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 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 18. Nov 2012, 10:42 
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Ganja wrote:
Es gibt keinen anderen außer uns selber, der die Entscheidung für uns treffen kann.
Damit gibt man die Verantwortung wieder ab und produziert gleichzeitig damit einen Schuldigen.............

Aber jeder von uns ist anders und so hat auch jeder seine ganz individuelle Zeit, die er/sie braucht um Leben zu lernen.


Wahre Worte, da hast du zu 100% Recht ich solte das berüksichtigen fällt mir manchmal sehr schwer.



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 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 18. Nov 2012, 10:45 
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DieLaura wrote:
Ja Sonne und vor allem ist mir bei besagtem Bekannten noch aufgefallen, dass er vor Selbstmitleid zerfloss. Allerdings war das immer dann, wenn er hackedicht gewesen ist. War er ausnahmsweise mal nüchtern, wollte er eine Therapie anfangen... natürlich sofort. Da das aber nicht möglich war, hat er "erst einmal" weiter getrunken. Hatte er endlich den Therapie-Platz, war er spätestens nach einer Woche wieder da. Abgebrochen...


oh ja, das kenne ich sehr gut. ich glaube jeder der wo drauf ist oder auch clean ist kann es bestätigen



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 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 19. Nov 2012, 04:42 
Das Problem für Außenstehende ist, dass man so macht- und hilflos daneben steht und nicht weiß, was im jeweiligen Augenblick das Beste für den Süchtigen ist. Die Stimmung wechselte ja laufend und dann verlor man den Überblick. Uns ging es jedenfalls so. Was will man einem nüchternen Süchtigen sagen, wenn er weinend darüber spricht, dass er sich nichts mehr wünscht, als eine ganz normale Familie zu haben?

ER hatte NIX erreicht; andere besaßen, was er auch haben wollte: Normalität. Aber er wollte auch nichts dafür tun. Versuche gab es mehr als genug; Hilfsangebote gab es mehr als genug (da muss ich mal Deutschland loben; um die Süchtigen kümmert man sich offensichtlich wirklich gut).
Er stand sich nicht nur selbst im Wege... er ließ auch nicht von seinen "Saufkumpanen" ab. Das war eine Clique, die ihn irgendwie magisch anzog. Dort fühlte er sich wohl, dort fühlte er sich angenommen.

War schon ein verzweifeltes Ringen um ein junges Menschenleben. Er war ja nicht nur alkoholsüchtig. Da kam noch die Rauschgiftsucht und die Tablettensucht hinzu.

Ihm war klar, dass sein Körper das nicht lange mitmachen würde. Die Anzeichen waren so eindeutig. Er magerte stark ab, er bekam Hautausschläge, die Hautfarbe wurde gelb... es war furchtbar.

Irgendwann ist er dann zusammengebrochen und war ab da in ärztlicher Behandlung. Aber selbst das Methadon-Programm ist er schließlich umgangen. Es wurde dann halt ein Mix aus Methadon, Alkohol, Heroin und Tabletten...

Ich muss aufhören; es belastet mich zu sehr.

Später mehr.


  
 
 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 19. Nov 2012, 13:32 
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Laura schreibt:

Was will man einem nüchternen Süchtigen sagen, wenn er weinend darüber spricht, dass er sich nichts mehr wünscht, als eine ganz normale Familie zu haben

mir hat man mal gesagt die Antwort darauf auf diese frage: tu es, ich helfe dir dann, wenn du den ersten schritt gehst. es ist hart und ich habe mich damals so geärgert aber es ist die wahrheit. ich tuhe mit der Sucht schon seit meinen 11 Lebensjahr rum. Sprich: Alkohol dazu kam Tabletten und wie das nix mehr half Drogen. Aber leider auch gleich harte Drogen. ich habe das bis zu meinen 30 Lebensjahr gemacht. Ab und zu habe ich auf gehört. Mal musste ich mal freiwillig. Ich habe Leute kommen und gehen sehen. Mal hat man sie mit Sand Handschuhen angefasst mal härter. Nicht jeder ist gleich Ganja stimmt, da hast du recht. Ich bin die Jeniege ich will Menschen helfen aber nur wenn sie sich Helfen lassen. Hattest du von Familie unter Stützung? wenn ich fragen darf? ich dann wenn ich ein Entzug gemacht habe. am Schluss auch nicht mehr weil ich dDehtür Patientin war.es hat mir damals geholfen. ich hoffe das ich die Kraft weiter hin noch habe clain zu bleien. ich habe aber jetzt eher das Problem das ich mich wieder ritzen möchte. Das ist ein weiteres Problem bei mir.Und noch kann ich mich nicht richtig öfnen gegen über meinen freund bzw freunden was mich bewegt. zu viel war in meiner vergangen heit passiert.

was mache ich wenn ich mit einen süchtige/r ZB. zusammen wohnen tust oder verheiratet bist. Das ist ganz was anderes als wenn man sagen wir mal einen Kumpel hat oder so.Du braust nerven wie draht seile glaubs mir es Das geht auch nahe aber du kannst dich dann Wohnlich davon ab grenzen.Mit persönlich war die harte schine lieber früher nicht. Jeder hatte mich mit meiner Sucht alleine gelassen bis ich mich begeben habe ein entzug zu machen



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 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 19. Nov 2012, 13:49 
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Laura schrieb:

Er stand sich nicht nur selbst im Wege... er ließ auch nicht von seinen "Saufkumpanen" ab. Das war eine Clique, die ihn irgendwie magisch anzog. Dort fühlte er sich wohl, dort fühlte er sich angenommen.

ja meinte er, das meinte ich auch damals. Nimand hatte mich verstanden dachte ich.

ich kann deine Hilflosigkeit gut verstehen. Ob wohl ich es selber mit gemacht habe stehe ich auch Ratlos neben drannen und sag immer mensch sieh mich an wo ich war ich möchte nicht das du so ändest ich kann im moment nicht die Kraft auf bringen was ich einst mal hatte es ist traurig zu sehen wie Menschen egal was für Sucht unter gehen langsam aber sie gehen unter.. die Wut und verzweiflung macht sich bei mir breit und ja, ich weiß das sollte ich nicht aber ich kann nun mal nicht anderst :( ich muss mir umbedingt jemand zum quatschen suchen sonst gehe ich unter.. ich weiß es klinkt nach selbstmitleid und weiß gott was. aber ich bin eigendlich nicht so.



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 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 20. Nov 2012, 11:00 
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Moin Ganja und natürlich auch alle anderen :D

das hast du sehr gut geschrieben und auf den Punkt gebracht.

du schreibst:

Angemessen wäre der konsequente Rückzug, die Verweigerung auf Hilfe solange der Betroffene nicht erkennt in welcher Spirale er sich befindet.

Sehr schwierig aber recht hast du. Schwierig in der hin Sicht wenn man den Menschen mag/liebt. Recht hast du mit dem Rückzug, weil sonst geht man selber unter. Aber sehr schwierig.

du schreibst weiter:

Wir alle haben Verlustängste und die werden in diesem Fall immer zum Tragen kommen.

ja, die habe ich ohne ende und ich kriege sie nicht los. :(

du schreibst weiter:

Übersetzt heißt es auch, Angehöriger und Betroffener sind auch voneinander abhängig.

oh ja, und ich wollte mir das nicht ein gestehen. Hm.. alles schwierig. oder ich bin nur schwierig. Ich weiß es nicht



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 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 20. Nov 2012, 15:16 
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Ganja schreibt:

Das Schwierige an dem Thema des Co-Abhängigen finde ich die Prioritätsverschiebung.
Diese Abhängigkeiten entstehen in erster Linie meist aus Liebe und Zuneigung.


auch da muss ich dir recht geben, und leider wissen es dir Suchtkranken es auch :( ich muss jetzt weg mehr gibt es später oder MMorgen früh.



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 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 20. Nov 2012, 18:08 
Co-Abhängig war in unserem "Fall" mit Sicherheit die Mutter. Der Vater auch, aber der starb, als die Sucht noch nicht sein ganzes Leben bestimmte.

Die Mutter hat alles mit dem "Mantel der Liebe" zugedeckt und war überhaupt nicht bereit, mal kritisch über den Sohn zu denken oder gar zu reden. Da war eine "Mauer der Liebe" und die konnte niemand durchdringen. Auf der anderen Seite hat sie sich aber bei anderen ausgeweint, wie schlecht es ihr doch gehen würde.

Nun ja, ich will jetzt wenigstens noch den "Schluss" aufschreiben, damit es auch ein "Ende" der "Geschichte" gibt:

Kurz nachdem ich meine Krebsdiagnose erhalten hatte und mich mitten in den Therapien befand, klingelte eines Nachmittags das Telefon. Es war die Mutter des Süchtigen, die völlig aufgelöst erklärte, dass ihr Sohn gerade vom Arzt gekommen sei und dieser ihm gesagt habe, dass er keine drei Monate mehr zu leben habe. Natürlich waren wir sehr bestürzt; allerdings hat mein Mann dann das Telefongespräch übernommen, weil er mir das nicht auch noch "zumuten" wollte.
Später hat er mir dann erzählt, dass wohl die Leberwerte eine einzigartige Katastrophe seien und sich das Organ im "Auflösungszustand" befinden würde.

Drei Tage später trafen wir ihn dann ein letztes Mal; wir wollten gerade mit dem Auto zur Chemo fahren, als er um die Ecke kam. Diesen Anblick werde ich nie mehr vergessen. Er sah so erbärmlich aus; der Tod hatte ihn schon bei der Hand genommen. Obwohl es mir selbst nicht gut ging, versuchte ich ihn aufzumuntern und meinte, wir könnten ja wetten, wer von uns Beiden zuerst gehen würde... und dass ich davon überzeugt sei, dass ich die Erste sein würde. Er lächelte und meinte: Diese Wette verlierst du". Da war er übrigens einigermaßen nüchtern. Einigermaßen... getrunken hatte er natürlich etwas.

Sechs Wochen später ist er dann mitten auf der Straße umgekippt und gestorben. Ich hatte tatsächlich die Wette verloren.

Sorry, ich muss wieder aufhören.

Den allerletzten Rest gibt es später noch.


  
 
 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 21. Nov 2012, 00:03 
Er ist 39 Jahre alt geworden.

Was uns manchmal immer noch beschäftigt, sind die Aussagen von verschiedenen Menschen, die einerseits den Tod hautnah miterlebt haben (befanden sich in unmittelbarer Nähe) und andererseits die Aussagen der Angehörigen.

So haben Diejenigen, die sofort erste Hilfe leisten wollten und den Rettungsdienst gerufen haben, erzählt, dass der Notarzt noch längere Zeit Reanimationsversuche vorgenommen haben soll. Dann habe man den Toten abgedeckt und auf die Polizei gewartet, die erst später kam. Nach ca. einer Stunde wären plötzlich 2 Männer aufgetaucht, die sich erst einmal vollkommen "vermummt" hätten; also so einen Schutzanzug angezogen und dazu eine sogenannte "Staub-Maske" angelegt. Dann hätten sie einen Zinksarg aus dem Auto geholt und die Leiche hinein gelegt. Dann hätten sie sich wieder ausgezogen und seien weggefahren.

Die Mutter hat uns erzählt, dass sie zum damaligen Zeitpunkt im Krankenhaus gelegen habe und deshalb erst einmal nicht erreichbar gewesen sei. Als die Polizei sie dann ausfindig gemacht hatte, sollen sie ins Krankenhaus gekommen sein und hätten ihr gesagt, dass sie wohl wissen müsse, warum sie da seien. Natürlich ahnte sie etwas, aber wissen konnte sie nichts...

Nun ja, sie hat sich dann "selbst entlassen" und ist nach Hause. Dort hat sie dann versucht, den Bestatter ausfindig zu machen. Gab ja auch nur ca. 100 im Ort...
Nach zig Versuchen hat sie dann bei der Polizei angerufen und nachgefragt. Die haben ihr dann wohl den richtigen Namen genannt; ihr aber gesagt, dass es eine... und jetzt kommts... *Gerichtliche Anordnung gäbe, die besagen würde, dass der Sarg unter keinen Umständen mehr geöffnet werden dürfe"...
Das wollte die Mutter natürlich nicht glauben. Warum wollte man ihr verweigern, von dem eigenen Sohn Abschied nehmen zu dürfen?
Aber... es gab diese Gerichtliche Anordnung! Eindeutig! Nur... es fehlte die Begründung! Da stand nichts, das war offen gelassen worden!?
Und dann war da noch zu lesen, dass eine Erdbestattung nicht in Frage käme und eine Feuerbestattung angeordnet werden müsse!?

Wir haben dieses Schreiben gesehen! Verstanden haben wir es auch nicht und wir wissen bis heute nicht, warum es diesen Gerichtsbeschluss gegeben hat.

Wir vermuten, obwohl die Mutter das strikt verneint hat, dass es eine oder mehrere ansteckende Krankheiten gegeben haben muss. Aids? Hepatitis C? Keine Ahnung!
Irgendetwas in der Art muss es doch gewesen sein?

Da ich ja mitten in den Chemotherapien steckte, habe ich meinen Onkologen gefragt und auch der meinte, dass es nur bei ansteckenden Krankheiten zu solchen Gerichtsbeschlüssen kommen könnte.

Nun ja, ich habe mich dann später auf HIV und Hepatitis C testen lassen... negativ. Mein Mann dann auch... negativ.

Was jetzt wirklich der Grund für diesen Beschluss gewesen ist, wissen wir bis heute nicht.

Die Mutter starb ein halbes Jahr später und sie hat es nie verwunden, ihren Sohn nicht mehr gesehen zu haben; oder besser; nicht mehr sehen zu dürfen.

Das war die "Geschichte".

Ich bewundere alle, die rechtzeitig den Weg aus ihrer Sucht geschafft haben und kann ihnen nur sagen: Bleibt clean und wenn es noch so schwer fällt und der Kampf jeden Tag aufs Neue gekämpft werden muss, bleibt CLEAN!

Das Leben ist einfach viel zu kostbar!

LG!


  
 
 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 21. Nov 2012, 10:14 
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Hallo Ganja Hallo Laura,

@ Ganja, du hast mir die letzten Tage sehr viel geholfen dein schreiben hat mich auf gebaut und zum nachdenken geracht. dank dir noch mal

@laura, danke für die erzählung. ich weiß wie es ist, du hast ein gutes herz oder wie man dazu sagt. das finde ich toll.


kann das sein, das wir chlaine etwas mehr sensibler sind? das wir vieles anderst sehen? manchmal wünsche ich mir, das ich einmal noch drauf bin egal was, damit ich dene zeige die mir was bedeuten wie krass die meisten mir gegen über sind. ich kann es zu zeit nicht mit Worten fassen wie es mir zu zeit geht. Aber auch da komme ich raus Psysisch.



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 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 25. Nov 2012, 11:47 
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Nymphomanin ist doch auch eine sucht und immer mit eine fremden andern mann ?



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 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 27. Nov 2012, 14:34 
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Ganja wrote:
Das kannst du bei mir nachlesen..............!


ja stimmt, wie doof von mir. ich schaue heute noch da rein. danke :D



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 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 25. Dec 2012, 11:17 
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Gutes Thema!

Zum Thema "Alkohol" werde ich mal noch einen eigenen Thread aufmachen!


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 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 25. Dec 2012, 11:22 
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Silvan wrote:
Gutes Thema!

Zum Thema "Alkohol" werde ich mal noch einen eigenen Thread aufmachen!


das freut mich. :D



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 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 26. Dec 2012, 12:50 
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Info für alle Angehörigen die mit Suchtkranken zusammen Leben Arbeiten usw:

Man sollte und das ist wichtig nicht die sucht mittel vor den ex süchtigen oder heimlich nehmen. Das hilft den ex süchtigen nicht weiter im gegenteil. Das zieht ihn/sie wieder mit rein. Wenn man mit einem oder einer ex süchtigen verkehrt ( Freundschaft Beziehung oder sonstiges) so ist es dringend zu empfohlen die sucht was der/die ex süchtige genommen hat nicht vor oder heimlich zu nehmen. Weil die Rückfallgefahr zu 100% besteht. Sollte der/die Partner/in oder der/die Bekannte es nicht machen so sehe ich es an dass man den anderen die Suchterkrankung des anderen nicht ernst genug nimmt oder selbst ein Problem hat damit.Jetzt wo Weihnachten und Sylvester ist ist es ganz besonders schlimm.

ich habe mal in einer suchtgruppe mit entsetzen feststellen müssen dass eine Frau (ihr Mann war erst ein paar wochen trockener Alk) sie gesagt hat: bei uns steht ein Kasten Bier zu hause sie trinke immer zwei das müsse er aushalten wenn nicht kann er gehen.Ich so zu ihm vor ihr(ich mische mich eigentlich nie ein in beziehungen fremde leute aber da schon) geh, sie liebt dich nicht! Sie wird dein Problem nicht erkennen. Er ist nach paar monaten gegangen er hatte es nicht ausgehalten. Er ist in der Zeit mit müh und not Trocken geblieben ich habe damals stundenlang mit ihm Telefoniert. Sie hat es bis heute nicht kapiert. Leider kenne ich es zur genüge. Fazit, wenn man mit jemanden zusammen ist egal welche lage sollte man die Krankheit/sucht des anderen akzeptieren und nicht ignorieren.. man kann was zu sich nehmen aber in maßen und nicht in massen. und auch nicht regelmäßig. Eigentlich sollte es doch jeder / jedem klar sein. Sollte es zumindest. Ist es aber leider nicht.



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 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 17. Jan 2013, 18:02 
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sehr interesannt und stimmt:

Referat von Gabriele Schallenmüller

Im Rahmen meiner Ausbildung zum betrieblichen Suchthelfer habe ich mir Gedanken zur Rückfallprophylaxe gemacht. Dieses Referat richtet sich an alle, die mit Alkoholismus zu tun haben, sei es aus eigener Betroffenheit oder als Suchthelfer. Selbst Außenstehende können davon profitieren. Sie werden sehen, dass sich dieses Thema auch auf andere Lebensbereiche übertragen lässt und als Lebenshilfe angewandt werden kann. Ich bitte nun um Ihre Aufmerksamkeit. Vor etwa 10 Jahren gab es noch so gut wie keine Untersuchungsergebnisse über Rückfälligkeit. Auch heute noch steckt die Rückfallforschung in den Kinderschuhen. Inzwischen liegt jedoch eine Reihe von recht gut abgesicherten Ergebnissen zu Häufigkeit, Verlauf, Entstehungsbedingungen, Folgen und Maßnahmen zur Vorbeugung von Rückfällen vor. Es ist von großer Bedeutung, diese Ergebnisse zur Kenntnis zu nehmen, weil Rückfälle dadurch in einem neuen Licht erscheinen und manche zweifelhafte Gewissheiten über Rückfälligkeit ins Schwanken geraten. Wie steht es nun mit den Erfolgsaussichten einer Entwöhnungsbehandlung? Dauerhaft abstinent bleiben ungefähr 50 % der Patienten nach einer längerfristigen stationären Entwöhnungsbehandlung, auch Kur genannt. Weitere 15 % haben einen Rückfall, aus dem sie sich aus eigener Kraft wieder lösen und zur Abstinenz zurückkehren. Dies unterstreicht, da Rückfälle zumindest für die Hälfte der Abhängigen langfristig eher die Regel und nicht die Ausnahme sind. Alkoholismus ist eine Krankheit. Wenn man die gleichen strengen Maßstäbe einer konsequent geänderten Lebensführung als Therapieerfolg an andere Krankheiten anlegt, wie z. b. Herzerkrankungen oder Diabetes, dann wird man dort gewiss mehr Rückfälle finden. Der Rückfall beim Alkoholiker ist aber mit erheblichen Verhaltensänderungen verbunden und deshalb dramatischer, so dass er anders gewichtet wird.


Getrennt nach Geschlechtern betrachtet, haben eineinhalb Jahre nach Therapieende bereits 53 % der Alkoholikerinnen Rückfallerfahrungen gesammelt, während von den Männern erst vier Jahre nach Therapieende in etwa so viele, nämlich 51 % rückfällig sind. Deshalb ist zu schließen: Frauen werden schneller rückfällig als Männer. Die Gründe für diese geschlechtsspezifischen Rückfallentwicklung liegen noch weitgehend im Dunkeln. Die häufige Mehrfachabhängigkeit von Frauen (alkohol- und medikamentenabhängig), die geringere Teilnahme von Frauen an Nachsorgemaßnahmen bzw. unzureichende frauenspezifische Nachsorgeangebote sind einige plausible Hintergründe.


Im Alltag der Suchtbehandlung wird entgegen diesen Tatsachen manchmal der Eindruck vermittelt, als sei der Rückfall die Ausnahme. Dieses Denken kann das häufig verwendete V-Schema nahe legen: Bis zum vollständigen Eingestehen der eigenen Niederlage und Machtlosigkeit gegenüber dem Alkohol geht es bergab, mit dem Willen zur Veränderung steil bergauf. Dies ist – wie wir gesehen haben – bereits nach wenigen Jahren für viele Abhängigen eine Illusion! Daher ist es unabdingbar, das Schema nicht ohne den erläuternden Zusatz zu sehen:
Ein Ausstieg ist an jedem Punkt möglich, Rückschritte beim Genesungsproze kommen vor, führen jedoch nicht zwangsläufig auf den Nullpunkt zurück.


Das V-Schema charakterisiert einen Idealverlauf, der in der Realität eher selten anzutreffen ist. Der Rückfall und damit eine Unterbrechung des Aufwärtstrends ist in der vereinfachten schematischen Darstellung nicht vorgesehen. Man kann daher so weit gehen, die oberflächliche Verwendung des V-Schemas als schädlich anzusehen, da dadurch unrealistische Erwartungen hervorgerufen und Enttäuschung, Schuldgefühle und Resignation vorprogrammiert werden. Derartige V-Schemata legen dem Rückfälligen nämlich nahe, seinen Rückfall als Rückschritt (Zerstörung der Heilung) und als Versagen zu verbuchen.


Nach den bisherigen Überlegungen scheint es angebracht, dass man sich Leben und dessen Veränderungen am besten als eine Prozess vorstellt, in dem es Fortschritte und auch Stagnations- oder Rückschrittphasen gibt. Der Rückfall scheint zum menschlichen Leben und zur menschlichen Entwicklung schlechthin dazuzugehören. Er ist keine Eigentümlichkeit von Süchtigen Weshalb sehen wir über unsere eigenen Rückfälle erhaben hinweg und tun den Rückfall von Alkohol- oder Drogensüchtigen als moralische Untat ab? Schon in der Bibel steht: Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Matthäus 7,3


Ich möchte nun die wichtigsten Überlegungen zusammenfassen: Es gibt nicht den Rückfall. Zwischen einem schweren Rückfall, einem Ausrutscher, einem trockenen Rückfall und kontrolliertem Trinken gibt es erhebliche Unterschiede. Das heißt unter anderem: Rückfallzeitpunkte und Rückfallverläufe sind sehr variabel. Rückfälle sind selbst nach intensiver stationärer Behandlung auf lange Sicht eher die Regel und nicht die Ausnahme. Frauen werden schneller rückfällig als Männer. Sie suchen seltener Selbsthilfegruppen auf und die derzeitigen Gruppen führen bei Ihnen seltener als bei Männern zur Rückfallverhinderung. Rückfälle sind Bestandteil menschlicher Entwicklung und nicht die Abweichung vom normalen Gesundungsprozeß. Manchmal gilt: Ohne Rückfall keine stabile Veränderung! Die Aussage „Das erste Glas endet notwendigerweise im Kontrollverlust“ erweist sich häufig als Mythos und eine sich selbst erfüllende Prophezeihung. Rückfälle haben keine naturgesetzliche Eigendynamik. Der trockene Alkoholiker sollte Alkohol in jeder Form meiden. Bestimmte Medikamente, sowie alkoholfreies Bier sollten nicht zu sich genommen werden. Der enthaltene Alkohol in diesem Bier ist zwar in vielen Fällen nicht für den Rückfall verantwortlich, doch der Geschmack von alkoholverfeinerten Süßspeisen und Speisen, sowie der Geschmack und das Aussehen von alkoholfreiem Bier könnten den Alkoholiker verleiten, wieder normales Bier zu trinken. Anhaltende Rückfälle haben oft schwerwiegende Auswirkungen. Rückfälle entstehen aus einem Bedingungsgefüge sich wechselseitig beeinflussende Faktoren. Rückfallursachen können nicht auf Haltlosigkeit oder einen Willen zum Trinken reduziert werden. Auch das Verlangen nach Alkohol oder Uneinsichtigkeit sind keine primären Rückfallursachen. Rückfälle stellen eine sinnhafte (Pseudo-) Lösung dar. Zum Beispiel bei unüberwindlich erscheinenden (Selbstwert- und Beziehungs-) Krisen. Rückfälle könnenin diesem Sinne als Widerstand gegen Veränderung verstanden werden. Rückfälle sind Entwicklungschancen: Sie bringen die Realität zurück und verweisen auf notwendige tiefergehende Veränderungen bzw. auf die Akzeptanz der eigenen Begrenztheiten.

Die derzeitige Behandlungspraxis begünstigt schwere Rückfälle u. a. dadurch, dass sie das Rückfallthema nicht gebührend berücksichtigt, auf Rückfälle nicht vorbereitet, und zum Teil werden Mythen über Rückfälligkeit weitergegeben. Das Thema des Rückfalls sollte präventiv in die Behandlung einbezogen werden. Dabei sollte auch der in vielen Abhängigen schlummernde Wunsch nach normalem bzw. kontrolliertem Trinken angstfrei und sanktionsfrei zur Sprache kommen. Kompetenzen für den Umgang mit Rückfallgefahren und Rückfälligkeit sollten vermittelt werden.

Ambulante Nachsorge (Selbsthilfegruppen, Beratung, Psychotherapie) beugt Rückfällen wirksam vor und kann beginnende Rückfälle wirksam auffangen. Rückfällige meiden Selbsthilfegruppen viel häufiger als Abstinente, obwohl die Gruppen gerade bei ihnen äußerst hilfreich sind. Selbsthilfegruppen sollten ihre Angebote nicht zuletzt für Rückfällige schmackhafter machen.

Helfer sollten sich mit dem Rückfallthema vermehrt auseinandersetzen, um eigenem Belastungsstress und Verschleiß vorzubeugen. Der Weg aus der Sucht braucht seine Zeit. Mehr Geduld, Gelassenheit und Toleranz für den Lebensweg anderer Menschen sind angebracht. Aufwertung des Alkoholverzichts und Vermeidung von unnotwendigen Vorwürfen, Streitigkeiten und Kontrollen in der ersten Abstinenzzeit, da die Patienten noch Monate wenig belastbar sind und erst nach größerem Zeitabstand eine realistische Bewertung Ihres früheren Verhaltens vornehmen können.

Was kann man also tun, damit es nicht zu Rückfällen kommt?

Die wichtigsten psychologischen Gesundheitsförderer sind:

Selbstachtung

Die Fähigkeit, herzliche Beziehungen zu anderen einzugehen

und Sich für das eigene Leben verantwortlich fühlen

Die besten Aussichten auf einen Therapieerfolg haben Patienten, die sich für eine Langzeittherapie entscheiden, sie beenden und sich anschließend einer Nachsorge- oder Selbsthilfegruppe anschließen. Außerdem wirkt es sich günstig auf den Therapieerfolg aus, wenn der Patient in einer intakten Partnerschaft mit Kindern im eigenen Haushalt lebt, wenn er Arbeit hat und von mittlerem Alter so um die 40 ist. Diese wissenschaftlich erhobenen Daten bestätigen eigentlich nur, was uns der Alltagsverstand nahelegt: Jemand behält ein geändertes Verhalten dann besonders hartnäckig und dauerhaft bei, wenn er von dessen Notwendigkeit überzeugt ist, auch Vorteile dabei erlebt, von außen Unterstützung erfährt, in stabilen Umständen lebt, persönlich nicht zu sehr nach außen orientiert und risikosuchend ist und das neue Verhalten einem sinnstiftenden Rahmen einordnen kann. Langfristig abstinent bleibt meist nur der, der seinen Lebensstil in diesem Sinne ausgewogen gestaltet und der sich dann auch nicht auf diesen Lorbeeren ausruht, sondern selbstverantwortlich sein Leben weitergestaltet.

Das hört sich gut an, aber was soll man dabei beachten?

Erstens tut in der Anfangszeit der Nüchternheit ein Sicherheitsabstand zum Trinken gut. Biergärten, Weinfeste, Vatertagsausflüge, bestimmte Stammtische oder Frühschoppen sollten besser gemieden werden. Als einzig Nüchterner fühlt man sich in einem Kreis zunehmend Betrunkenwerdender ohnehin nicht wohl. Wie beim autofahren hat der Sicherheitsabstand nichts mit zitternder Ängstlichkeit und Unfähigkeit zu tun, sondern mit aus Erfahrung geborener Selbstverantwortlichkeit.
Zweitens benötigt man positive Ziele für die es sich lohnt, abstinent zu bleiben. Abstinenz selbst ist nämlich kein Ziel an sich, denn Abstinenz ist etwas, was man nicht tut: Nicht-Trinken. Positive Ziele sind solche, die von sich aus dazu beitragen, dass Abstinenz immer selbstverständlicher wird, z. B. aktive Freizeitgestaltung, Selbständigkeit und Genussfähigkeit. Wichtig ist vor allem, dass die Annäherung an seine Ziele für den Betreffenden persönlich befriedigend ist. Ziele wie den Führerschein machen, Arbeit bekommen oder einen Partner finden sind nur kurzfristig wirksam, nämlich so lange, bis das Ziel erreicht ist oder man aufgibt. Überlegen sie einmal selbst was dem Leben Ziel, Sinn und Ausrichtung verleiht, ohne sich dabei kurzfristig zu verschleißen.

Insgesamt sollte man bei seiner Lebensgestaltung darauf achten, dass ein gesundes Verhältnis zwischen dem, was man soll und dem was man will, erreicht wird. Wer zuviel als Muss, Soll oder gar alles nur als Pflicht erlebt, glaubt nämlich leicht, dass er sich auch mal etwas gönnen sollte. Und das ist dann nur zu oft der Alkohol.
Drittens ist eine realistische Selbsteinschätzung notwendig. Sie ist schon deshalb wichtig, weil man sonst seine Ziele zu hoch oder zu niedrig setzt und dann aufgibt. Für eine realistische Selbsteinschätzung ist die Rückmeldung aus einer (Selbsthilfe-) Gruppe von großem Wert. Zentral für das Selbstbild jedes Abhängigen ist das Anerkennen der eigenen Unfähigkeit, unproblematisch mit Suchtmitteln umgehen zu können.

Nur auf dieser Grundlage kann sich die Weisheit entwickeln, zwischen dem zu unterscheiden, was man ändern kann, und dem, was man hinnehmen muss. Zur Selbsteinschätzung gehört dann auch die Fähigkeit, Warnsignale auf dem abschüssigen Weg zur Flasche oder Pille rechtzeitig zu erkennen. Viertens muss man etwas tun für sich und seine Ziele. Denn wenn man sich selbst, seine Fähigkeiten und seine Sicherheit gegenüber dem Suchtmittel richtig einschätzt und seine Ziele kennt, muss man dafür aktiv werden und bewusst das Heute gestalten und die Ablehnung von Alkohol deutlich zum Ausdruck bringen.

meint aber auch, dass man sich selbst weiterentwickelt, indem man positiv denkt und handelt, zu seinen eigenen Gefühlen steht und sie direkt äußert, seine eigenen Rechte und die der anderen achtet, Vermeidungsverhalten unterbindet, auf andere Menschen zugeht, regelmäßig etwas für sein körperliches und seelisches Wohlbefinden tut (Inseln im Alltag) die Selbsthilfegruppe besucht sowie Ehrlichkeit und Klarheit zur Richtschnur seines Handelns und Denkens macht. Jede Abweichung davon sollte als Warnsignal betrachtet werden, das Anlass zur Selbstüberprüfung ist. Kurz gesagt geht es um den Mut Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Ausbildung der Fähigkeiten dafür. Besonders wichtig ist die Kenntnis und Ausführung von Umkehr- oder Abzweigmöglichkeiten, wenn man die oben genannten Warnsignale auf seinem Lebensweg wahrnimmt.

Fünftens sollte die Zeit der Therapie zum Rückfallbauen im Sandkasten, nämlich zum trockenen Durchdenken von ganz persönlichen Rückfallmöglichkeiten nutzen: Unter welchen Umständen habe ich in meinem Leben schon einmal einen Vorsatz (z. B. zur Treue) abgeändert? Was könnte meinen Vorsatz zur Abstinenz erschüttern? Zu welcher Art Unausgewogenheit des Lebensstils neige ich? Schone oder überfordere ich mich eher zuviel? Welche meiner positiven oder negativen Eigenschaften könnten mich in welche Zwickmühle bringen? In welchen Momenten wird in mir den Wunsch wach, ich sollte mir etwas Gutes gönnen , woran merke ich das und wie gehe ich damit um, was mache ich? Dies und ähnliche Fragen helfen bei der Lebensplanung ebenso, wie die Analyse von Gefahrenquellen einer Sicherheitsfachkraft hilft, diesen Gefahren vorzubeugen, statt sie erst bei ihrem Auftreten bekämpfen zu müssen.

Sechstens muß man die Gelassenheit haben anzuerkennen, was man nicht ändern kann und daraus gegebenenfalls die Konsequenzen ziehen: Wenn die Umwelt anders ist, als ich sie haben möchte, ich sie aber trotz meiner Versuche nicht ändern kann und ich sie andererseits auch nicht aufgeben will, dann muß ich sie hinnehmen. Wenn ich mir mein Leben vermiesen will, kann ich mich ständig darüber beklagen, aber ich kann es auch zunehmend gelassener hinnehmen, wenn ich will. In diesem Sinne verstehen wohl die Anonymen Alkoholiker den „Gelassenheitsspruch“

Als Leitgedanken für ein abstinentes Leben:

Gott gebe mir

die Gelassenheit,

Dinge hinzunehmen,

die ich nicht ändern kann,

den Mut,

Dinge zu ändern,

und die Weisheit,

das eine vom anderen

zu unterscheiden.


R. Niebuhr

(frei nach Epiktet)

Mit diesem Gelassenheitsspruch möchte ich mich für Ihre Aufmerksamkeit bedanken und hoffe, Ihnen einige Anregungen zur Rückfallprophylaxe gegeben zu haben.

http://www.a-connect.de/referat.php



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 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 17. Jan 2013, 19:49 
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ber nach wie vor kann die geringste Menge Alkohol den Abstieg in die Suchtkrankheit bedeuten, egal wie lange man trocken ist[/size]


http://www.a-connect.de/stufen.php
Von alleine hört man selten auf mit dem Trinken meistens wenn überhaubt wegen der Gesundheit und meistens dann wenn sie schon sehr kaVerlauf und Definition der Alkoholkrankheit

Eine häufig gestellte Frage ist, wann ist ein Mensch alkoholkrank? Folgende Punkte haben wir dazu zusammengetragen:

Ein Mensch ist alkoholkrank,
wenn er nicht von selbst mit dem Trinken von alkoholhaltigen Getränken aufhören kann.
wenn er nach dem Trinken einer geringen Alkoholmenge ein unbezähmbares Verlangen nach mehr Alkohol verspürt.
wenn er bei seelischen Spannungszuständen ein Verlangen nach Alkohol verspürt
wenn er heimlich und alleine trinkt.
wenn er durch gewohnheitsmäßiges Trinken seine Organe schädigt.
wenn er durch das Trinken sich selbst und seine Umwelt schädigt und die Beziehungen zu seinen Mitmenschen stört.

Gegen die Alkoholkrankheit gibt es keine Heilmittel. Die Krankheit ist die Angst, sich selbst zu äußern - das ist das Grundproblem. Und diese Grundangst bleibt, wie auch die Alkoholkrankheit, ein Leben lang. Alkohol ist das zum Tode führende und für kurzzeitige, vermeintliche Befreiung sorgende Mittel.

Es gibt fünf verschiedene Typen von Alkoholtrinkern:
Typ A: Erleichterungstrinker, die Alkohol gezielt einsetzen, wenn sie Schwierigkeiten haben. Alkohol gibt ihnen eine scheinbare Sicherheit. Meistens sind sie körperlich (noch) nicht abhängig, aber sehr wohl seelisch.
Typ B: Gelegenheitstrinker - sie trinken, weil es eben dazu gehört. Beispielsweise zu Anlässen und in der Freizeit. Sie trinken regelmäßig und nicht selten große Mengen, haben häufig bereits Organschäden. Sie sind nicht körperlich oder seelisch abhängig.
Typ C: Gewohnheitstrinker (Spiegeltrinker) - sie müssen permanent einen Alkoholspiegel halten, da sie sonst stärkste Entzugserscheinungen erleiden. Nicht selten halten sie einen Spiegel von 2,5 Promille und mehr und verhalten sich damit ohne Ausfallerscheinungen.
Typ D: Quartalstrinker, diese Trinker verlieren in unterschiedlichen Zeitabständen die Kontrolle über ihren Alkoholkonsum. Sie können wochenlang keinen Alkohol trinken. Dann aber plötzlich überkommt sie ein unstillbares Verlangen nach großen Mengen Alkohol, was nicht selten in tagelangem Vollrausch endet.
Typ E: Der süchtige Alkoholiker. Diese Menschen sind regelrecht krank vom Alkohol. Sie sind körperlich und seelisch abhängig vom Stoff.
Phasen der Alkoholkrankheit:

Voralkoholische Phase
gelegentliches bis häufiges Erleichterungstrinken

Einleitungsphase
heimliches Trinken
ständig an Alkohol denken
Erinnerungslücken ("Filmriss")
anlegen von größeren Alkoholvorräten
verstecken von Alkohol
die ersten Gläser Alkohol gierig trinken
ausweichen, wenn vom Thema Alkohol die Rede ist
Schuldgefühle wegen des Trinkens

Kritische Phase
Kontrollverlust über das Trinken ("nicht-mehr-aufhören-können")
Selbstvorwürfe und starke Stimmungsschwankungen
Interessenverlust
morgendliches Trinken
Versuch nach einem Schema zu trinken (beispielsweise nicht vor einer bestimmten Uhrzeit)
zeitweilige Enthaltsamkeit
Konflikt mit den Mitmenschen und am Arbeitsplatz
häufiger Arbeitsplatzwechsel
erste Alkoholentzugserscheinungen wie Händezittern, Schweißausbrüche und sexuelle Störungen

Chronische Phase
jede alkoholische Flüssigkeit wird getrunken
tagelange Vollräusche
Geistesstörungen (Delirien, "Weiße-Mäuse-sehen")
Alkoholpsychosen
starke Angstzustände
Selbstmordabsichten
der Körper verträgt weniger Alkohol
Zusammenbruch wird zugegeben

[size=150]Die Krankheit kann sich über viele Jahre hinweg ziehen. 15 bis 20 Jahre sind keine Seltenheit. Hört der Alkoholkranke mit dem Trinken auf, beginnt ein langwieriger Prozess, der auch durch Rückfälle unterbrochen werden kann. Die Genesung geschieht nicht von heute auf morgen. Der Betroffene muss erst nach und nach wieder das normale Leben lernen. Am geeignetsten hierfür ist die Therapie. Auch eine Selbsthilfegruppe ist ein gutes Trainingsfeld. Mit sehr viel Geduld erlangt der Betroffene nach einiger Zeit die zufriedene Abstinenz. Aputt ist.



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 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 20. Jan 2013, 14:18 
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Kontrolliertes Trinken. . .

WIE LANGE

. . . soll das gutgehen???

Quote:
IAB. In jüngster Zeit wird von verschiedenen Seiten für "kontrolliertes Trinken" propagiert. Renommierte Zeitschriften berichten darüber, ein auf dem Gebiet Suchtproblematik bekannter Autor widmet diesem Thema eine eigene Website, und sogar manche Ärzte und Therapeuten vertreten diese Theorie.

Um es gleich vorweg zu nehmen - wir sprechen uns gegen derartige Ansätze aus. Mehr noch, wir halten es für gefährlich, solche Theorien zu verbreiten! Auch wenn teilweise darauf hingewiesen wird, dass sich "kontrolliertes Trinken" bei bestimmten Indikationen nicht realisieren lässt, kann es bei Betroffenen falsche Hoffnungen wecken.

Wir möchten mit dieser Aktion aufklären und Betroffene (insbesondere trockene alkoholkranke Menschen) vor Versuchen mit "kontrollierten Trinken" eindringlich warnen


da bin ich der gleichen Meinung. Kontrolliertes Trinken geht gar nicht und die das sagen lügen sich selber an.

Was besagt die Theorie "Kontrolliertes Trinken"?

Quote:
"Kontrolliertes Trinken" heißt, den eigenen Alkoholkonsum nach einem zuvor festgelegten Trinkplan und nach bestimmten Regeln auszurichten.


geht gar nicht!!

An wen richtet sich "Kontrolliertes Trinken"?

Quote:
Es ist ursprünglich für Menschen gedacht, die zwar viel Alkohol trinken, dabei aber (angeblich) nicht alkoholabhängig sind. In der Tat gibt es "Vieltrinker" ohne Suchtstruktur, jedoch ist diese Spezies weniger häufig vertreten. Da jedoch die Übergänge zwischen Missbrauch, Abhängigkeit und Sucht fließend sind, kann niemals mit Gewissheit festgelegt werden, wer das Prinzip "Kontrolliertes Trinken" anwenden kann und wer nicht.


ich kenne das Theater kontrolliertes Trinken nein danke nicht mehr wieder.

Die Sache hat einen Haken!

Quote:
Bei Betrachtung der einzelnen Phasen der Alkoholsucht ist das "Trinken nach einem bestimmten Schema" ein fast fester Bestandteil der sogenannten kritischen Phase. In dieser Phase sind die Betroffenen jedoch bereits in ihrer Sucht gefangen. Nur Abstinenz könnte den Fortschritt der Alkoholkrankheit stoppen


Tja.. wenn man es einsieht dann ja ;)

Warum "Kontrolliertes Trinken" nicht funktionieren kann!

Quote:
Viele Menschen können in Maßen trinken - es heißt sie können mit Alkohol umgehen. Sie trinken gelegentlich, verspüren kein Verlangen nach mehr Alkohol und haben auch keine Probleme, auf das Trinken zu verzichten.
Wer jedoch einer selbst, oder auch therapeutisch auferlegten Kontrolle bedarf, hat bereits ein ernsthaftes Alkoholproblem! Der Versuch, "kontrolliert" zu trinken zeigt, dass zuvor ein Kontrollverlust eingetreten sein muss. Nun wird probiert, "kontrolliert" zu trinken, was aber zu keinerlei Befriedigung des Trinkverlangens führen kann, da die Betroffenen nicht mehr die Menge bekommen, die sie bräuchten, um sich wohlzufühlen. Vergleichen wir es mal damit: Man hat fürchterlichen Hunger, bekommt aber nur ein Salatblatt zugeteilt und soll damit satt und zufrieden sein.
Für die Betroffenen ist das "Kontrollierte Trinken" folglich mehr eine Qual, als ein Nutzen. Es werden Bedürfnisse geweckt, die nicht befriedigt werden. Es ist im Endeffekt also leichter, ganz auf den Alkohol zu verzichten.


stimmt vollkommen Aber jede/r muss selber wissen ob er/sie die Qualen ertragen möchte oder lieber einen unbequemen Weg geht.

Der "kontrolliert" trinkende Alkoholkranke - eine tickende Zeitbombe!

Quote:
Viele trockene Alkoholiker meinen, nach einer kürzeren oder längeren Abstinenzphase, wieder mit Alkohol umgehen zu können. Nicht wenige fallen durch Publikationen über "Kontrolliertes Trinken" in diesen Irrglauben. Der Alkoholkranke versucht nun nach seinem oder vom Therapeuten empfohlenen, vorher festgelegten, Trinkschema Alkohol zu trinken. Erstaunlicherweise mag es bei dem ein oder anderen über einen gewissen Zeitraum zu funktionieren - aber die Zeitbombe tickt!
In den uns (zahlreich) bekannten Fällen wurde die sich zugestandene oder vereinbarte Alkoholmenge eigenmächtig nach und nach gesteigert. Am Ende wurde exzessiver als je zuvor getrunken.
Für uns sind derartige Experimente "kontrolliert" zu trinken nichts anderes als schleichende Rückfälle. Anzumerken ist zudem, dass die meisten, die sich in "kontrolliertem Trinken" versucht haben, binnen kürzester Zeit (ca. 2 bis 4 Wochen) wieder in ihr altes Trinkmuster zurückgefallen sind. Uns ist kein Fall bekannt, der es länger als ein Jahr geschafft hat!


wie geschrieben geht es nicht lange gut. Dann fängt man an immer eine Flasche mehr zu trinken. usw.

Fazit

Quote:
Wir warnen ausdrücklich davor, unter gegebenen Voraussetzungen "Kontrolliertes Trinken" auszuprobieren! Es ist unverantwortlich, dass Leute, von denen man eigentlich annehmen sollte, sie hätten die nötige Fachkenntnis, zu diesen gefährlichen Versuchen animieren. Und noch schlimmer, dies als therapeutische Maßnahme zu verkaufen und sich so auf Kosten derer, die ihnen guten Glaubens vertrauen, zu bereichern.


Da schließe ich mich an.

Und zu alle die sagen sie sind keine Alkoholiker/inen aber jeden Tag wegen was auch immer für Gründen Alkohol zu sich nehmen, immer daran denken welchen zu kaufen zu müssen.(ich rede nicht von 2 Flaschen oder so sondern mehr) ihr seid sehr sehr stark gefährdet. wie oben beschrieben kann das spielchen jahre gehen und ich meine nicht 2 oder drei jahre sondern 5 jahre aufwärts..es ist ein schleichender Prozess. Anders als bei Drogen



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 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 5. Feb 2013, 14:22 
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Einen Rückfall gehabt zu haben und dann aufzuhören bedeutet nicht dass dann alle Probleme beseitigt sind.Es bedeutet sehr viel aufarbeitung denn man hatte ja getrunken weil man ein Problem "so BEWÄLTIGEN wollte" das Problem ist geblieben.es ist schwierig zu zu sehen, wenn irgendjemand irgendwo trinkt wenn man sagen wir mal ein paar monate erst wieder clean ist. Das bedeutet sehr viel Kraft aufzuwenden nix zu trinken. weil man ja körperlich weg ist aber nicht geistig. Das versteht natürlich nur jemand/e die/der selber das mitgemacht hat. Man ist in der Zeit noch psychisch angreifbar, mehr noch. Man will trinken oder sonstige Suchtsachen einnehmen und weiß aber man darf es nicht das ist anstrengend.Bis derSatz kommt: ich will es nicht mehr nehmen dauert es noch eine ganze weile und das ist der unterschied. Und einfach aufzuhören einfach neu zu starten und einfach... und einfach.. ja ja wie oft habe ich das gehört?? wenn das alles so einfach wäre.. kämpfen heißt das Wort jeden Tag aufs neue. Wenn man in der Früh aufsteht und der erste gedanke ist da, gehe ich heute einkaufen und hole ich mir was? nein man bleibt zu hause. oder man geht einkaufen und versucht was anderes zu denken. Meistens klappt es. wenn man nicht mehr schlafen kann essen unmöglich wird und ein Hobby nicht mehr willst obwohl es einem sehr gut getan hat. Und man nix ( antialkoholisches ) trinken kann weils einem nicht mehr schmeckt. In der früh wenn man aufwacht und zittert obwohl man nix zu sich genommen hat.und alles ausprobiert hat was einem helfen könnte, selbst das Reden hilft nix mehr, dann ist es Suchtdruck.Dann braucht man einen starken arm zum Anlehen sonst geht man unter.



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 Post subject: Re: suchterkrankung und ihre folgen
PostPosted: 6. Feb 2013, 14:17 
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Wenn man Lernt mit seiner Krankheit umzugehen ist es zu 100% leichter das Leben zu genießen und zu Leben. Aber den richtigen Weg zu finden das ist schwer. Manche können es, ich beneide die. Durch eine Sucht egal welche
hat man keine Hobbys mehr. Fällt die Sucht weg, so merkt man, dass die/der Mensch ganz anders ist. Manchmal sehr gut und bei manchen (was ich nicht persönlich denke sehr schlecht) da wünschen sie sich die Angehörigen das die Betroffende/r wieder die Sucht annimmt. Tja.. wo ich immer wieder erstaunt bin darüber. Ich bin froh (und ich habe es) das ich Menschen um mich rum habe die keine Sucht haben. :) das ist sehr sehr wichtig für einen Ex Süchtige/n :smile1:



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