigen so, dass die objektivste Behörde der Welt (die Staatsanwaltschaft über sich selbst), entlastendes Material unter Verschluss gehalten hat.

Wenn der Staatsanwalt kommt – Litigation-PR im Strafprozess, Objektive Staatsanwaltschaft ist der Wirklichkeit Hohn, 01/2015
http://blog.justizfreund.de/?p=6657
usw.

Es kommt auch häufiger vor, dass die Staatsanwaltschaft weiss, dass man nicht der Täter ist oder es eine Tat für die man im Gefängnis sitzt gar nicht gegeben hat aber sonst weiss es keiner.
Das war zB. im Fall Becker und Witte so.
https://www.youtube.com/watch?feature=p ... Kl0kNXef-4

Aber auch das ist in der Justiz nicht zu beanstanden.
Einmal aus dem Grund, dass man nur ein rechtsgültiges Urteil weiter vollstreckt oder:

Wilfried Krames, Bayrisches Justizministerium: "Unschuldig in Haft sitzen Menschen bei denen zB. hinterher in einem Wideraufnahmeverfahren festgestellt wird, dass Diese in Wirklichkeit unschuldig waren und die Anzahl dieser Fälle ist verschwindend gering". Das Erste Panorama 23.08.2012

Solange wie auf dem Papier steht das man schuldig ist, ist man auch schuldig.

usw. usw.


Lustige Stilblüten (da könnten sich viele justizgeschädigte Bürger verspottet fühlen und das sollen diese sicherlich auch):

Prof. Dr. Bausback: „Die Justiz ist für die Menschen da. Sicherheit und Gerechtigkeit sind unser Anliegen.“

Über die Aufgaben, Zuständigkeiten und Dienstleistungen sowohl des Oberlandesgerichts als auch der Gerichte des hiesigen Bezirkes soll diese Homepage informieren und somit zu dem angestrebten Ziel einer bürgerfreundlichen und bürgernahen Justiz beitragen.
https://www.justiz.bayern.de/gericht/olg/ba

Bezügl. der bürgerunfreundlichen und bürgerschädigenden Justiz ist man dem angestrebten Ziel aber noch keinen Schritt weitergekommen. Was auch nicht verwundert, denn bisher war kein örtlicher Richter oder das Landesjustizministerium in der Lage mir auch nur eine Massnahme zu nennen, die man diesbezüglich durchgeführt hat, durchführt, durchführen wird oder die geplant ist.


Und wer jetzt glaubt, dass sich auch nur das geringste ändern wird, wegen dem Fall Mollath....

Er ist aus den Medien verschwunden und damit verschwindet auch der Fall, so wie alle anderen Fälle auch, die gerade in der Justiz niemanden interessieren und gerade auch die Landesjustizminister (keine Skrupel, kein Gewissen) nicht und es wird wieder zur stetigen Normalität übergegangen:

Fall Maquardt: Forensiker Mark Benecke fordert Glaubhaftigkeitsgutachten, Justiz geht über Leichen um keine Fehler zugeben zu müssen
http://blog.justizfreund.de/?p=2614


...Schade, daß immer erst die Pensionierung den Umschwung bringt, der Rechtspflege wäre zutiefst gedient, wenn diese Mißstände schon füher offenbart, ausgetragen und vor allem beseitigt werden könnten, bevor so mancher Bürger mit Hilfe der Justiz von allem ‘befreit’ wird, was ein normales Leben ausmacht....
In einem Leserbrief in DER SPIEGEL, 25/1981 hatte er schon geschrieben: «Der Verfassungsrichter Hirsch irrt: Selbst in der nur mild konservativen Stuttgarter Justiz teilt die sogenannte schweigende Mehrheit die Meinung des Richterbundes (gelegentlich -- ganz und gar unberechtigt -- "Beförderungsverein auf Gegenseitigkeit" genannt), denn die Mehrheit ist Mitglied dieses Vereins, der sich als Über-Ich S.12 der Justiz und als Oberaufpasser gegenüber Justizkritikern geriert.
Daß Herr Hirsch bei Justizoberen besonders aneckt, kann nicht verwundern; jene sind auch das Produkt einer Verhaltensweise-Auslese: Wer das System kritisiert, kommt aus Tradition nicht nach oben.
Nicht gefolgt werden kann Herrn Hirsch, wenn er vorgibt, das synchrone Walten und Schalten der fünf Nürnberger Richter sei ihm ein Geheimnis. Herr Hirsch kennt die Gründe. Ich stelle fest, daß nicht einmal ein Verfassungsrichter gewisse Dinge beim Namen nennen will. Was bemäkelt er aber dann das Schweigen der "kleineren" Richter? Er sagt doch selbst, daß in der Justiz kritische Meinungsäußerungen mit Sanktionen geahndet werden.
Im übrigen liegt er gleichermaßen außerhalb des Justiz-Komments wie mit seinen Ansichten richtig. Doch es bringt nichts. Die Justiz ist nicht bewegbar!

Und somit ist auch der Fall Mollath ist nichts weiter als eine Beleidigung, die in der geschädigten Person selbst liegt:

Günter Oettinger (CDU) und Ulrich Goll (FDP) : In der Justiz gibt es keine Missstände und die "grob ehrenrührigen Behauptungen und Werturteile" von Richer Frank Fasel entbehren jeglicher Grundlage, Stuttgarter Zeitung 30.10.2008


Das schöne ist aber jeder kann heute zum Opfer einer solchen Justiz werden, wie Rolf Bossi schon sagte.
Selbst die grössten Opportunisten werden ausgelost, seltener aber konsequent. Was noch geheimer zu halten ist, denn man könnte ja sonst Opportunisten abhalten solche zu sein.

Beeindruckend ist auch wieviele Opportunistenfreunde der Justizminister in Bayern auf facebook hat. Er geht als Jeck feiern und tut es allen Kund sozusagen in der Zeit wo justizgeschädigte Menschen zB. tot an Zellengittern hängen, unschuldig inhaftiert sind, unschuldig in der Psychiatrie sitzen, unschuldig von allem befreit werden was ein Lebenswertes Leben ausmacht und das interessiert ihn auch gar nicht, er präsentiert sich feiernd in der Freude seines Lebens.

Von Gerhard Strate gibt es nun auch ein Buch über den Fall Mollath:
http://www.lto.de/recht/feuilleton/f/ju ... tl-mollath

Im Fall Rupp in Bayern:
...Ein Schrotthändler hatte ausgesagt, ein Vernehmungsbeamter der Kriminalpolizei Ingolstadt habe ihm die Dienstpistole an den Kopf gehalten und dadurch erzwingen wollen, dass er ein Vernehmungsprotokoll unterschreibt. Daraufhin landete nicht etwa der Polizeibeamte auf der Anklagebank, sondern der Schrotthändler wegen Falschaussage. In erster Instanz wurde der Mann freigesprochen, was die Staatsanwaltschaft Ingolstadt veranlasste, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.
...Eine Polizeibeamtin sagte aus, sie habe dem Schrotthändler einen extra harten Stuhl hingestellt, damit er während der langen Vernehmung unbequem sitze. Ihr Kollege, der angeblich die Pistole gezogen hatte, weigerte sich anzugeben, mit wem er seine dienstliche Stellungnahme abgesprochen hatte. Schließlich ließ der damals zuständige Staatsanwalt den Beschuldigten lediglich als Zeugen vernehmen, um ihm dadurch seine Rechte als Beschuldigter vorzuenthalten – eine überaus häufig anzutreffende Methode. Da passt die grobe sprachliche Entgleisung im Plädoyer der Staatsanwaltschaft perfekt ins Bild, in der der Angeklagte wörtlich als „Abschaum der Gesellschaft“ bezeichnet und eine Strafe von 20 Monaten ohne Bewährung gefordert wurde.
http://blog.justizfreund.de/?p=4387

Und ich wette, wenn man Herrn Bausback fragt, dann hat die Staatsanwaltschaft vollkommen korrekt gehandelt.
Sagen wird er in der Öffentlichkeit vielleicht etwas anderes und sich sogar gegenteilig beweihräuchern als Bürgerfreund aber intern wird es so praktiziert und der Staatsanwalt evtl. noch gelobt.


Offline
  Profile Send private message  
 
Display posts from previous:  Sort by  
 Page 30 of 31 [ 605 posts ] Go to page  Previous  1 ... 27, 28, 29, 30, 31  Next

All times are UTC + 1 hour


You cannot post new topics in this forum
You cannot reply to topics in this forum
You cannot edit your posts in this forum
You cannot delete your posts in this forum
You cannot post attachments in this forum

Jump to:  
Beteilige Dich mit einer Spende

cron