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 Betreff des Beitrags: Artikel 1 GG
BeitragVerfasst: 17. Dez 2015, 20:31 
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Zitat:
Flaschensammeln in Würde?

Jörg Friedrich 17. Dezember 2015 Arte-Fakten

Ist es würdelos, Pfandflaschen aus Mülleimern zu fischen?

Vor ein paar Jahren kam ein Designstudent aus Köln auf eine tolle Idee, die seither von einfühlsamen Menschen regelmäßig wieder in die Diskussion gebracht wird: Man sollte öffentliche Mülleimer doch mit Flaschenhaltern (so genannten Pfandringen) versehen. Damit kann man, so das Argument, armen Menschen, die darauf angewiesen sind, sich ein paar Euro mit dem Sammeln von Pfandflaschen zu verdienen, ihre Würde zurückgeben. Jawohl, es geht um nicht weniger als die Würde des Menschen, die bekanntlich unantastbar ist.

(...)

Dass man sich bei dieser Tätigkeit die Hände schmutzig macht, dass man dabei im Abfall wühlt, macht die Sache noch nicht würdelos. Sowas machen viele andere Menschen auch.

Die Würdelosigkeit entsteht im Kopf des Beobachters, der für sich sagt: Das wäre nichts für mich. Durch diese Beurteilung hat er dem Mann am Mülleimer die Würde erst genommen, die er ihm sogleich per Pfandring zurückgeben will.

(...)


http://diekolumnisten.de/2015/12/17/fla ... in-wuerde/



>> Durch diese Beurteilung hat er dem Mann am Mülleimer die Würde erst genommen, die er ihm sogleich per Pfandring zurückgeben will. <<

Das ist in diesem speziellen Fall richtig, bedarf aber m. E. einer näheren Begründung. Die Beurteilung alleine kann dem Beurteilten kaum die Würde nehmen, solange der Beurteilende nicht in einer offiziellen Funktion zum Urteilen berufen ist. Eine Meinung zum Thema "Menschen und Mülltonnen", die er nicht teilt, kann dem Beurteilten am Allerwertesten vorbeigehen.

Anders sieht es aus, wenn der Beurteilende öffentlich das Bild eines entwürdigten Menschen zeichnet, um sich selbst als Würderetter aufzuspielen und so den angeblich schutzbedürftigen Menschen als Vehikel für seine persönlichen Eitelkeiten oder auch als menschliche Ressource für eine "Kunst" - Performance benutzt. Jede Instrumentalisierung von Menschen durch Menschen hat das Potential einer Verletzung der Menschenwürde.

Die Grenze ist ganz sicher überschritten, wenn ein Mensch ohne seine eigene Mitwirkung nur noch als Betriebsstoff für die Maschinerie Dritter dient, egal ob die Maschine dem Kunstbetrieb oder der Sozialindustrie zuzuordnen ist oder einfach nur als Spielzeug eitler Selbstdarsteller erschaffen wurde.


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 Betreff des Beitrags: Re: Artikel 1 GG
BeitragVerfasst: 19. Okt 2016, 09:22 
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Zitat:
„TERROR – IHR URTEIL“, ARD

Volkes Stimme fällt ein Urteil - vor dem Fernseher

Das öffentlich-rechtliche Erste lässt sein Publikum die Zahl von Toten gegeneinander aufrechnen und bereitet die Bühne für ein rein emotionales Urteil. Das ist ethisch verwerflich. Ein Kommentar.

(...)


http://www.fr-online.de/aktuelle-kommen ... 61306.html

Der Journalisten - Darsteller möchte anscheinend verbieten lassen, dass im Fernsehen oder Theater mögliche Gegensätze zwischen dem Volkssouverän und den professionellen Sachwaltern des Grundgesetzes untersucht und thematisiert werden.

Der sollte sich wirklich einen anderen Beruf oder ein autoritär regiertes Land suchen, wo man als Journalist für`s Stiefellecken bezahlt wird. Übrigens finde ich die Mehrheitsmeinung zu diesem Thema gar nicht so doof. Auf dem FB - Profil eines Bekannten dazu geschrieben:

>> hätte dann die Anklage nicht auf 70.000fachen Mord lauten müssen? <<

Mord durch Unterlassen ist gesetzlich nur für die Knechte vorgesehen:

https://dejure.org/gesetze/StGB/13.html

Die Staatsmacht dagegen erklärt sich zunächst zum alleinigen Beschützer aller Menschen, die unter Strafandrohung zur Waffen- und Wehrlosigkeit gezwungen werden, um sich dann über pseudojuristische Phantastereien von politischen Gesinnungsmoralisten aus der Verantwortung zu stehlen.

Die Menschen im Flugzeug konnte man nicht mehr retten, also ging es nicht um sie. Es ging um ein Prinzip und einen politischen Machtanspruch, für den die Menschen im Stadion geopfert werden sollen - so wie in frühen Kulturen Menschen geopfert wurden, um Regengötter zu bestechen und Donnergötter zu besänftigen.

Leute wie der FDP - Baum sind zu alt, um ihnen zu erklären, dass es keine Regengötter gibt.

Die Jüngeren sollten sich von diesem Quatsch aber nicht benebeln lassen, sonst könnte die Idee der universellen Menschenrechte irgendwann ihren Rückhalt in den Mehrheitsbevölkerungen aller Länder weltweit verlieren.

>> hab ich was verpasst ? ich hab gedadelt zur der zeit ,mach ich seit geraumer zeit am liebsten ... <<

Kann ich verstehen, bei dem Fernsehprogramm ... Hier noch was zu lesen:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges ... ettansicht

Die Darstellung von Fischer ist auch weitestgehend richtig (obgleich nicht vollständig, die Tötung der Menschen im Flugzeug kann nicht rechtmäßig sein, die Tötung der Menschen im Stadion durch Unterlassen aber auch nicht).Dieser Fall ist nur über den entschuldigenden oder übergesetzlichen Notstand zu lösen.


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