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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 4. Aug 2013, 19:07 
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@Neutral

Lobelie ist ein längst ausgelutschtes Thema. Zumindest für mich. Während die Elsen der einäugigen Königin unter den Blinden noch an den Lippen gehangen sind, hatten die GaGas sofort von ihren Beiträgen die Nase voll. Aus unserer Sicht hat sie alle geblendet. Demo konnte ihre Beiträge dann für die anderen sehr anschaulich, wenn auch manchmal etwas zu derb, kommentieren & analysieren.
Auch nach deinen immer häufiger werdenden Kritiken ist ja dann peu a peu der übrige Rest schließlich auch noch auf den Trichter gekommen.
Wir wissen doch, dass du auf ihre Person bezogen ein untrügliches Gefühl und in vielem Recht hattest, aber wer von uns liest sie denn heute noch? Ich nicht. Schnee von gestern.
Quote:
Neutral: Wir hier in den Internetforen vertreten unsere eigenen Meinungen, das alleine ist der Sinn. Private Meinungen müssen nicht schlüssig oder fundiert dargelegt werden. Das wichtigste ist das individuelle unserer persönlichen Sichtweisen. Wer dazu den Mut hat, der ist hier zuhause. Niemand muss sich beweisen, es reicht, man hat überhaupt eine Meinung.
(...)
Ich möchte noch einmal davor warnen, dass wir unsere je eigenen persönlichen Meinungen versuchen über die von anderen stellen, denn das geht nicht, aber viele mißverstehen das Internet als Beleidigungsboxbude.

Stimmt, das muss nicht sein und ich denke, da spielen noch einige alte Animositäten eine Rolle, weil du CSD immer so beleidigt hast. Umgekehrt wirst du das bei der einen oder anderen Person ja wohl ebenso empfinden??
Du magst ja bei einigen richtig liegen, aber deinen Helden Kachelmann schätzt du ganz gewiss falsch ein...und die eine oder andere Person, die hier schreibt, auch.

Je nachtragender ein Mensch ist, umso schwieriger macht er es dann natürlich seinem Gegenüber.

Ich bin auch nicht immer mit deinen Kachelbeiträgen einverstanden gewesen, war manchesmal sogar entsetzt, aber ich bemühe mich dann wenigstens nicht alle Beiträge nur vom Nick, der davorsteht, abhängig zu machen und die Inhalte zu übersehen.
Es sei denn, es ist nur Stuss.
Und das ist bei dir nicht der Fall.



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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 4. Aug 2013, 22:24 
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Ali, ich dachte, wir wären uns darin einig, dass wir für Kachelmann sind, nicht weil wir den mögen, sondern wissen, dass er unschuldig i.S. der Anklage ist und deshalb freizusprechen war. Damit hängt aber zusammen, dass CSD noch einen Preis zu zahlen hat, ich weiß, dass du das anders siehst. Übrigens Wolff sollte man einfach deshalb lesen, um Neues mitzubekommen über den Shitstorm, den ich für faschistoid halte. Das ist nicht demokratisch oder basisdemokratisch. Das ist mehr Selbst- und Lynchjustiz.

Ich würde mir wünschen, dass mit der NSA diejenigen entdeckt werden können, die nicht ihre persönliche Meinung zu Mollath schreiben wollten, sondern die eigentlich nur einen Krieg gewinnen wollten und Wolff als Parteisoldaten beigestanden haben. All die müssten entweder Geldstrafen oder mehr bekommen, weil wir diese Demokratie vor diesen Shitstorms schützen sollten. Es kann nicht sein, dass Blogger Richter und Experten hier einem Lynching aussetzen, nur weil die einfach ihrer Arbeit nachgehen, aber nicht so, wie der Mob es wollte. Ich sehe die Gefahr einer rechtsradikalen Bewegung, die über das Internet Entscheidungsträger manipulieren und diffamieren will. Später dann töten. Wie wir das ja alles hatten, auch damals ging eine Demokratie (?) kaputt.

Ich will fair sein und sagen, dass ich mich wundere, dass Wolff auch mal auf die Bremse tritt, wie im Fall der Doktorarbeit des Psychiaters.

Der NSU-Fall ist viel wichtiger als Mollath. Gute Nacht.


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 5. Aug 2013, 14:35 
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Ali, ich dachte, wir wären uns darin einig, dass wir für Kachelmann sind, nicht weil wir den mögen, sondern wissen, dass er unschuldig i.S. der Anklage ist und deshalb freizusprechen war. Damit hängt aber zusammen, dass CSD noch einen Preis zu zahlen hat, ich weiß, dass du das anders siehst.


Noch einmal deutsch und deutlich: Wer ernsthaft dafür eintritt, nach einem Freispruch "in dubio pro reo" Zeugen einschließlich der möglichen Opfer unter irgendeine Art von rechtlichem Verfolgungsdruck zu setzen, steht entweder nicht auf dem Boden irgendeiner denkbaren rechtsstaatlichen Ordnung oder er will seine Gesprächspartner verarschen.

In beiden Fällen müssen die Betreiber eines Forums darüber nachdenken, so einen Auftritt endgültig zu beenden.


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 5. Aug 2013, 17:15 
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GG146 wrote:
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Ali, ich dachte, wir wären uns darin einig, dass wir für Kachelmann sind, nicht weil wir den mögen, sondern wissen, dass er unschuldig i.S. der Anklage ist und deshalb freizusprechen war. Damit hängt aber zusammen, dass CSD noch einen Preis zu zahlen hat, ich weiß, dass du das anders siehst.


Noch einmal deutsch und deutlich: Wer ernsthaft dafür eintritt, nach einem Freispruch "in dubio pro reo" Zeugen einschließlich der möglichen Opfer unter irgendeine Art von rechtlichem Verfolgungsdruck zu setzen, steht entweder nicht auf dem Boden irgendeiner denkbaren rechtsstaatlichen Ordnung oder er will seine Gesprächspartner verarschen.

In beiden Fällen müssen die Betreiber eines Forums darüber nachdenken, so einen Auftritt endgültig zu beenden.


Schwafel nicht herum! Deine beiden Interpretationen sind Quatsch. Ich bin doch nicht ein Mensch von der Dinkel-Sorte, also Tochter und Vater dort, die Falschanzeigen machen, sondern ich verlange rechtsstaatlich eine Konsequenz aus eben diesen Falschbeschuldigungen, also nichts Illegales oder so. Ich wende mich noch einmal an Schlau als Admine: ist das hier erlaubt, dass Mitglieder ohne jeden Beweis verleumdet werden, obwohl sie nichts Illegales gemacht haben?

Der passende Spruch aus der Vergangenheit heißt 'Wehret den Anfängen', was bedeutet, wartet nicht, bis es zu spät ist: gegen solche undemokratischen Machenschaften und Täter vorzugehen, die unseren Rechtsstasat abschaffen wollen, aber scheinheilig unter dem Motto herumlaufen, sie wollten das GG schützen. Mir als Kritiker geht es lediglich darum, dass solche Frauen, die falschbeschuldigen, nicht dafür ungestraft bleiben, weil das eine Flut von nachahmungstäterinnen zur Folge hätte.

Dabei müsste es ja gar nicht zu konreten Fällen vor Gericht kommen, es reichte ja, dass Frauen ihren Männer signalisiereen, du weißt, was vor Gericht passiert, die Juristen werden mir glauben, du kommst da nicht raus aus der Sache, also füg dich bloß!

Es würde sich mal lohnen, die Taten zu analysieren, bei denen Männer die gesamt Familie ausgelöscht haben, weil sie in falschem Glauben auf keine Rettung waren und dann lieber alles beendet haben. All das könnte vermieden werden, wenn Männer und Frauen wüßten, dass vor Gericht auch Falschaussagen sanktioniert würden, ohne falsche Rücksichtnahme, ohne Opferbonus für scheinheilige Frauen und dass unschuldige Männer wie Kachelmann freigesprochen werden, aber ohne monatelange U-Haft, um ein Geständnis zu erpressen.


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 5. Aug 2013, 20:52 
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Es würde sich mal lohnen, die Taten zu analysieren, bei denen Männer die gesamt Familie ausgelöscht haben, weil sie in falschem Glauben auf keine Rettung waren und dann lieber alles beendet haben. All das könnte vermieden werden, wenn Männer und Frauen wüßten, dass vor Gericht auch Falschaussagen sanktioniert würden, ohne falsche Rücksichtnahme, ohne Opferbonus für scheinheilige Frauen und dass unschuldige Männer wie Kachelmann freigesprochen werden, aber ohne monatelange U-Haft, um ein Geständnis zu erpressen.


Wenn sich etwas lohnen würde, dann eine Untersuchung über die Auswirkungen von so einem öffentlich verbreiteten Dreck auf das Anzeigeverhalten von Vergewaltigungsopfern.


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 5. Aug 2013, 21:00 
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bei denen Männer die gesamt Familie ausgelöscht haben, weil sie in falschem Glauben auf keine Rettung waren und dann lieber alles beendet haben. All das könnte vermieden werden, wenn Männer und Frauen wüßten, dass vor Gericht auch Falschaussagen sanktioniert würden, ohne falsche Rücksichtnahme, ohne Opferbonus für scheinheilige Frauen


wenn ein arsch seine Familie ermordet sind die schuld die CSD nicht ohne beweis als falschbeschuldigerin verknacken?

das finde ich so zum ... :evil:

das gibt jetzt 3 tage pause zum nachdenken



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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 6. Aug 2013, 11:07 
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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 6. Aug 2013, 11:48 
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hier schwarz auf weiß

http://www.sueddeutsche.de/bayern/oberl ... -1.1739880



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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 6. Aug 2013, 12:56 
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http://web.de/magazine/nachrichten/pano ... -frei.html

Alle gegen die für diesen ungeheuren Justizskandal verantwortlichen Personen MÜSSEN jetzt strafrechtlich belangt und zur Verantwortung gezogen werden. Der unsägliche Fall Mollath bedarf einer gründlichen Aufklärung. Das gilt, angefangen mit seiner Ex-Frau, auch für die HVB, Richter Brixner, die involvierten Steuerbetrüger und die schon kriminellen Seilschaften in der CSU. Vielleicht bewirkt dieser Fall, dass endlich auch in den unerträglichen, Recht beugenden Justizbehörden in Bayern. Dass die Merk noch nicht zurückgetreten ist, halte ich für eine bodenlose Unverschämtheit.

gruß staber


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 6. Aug 2013, 13:02 
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Dass die Merk noch nicht zurückgetreten ist, halte ich für eine bodenlose Unverschämtheit.


Frau Merk hat doch die zuständige Staatsanwaltschaft angewiesen, einen Wiederaufnahmeantrag zu stellen. Damit hat sie sich selbst einen Persilschein ausgestellt und ganz unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass sie nicht freiwillig zurücktreten wird.

Hier ist allerdings auch fraglich, ob die Hauptschuldigen wirklich in der Politik zu suchen sind. Das Prinzip der Gewaltenteilung weist den Justizangehörigen eine sehr große Verantwortung für das Funktionieren der freiheitlich demokratischen Grundordnung insgesamt zu. Wenn da etwas total schief läuft, müssen nicht unbedingt die "üblichen Verdächtigen" in der Politik die eigentlichen Schadensverursacher sein.


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 6. Aug 2013, 13:40 
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Als Wiederaufnahmegrund werten die Nürnberger Richter ein Attest, das Mollaths damaliger Ehefrau im Sommer 2006 ausgestellt wurde. Das trägt die Unterschrift des Sohnes der behandelnden Ärztin, der in Vertretung seiner Mutter unterzeichnet hatte. Beim normalen Betrachten sei das von dem zugelassenen Arzt eingefügte "i.V." (in Vertretung) auf dem Attest nicht zu erkennen gewesen, so die Richter des Oberlandesgerichts (OLG). Sie werten dieses Dokument deshalb als "unechte Urkunde" und sehen darin einen gewichtigen Grund für die Wiederaufnahme des Verfahrens.


http://www.br.de/nachrichten/mittelfranken/mollath-entlassung-wiederaufnahme-100.html

Das "i. V." hätten sie ohne politischen Druck ganz sicher lesen können ... :roll:

Jedenfalls haben sie sich mit dieser Leseschwäche von der Unannehmlichkeit befreit, etwas zu dem Thema "Rechtsbeugung" durch den Richter Brixner sagen zu müssen, das wäre nämlich der andere Wiederaufnahmegrund neben der unechten Urkunde gewesen.


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 6. Aug 2013, 16:23 
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Mollath wäre zu raten , bis vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen, um eine Reform der Haftentschädigung zu erreichen. Ihm stehen ,ich glaube gerade mal so um die 25 Euro pro Tag zu , zuzüglich sein entgangenes Gehalt. Ich schlage vor, daß er zusätzlich zum Gehalt 1000 Euro pro Tag bekommt, das sind in den 7 Jahren ca.2,5 Millionen Euro.
Eher die Mollath zugesprochen werden , geht das Geld nach Afg oder sonst wo hin. Wunschdenken ..ich weiß!
gruß staber


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 6. Aug 2013, 18:55 
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Man kann nur hoffen, dass dem Mann Gerichtigkeit zuteil wird.

Lol der kleine Mann aus diesem Forum wird gewiss im Kreis laufen, auf den Boden stampfen und sich die Haare ausreißen :P


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 6. Aug 2013, 20:23 
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http://www.justiz.bayern.de/gericht/olg ... /index.php


06. August 2013 - Pressemitteilung 12/13 korrigierte Version
Oberlandesgericht Nürnberg ordnet in der Sache Mollath die Wiederaufnahme des Verfahrens an

Der 1. Strafsenat des Oberlandesgerichts Nürnberg hat heute die Wiederaufnahme des Strafverfahrens gegen Gustl Mollath beschlossen. Als Konsequenz dieser Entscheidung hat der Vorsitzende des Senats verfügt, dass Herr Mollath unverzüglich aus der Unterbringung zu entlassen ist.


Die Entscheidung des Senats

Mit seinem heutigen Beschluss hob der 1. Strafsenat des Oberlandesgerichts Nürnberg eine Entscheidung des Landgerichts Regensburg vom 24. Juli 2013 auf, mit der die Wiederaufnahmeanträge von Staatsanwaltschaft und Verteidigung als unzulässig verworfen worden waren. Gleichzeitig ordnete der Senat die Erneuerung der Hauptverhandlung an und verwies das Verfahren zur Durchführung der neuen Hauptverhandlung an eine andere Kammer des Landgerichts Regensburg.

Der Senat stützt seine Entscheidung auf § 359 Nummer 1 der Strafprozessordnung (StPO). Danach ist die Wiederaufnahme eines rechtskräftig abgeschlossenen Strafverfahrens zulässig, wenn eine in der Hauptverhandlung zu Ungunsten des Verurteilten vorgebrachte Urkunde "unecht" ist. Unecht ist eine Urkunde dann, wenn sie auf einen Aussteller hinweist, von dem die Erklärung tatsächlich nicht stammt.

Als solche im juristischen Sinne "unechte Urkunde" wertet der Senat ein ärztliches Attest vom 3. Juni 2002. Dieses Attest wurde zwar von einem approbierten Arzt verfasst und ausgestellt, der zudem die zugrunde liegende Untersuchung persönlich durchgeführt hatte. Das Attest selbst nennt aber nur den Namen der Praxisinhaberin, so dass der Eindruck entstand, diese gebe ihre eigenen Feststellungen wieder. Durch übermäßige Vergrößerung der Urkunde könne zwar festgestellt werden, dass der Unterschrift ein Vertretungshinweis ("i.V.") beigefügt war. Auf dem Attest in Originalgröße sei dieser Zusatz aber weder für den Senat noch – soweit ersichtlich – für die Verfahrensbeteiligten im Ausgangsverfahren erkennbar gewesen.

Zwar ist es in verschiedenen Rechtsbereichen zulässig, dass der Vertreter eine von ihm ausgestellte Urkunde sogar mit dem Namen des Vertretenen unterschreibt, wenn dieser damit einverstanden ist. Dann muss nicht einmal auf die Vertretung hingewiesen werden. Anders sei dies – so der Senat –, wo nicht geschäftliche Erklärungen abgegeben werden, sondern jemand seine höchstpersönlichen Wahrnehmungen wiedergibt. Bei solchen Erklärungen könne es keine zulässige Stellvertretung geben. So liege der Fall hier. Das Attest sei daher im Sinne des § 359 Nr. 1 StPO "unecht".

Wegen der Bedeutung des Attests für die Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung sei eine Auswirkung dieses Umstandes auf die Ausgangsentscheidung nicht auszuschließen.

Da schon dieser Wiederaufnahmegrund durchgreift, kam es auf andere in den Wiederaufnahmeanträgen genannte Gesichtspunkte nicht mehr an.


Der bisherige Verfahrensverlauf

Mit Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth vom 8.8.2006 wurde Herr Mollath, dem u.a. gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung mit Körperverletzung und Sachbeschädigungen zur Last gelegen hatten, zwar wegen nicht ausschließbarer Schuldunfähigkeit freigesprochen. Jedoch ordnete das Gericht die Unterbringung des Angeklagten in einem psychiatrischen Krankenhaus an, weil es ihn – gestützt auf ein Sachverständigengutachten – aufgrund einer psychischen Erkrankung für gefährlich hielt.
Die hiergegen eingelegte Revision wurde vom Bundesgerichtshof als offensichtlich unbegründet verworfen. Das Urteil war damit rechtskräftig und wurde zuletzt im Bezirkskrankenhaus Bayreuth vollstreckt.

Im Februar bzw. März 2013 beantragten ein neuer Verteidiger des Untergebrachten und die Staatsanwaltschaft Regensburg bei dem hierfür zuständigen Landgericht Regensburg die Wiederaufnahme des Verfahrens. Eine zweite Verteidigerin schloss sich diesen Anträgen im Juli 2013 an.

Mit Beschluss vom 24. Juli 2013 wurden die Wiederaufnahmeanträge der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft von der 7. Strafkammer des Landgerichts Regensburg als unzulässig verworfen. Hiergegen legten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidiger Beschwerde ein.


Die Rechtsfolgen

Mit der Anordnung der Wiederaufnahme des Verfahrens ist die Rechtskraft des Urteils aus dem Jahr 2006 entfallen und damit auch die Grundlage der Vollstreckung. Infolgedessen war der Untergebrachte unverzüglich zu entlassen.

Im Rahmen der erneuerten Hauptverhandlung wird nunmehr eine andere Kammer des Landgerichts Regensburg neu über die damaligen Anklagevorwürfe zu entscheiden haben. Sollten sich diese bestätigen, wäre auch zu prüfen, ob die seinerzeit angenommene Gefährlichkeit aufgrund einer psychischen Erkrankung tatsächlich besteht.

(Oberlandesgericht Nürnberg, Beschluss vom 6.8.2013, 1 Ws 354/13 WA)



§ 359 Nr. 1 StPO im Wortlaut:
"Die Wiederaufnahme eines durch rechtskräftiges Urteil abgeschlossenen Verfahrens zugunsten des Verurteilten ist zulässig,
1. wenn eine in der Hauptverhandlung zu seinen Ungunsten als echt vorgebrachte Urkunde unecht oder verfälscht war;
2. …"



Dr. Michael Hammer
Richter am Oberlandesgericht
Justizpressesprecher


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 6. Aug 2013, 20:47 
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Hier mal ein Auszug aus einem mMn sehr guten Artikel:

Quote:
Einmal irre, immer irre

Die Hoffnung, dass die Justiz in der Lage ist, im Instanzenzug zumindest grobe Rechtsfehler zu korrigieren, hat bei Mollath getrogen. Zyniker werden sagen, damit müsse ein Rechtsstaat leben: dass Richter der ersten Instanz, freundlich formuliert, schludern - unfreundlich formuliert, sich nicht darum scheren, was ihres Amtes ist. Dass Revisionsrichter ihre Lesebrillen verlegt haben und ein Urteil passieren lassen, das jeden Rechtsreferendar in der zweiten Staatsprüfung den Kopf kosten würde. Dass Sachverständige, die nach einer Einweisung in die Psychiatrie tätig werden, einfach Akten fortschreiben, nach der Melodie: einmal irre, immer irre.

Zyniker werden sagen, so sei es eben in der Psychiatrie: Mollath habe es sich selbst zuzuschreiben, dass es irgendwann hieß, es komme gar nicht darauf an, ob sein Verdacht zutreffe, Schwarzgeldschieber hätten sich gegen ihn verschworen. Er hätte einfach kuschen müssen und sagen: Jawoll, ich bin total verrückt, bitte gehorsamst um Behandlung! Krankheitseinsicht sei schließlich der erste Schritt auf dem Weg zur Heilung. Mollath habe es in der Hand gehabt, zum Musterpatienten zu avancieren, dessen Heilung vom „Schwarzgeldwahn“ und darauf folgende Entlassung zu einer der großen Erfolgsgeschichten der Psychiatrie hätte werden können, besonders gefeiert in der Schweiz. Renegaten seien eben nirgends beliebt, würden die Zyniker sagen, schon gar nicht bei Behandlungseinheiten, die auf solche Fälle spezialisiert seien.

http://www.faz.net/aktuell/politik/fall ... 89363.html



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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 6. Aug 2013, 22:10 
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Jedenfalls haben sie sich mit dieser Leseschwäche von der Unannehmlichkeit befreit, etwas zu dem Thema "Rechtsbeugung" durch den Richter Brixner sagen zu müssen, das wäre nämlich der andere Wiederaufnahmegrund neben der unechten Urkunde gewesen.


Man hat einfach die bequemere Art und Weise als Begründung genommen. Brixner ist damit raus aus der Sache und sein Gesicht bleibt gewahrt. Anders ausgedrückt: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. :mrgreen:

Und die Rolle von Merk scheint ja klar zu sein: Die Landtagswahl geht vor. :twisted:


  
 
 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 6. Aug 2013, 22:28 
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Ex - Arbeitslos wrote:
Man kann nur hoffen, dass dem Mann Gerichtigkeit zuteil wird.

Lol der kleine Mann aus diesem Forum wird gewiss im Kreis laufen, auf den Boden stampfen und sich die Haare ausreißen :P


hihi. es tut mir zwar leid für ihn aber er musste mal wieder auf den Boden kommen.



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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 9. Aug 2013, 22:55 
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Paranoide Wahnvorstellungen: Bayerns Justizministerin glaubt, Mollaths Freilassung sei ihr Verdienst

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München (dpo) - "Ich bin sehr zufrieden: Mein Ziel, das ich mit dem Wiederaufnahmeantrag und der sofortigen Beschwerde verfolgt habe, den Fall neu aufzurollen, ist erreicht" – Sätze wie dieser sind es, die Angehörigen von Beate Merk (56) Tränen der Verzweiflung in die Augen treiben. Denn die bayerische Justizministerin hat sich offenbar in eine Welt aus Phantasien und Wahnvorstellungen zurückgezogen, die keinen Bezug mehr zur Wirklichkeit hat: Sie glaubt, ihr alleine sei die Freilassung des mutmaßlichen Justizopfers Gustl Mollath zu verdanken

(...)

"Heute morgen hat sie am Frühstückstisch eine Rede gehalten, in der Sie Dank für die Beendigung des Zweiten Weltkrieges und die Erfindung der Weißwurst entgegengenommen hat", berichtet der anonyme Angehörige.

(...)


http://www.der-postillon.com/2013/08/paranoide-wahnvorstellungen-bayerns.html


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 10. Aug 2013, 15:26 
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GG146 wrote:
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Paranoide Wahnvorstellungen: Bayerns Justizministerin glaubt, Mollaths Freilassung sei ihr Verdienst

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München (dpo) - "Ich bin sehr zufrieden: Mein Ziel, das ich mit dem Wiederaufnahmeantrag und der sofortigen Beschwerde verfolgt habe, den Fall neu aufzurollen, ist erreicht" – Sätze wie dieser sind es, die Angehörigen von Beate Merk (56) Tränen der Verzweiflung in die Augen treiben. Denn die bayerische Justizministerin hat sich offenbar in eine Welt aus Phantasien und Wahnvorstellungen zurückgezogen, die keinen Bezug mehr zur Wirklichkeit hat: Sie glaubt, ihr alleine sei die Freilassung des mutmaßlichen Justizopfers Gustl Mollath zu verdanken

(...)

"Heute morgen hat sie am Frühstückstisch eine Rede gehalten, in der Sie Dank für die Beendigung des Zweiten Weltkrieges und die Erfindung der Weißwurst entgegengenommen hat", berichtet der anonyme Angehörige.

(...)


http://www.der-postillon.com/2013/08/paranoide-wahnvorstellungen-bayerns.html



Moin Alex!
Vielleicht sollte Frau Merk einige Zeit in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen werden. Wenn sie paranoide Wahnvorstellungen entwickelt hat, dürfte das doch kein Problem darstellen. Bei Herrn Mollath gab es diesbezüglich doch auch keine Schwierigkeiten ;-)

Gruß aus HB


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 Post subject: Re: Der Fall Mollath
PostPosted: 15. Aug 2013, 21:06 
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Herr Mollath ist heute Gast bei Herrn Beckmann.

Ich persönlich halte das für falsch. Ich glaube nicht, dass er dem gewachsen ist. Er war jahrelang eingekerkert und sollte sich erst einmal aklimatisieren.


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