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 Betreff des Beitrags: Die Nacht der Nächte...
BeitragVerfasst: 23. Okt 2013, 21:51 
... und wenn der neue Tag anbricht, ist nichts mehr, wie es war.

Dieser Thread ist für alle, die auch schon so eine "Nacht der Nächte" erlebt haben. Freudiges, trauriges oder einfach nur eine unvergessliche Nacht.

Ich mach dann mal den Anfang. Es gibt mehrere "Nächte der Nacht", die erwähnenswert wären, von einer möchte ich erzählen:

Heute vor 7 Jahren saß ich bereits seit 11 Stunden ununterbrochen an Mamas Krankenbett und wartete auf ihren Tod. Schwere Wochen lagen hinter ihr, eine große Op, viele viele Komplikationen und dann war klar: Sie schafft es nicht mehr.

21.15 Uhr: Der Atem leise rasselnd, aber sehr regelmäßig. Blutdruck normal. Eine Krankenschwester kommt herein und bringt frischen Kaffee. Ich soll sofort klingeln, wenn etwas sei. Welch eine liebe und fürsorgliche Person! Noch mehrmals wird sie in dieser Nacht der Nächte hereinkommen und Kaffee bringen...

22.00 Uhr: Mama schwitzt sehr. Waschlappen nass gemacht und die trockenen Lippen genässt. Ein dankbares "Mhhh" ist zu hören. Ansonsten keine Veränderung.

23.00 Uhr: Neuer Kaffee, kurze Toilettenpause. Im Krankenhaus ist es ruhig geworden. Der bestellte Seelsorger macht die letzte Krankensalbung, die Atmosphäre ist so unglaublich friedlich. Draußen ist es immer noch warm; dieser Oktober ist wirklich "golden".

00.00 Uhr: Wasserflasche ist leer; neue geholt. Irgendwo auf dem Flur klingelt es pausenlos. Leise, aber hörbar. Mama schwitzt weiterhin; getränkter Waschlappen nässt immer wieder ihre Lippen und jedesmal kommt "Mhhh". Ich bin so schrecklich müde; im Sitzen fallen mir die Augen zu; schlafen kann ich aber nicht.

1.00 Uhr: Neuer Kaffee; die Krankenschwester erkundigt sich, ob es mir gut ginge. Sie schaut, ob bei Mama alles in Ordnung ist. Alles ok, ich soll schellen, wenn was sei.

2.00 Uhr: Seit 16 Stunden bin ich bei ihr, halte ihre Hand. Mein Mann kommt. Er macht sich Sorgen und möchte, dass ich einige Stunden nach Hause gehe und er dafür dableibt. Nein, ich kann nicht weg. Ich kann sie nicht alleine lassen; nicht jetzt. Er telefoniert draußen und bittet eines der Kinder, es möge kommen, damit ich nicht alleine bin.

2.30 Uhr: Kind kommt. Mama schwitzt immer noch so sehr. Atmet aber ruhig, wenn auch geräuschvoll. Ich gehe in die Krankenhaus-Kapelle, zünde eine Kerze an und bete. Nehme ein Teelicht mit aufs Zimmer; stelle es auf die Fensterbank und zünde den Docht an. Eigentlich verboten, aber egal.

2.50 Uhr: Für kurze Zeit setzt die Atmung aus; setzt aber sofort wieder ein. Dann noch einmal und noch einmal. Sie atmet immer wieder neu. Kämpft sie? Spürt sie etwas? Ich halte ihre Hand, beuge mich über sie und sage ihr, dass alles gut sei; dass ich bei ihr wäre und sie nun gehen könne. Sie solle sich keine Sorgen machen. Alles sei gut. Schlagartig hört sie auf zu atmen. Frieden. Doch dann setzt die Atmung wieder ein. Hatte nicht damit gerechnet und bin erschrocken. Streichle ihre Wange, halte ihre Hand und sage ihr erneut, dass alles gut sei und sie gehen könne.

3.00 Uhr: Ich drücke auf den Notrufknopf. Mama hat es geschafft. Ich bin so unglaublich stolz auf sie.
Sie hat mich zu DEM Menschen gemacht, der ich heute bin. Und sie hat es sehr sehr gut gemacht.

Und als der Morgen graute, drehte sich die Welt wie immer weiter. Doch nichts ist mehr, wie es einmal war.

Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden. Ja, das stimmt irgendwie und irgendwie stimmt es auch wieder nicht. Die Trauer wird weniger, der Schmerz wird weniger. Was bleibt, ist die Sehnsucht.

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Die Nacht der Nächte...
BeitragVerfasst: 23. Okt 2013, 22:08 
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also solche nacht habe ich auch erlebt vor 13 jahren mit meiner mutter .dann 1 nacht im krankenhaus nach meiner bauchaorter OP .ich habe von der ärztin eine abführtablette bekommen sie wollte wissen ob alles richtig verlegt wurde.neben dem lrankenbett stand der schieber.als ich merkte ich muss auf den schieber bettdecke beiseite hose runter und schon war da bett voll .ich drückte alarm und 1 pfleger und eine schwester kamen .mir war das so unangenehm .als ich mich entschuldigen wollte sagte der pfleger sie sind nicht der erste und letzte dem das passiert ,in 1/4 stunde war matraze und frischbezogen und der pfleger lachte das mir das peinlich war.



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Sollte ich jemanden persönlich verletzt haben,das war nicht meine absicht und bitte ich hiermit offiziell um Entschuldigung. wahrheit ist wahrheitSocial TV Geheimer Krieg der USA. USATALIBAN "Allahu Akbar"
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