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 Betreff des Beitrags: Dein Name ist Mandy* und ich möchte von dir erzählen
BeitragVerfasst: 2. Mär 2013, 17:50 
Mandy war 35 Jahre alt, als ich sie kennen lernte. Es war an einem Mittwoch gegen 16.00 Uhr, als ich ihren Beitrag im Netz fand. Sie muss ihn erst kurz vorher eingestellt haben, da es noch keine Reaktionen von anderen Forenteilnehmern gab. Ihre Zeilen waren ein herzzerreißender Hilfeschrei, der mir einen kalten Schauer über den Rücken laufen ließ.
Die erste Reaktion war, schnell wieder wegzuklicken und einzutauchen in die reale Welt, in der es noch viel zu tun gab. Und doch… ich konnte nicht. Warum nicht? Keine Ahnung, aber ich konnte nicht.

Also überlegte ich, was ich ihr schreiben sollte. Was schreibt man, wenn jemand flehentlich um Hilfe bittet? Was schreibt man einer Mutter von vier kleinen Kindern, die befürchtet, lebensbedrohlich erkrankt zu sein? Was schreibt man einer jungen Frau, die offensichtlich von einem Befund überrascht worden war, der ihr Leben von einer Sekunde auf die andere verändert hatte?

Klar, erst einmal versuchen, zu… beruhigen. Der Panik ihrer Zeilen einen Ruhepol zu geben. Also schrieb ich ihr, sie solle erst einmal sofort fünfmal ganz langsam… tief ein- und… wieder ausatmen.
Und dass sie ab sofort nicht mehr alleine sei. Ich sei da und es würden ihr gewiss noch etliche andere Foristen schreiben.
Dass es einmal mehr als einhundert sein würden, wusste ich da noch nicht…

So also lernte ich Mandy kennen; ihre Kinder, ihren Mann, ihre Eltern und Schwiegereltern. Ich erfuhr, wo sie wohnte, welchen Tätigkeiten sie nachging, welche Schule das älteste der Kinder besuchte und dass das zweite Kind auch bald eingeschult werden würde. Das dritte Kind besuchte den Kindergarten und das Jüngste lernte gerade laufen.

Ja, die Kinder waren ihr Lebensinhalt und sie schrieb später noch oft, dass sie ohne ihren Mann und der gesamten Familie gar nicht wüsste, wie sie alles schaffen sollte.

Dann meldete sie sich erneut und aus dem anfangs dringendem Verdacht war Gewissheit geworden. Mandy, die junge vierfache Mutter war todkrank. Und verzweifelt.

Niemals werde ich ihre Frage vergessen:

„Was soll ich jetzt machen?????????????“

Ja, was sollte sie machen?

Und wieder versuchte ich, Ruhe in sie zu pumpen. Ruhe, die so unendlich schwer in einen völlig panischen Menschen zu bekommen ist.

Ich weiß nicht, ob mir das gelungen ist; später schrieb sie einmal, dass sie jedes Mal, wenn ich ihr geschrieben hatte, viel ruhiger geworden sei.
Krebs sei heutzutage weder ein Notfall noch eine sichere Todesdiagnose, hatte ich ihr geschrieben. Die Wissenschaft sei schon viel weiter voran gekommen, als das noch vor 10 oder 20 Jahren der Fall war, hatte ich ihr mitgeteilt.

Und ich schickte ihr einen aufmunternden Hoffnungsgruß:

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 Betreff des Beitrags: Re: Dein Name ist Mandy* und ich möchte von dir erzählen
BeitragVerfasst: 2. Mär 2013, 18:19 
Andere Foristen posteten dann ebenfalls Mutmach-Beiträge; man nahm Mandy sozusagen „bei der Hand“ und „führte“ sie durch die notwendige Operation und den anschließenden Therapien. Was kann man gegen welche Nebenwirkungen tun? Welche zusätzlichen Alternativ-Behandlungen werden als hilfreich bewertet? Was hat Salbei für eine wichtige Bedeutung? Was ist zu tun, wenn die Haare ausfallen? Ist es schmerzhaft, falls die Finger- und Fußnägel abfallen sollten? Welche Krankenkassen zahlen den größten Zuschuss für Perücken? „Mandy, du hast wegen der kleinen Kinder Anspruch auf eine Haushaltshilfe“, war nur ein Tipp von vielen.
Besonders gefreut hat sie sich, als sie erfahren hat, dass ihre Kinder zu der anschließenden Reha mitfahren könnten. Ohne Kinder hätte Mandy nicht so lange wegbleiben wollen.

Der Austausch mit Mandy entwickelte sich zu einer fast täglichen „Talk-Show“ und wer nicht erkannte, worüber wir uns unterhielten, muss uns wohl für völlig durchgeknallt gehalten haben.

Abends, wenn ihre Kleinen schliefen, hatte sie noch etwas Zeit, mit uns zu plaudern. Unterdessen machte ihr Mann den Haushalt, damit am nächsten Morgen der ganz normale „Wahnsinn“ weiter gehen konnte.

Irgendwann hatte Mandy „Bergfest“. Man, was haben wir virtuell gefeiert! Das geht nicht, denkt ihr? Doch, das geht!
„Bergfest“ ist DER Tag, an dem die Hälfte der Therapien geschafft ist. 50%... für jemanden, der anfangs in vollkommener Verzweiflung zu versinken drohte, eine große Freude! Mandy war so unendlich glücklich! Und wir alle mit ihr!

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 Betreff des Beitrags: Re: Dein Name ist Mandy* und ich möchte von dir erzählen
BeitragVerfasst: 2. Mär 2013, 18:25 
Wenn Mandy mal einen besonders miesen Tag hatte, haben wir sie immer wieder daran erinnert, wie weit sie schon gekommen war und dass auf einen miesen Tag auch wieder ein schöner folgen würde.

Dann kam die Weihnachtszeit und Mandy wollte das Haus wie jedes Jahr schön schmücken. Welche Kräfte sie dafür aufwenden musste, kann wohl nur jemand nachvollziehen, der Mandy´s Therapien auch durchlaufen hat.

Mandy musste sich dann aber doch noch helfen lassen. Sie lud zu einer „Schmück-Party“ ein und berichtete anschließend, wie schön die Party gewesen sei. Ihre Kinder haben mit leuchtenden Augen alle Sternchen, Lichter und vor allem natürlich die 24 kleinen Adventssäckchen bewundert. 24 kleine Säckchen mal vier Kinder. Was muss das für eine Arbeit gewesen sein, diese alle zu nähen und mit kleinen Leckereien zu befüllen?

Genau am Weihnachtsfest ging es Mandy dann besonders mies, so dass sie das Bett nicht verlassen konnte. Sie war traurig und enttäuscht, aber ihr Mann hat die Bescherung dann einfach ins Schlafzimmer verlegt. Auch ein kleiner Zweitbaum wurde dort aufgestellt und von den älteren Kindern rasch noch geschmückt.

Das neue Jahr kam und es folgte ein eiskalter Januar. Mandy, natürlich ohne Kopfhaare, schrieb ein- ums andere Mal, wie kalt ihr sei. Da halfen keine noch so warmen Kopfbedeckungen, keine Perücke, es war ihr einfach zu kalt.

Nach vielen lieb gemeinten Tipps, die alle nicht zum gewünschten Erfolg führten, hat sie dann zur Selbsthilfe gegriffen und sich eine Art „Turban“ genäht. Also ein Stück warmen Flanellstoff auf ihre Kopf-Größe zugeschnitten und so vernäht, dass eine kleine Stelle offen blieb. Dann hat sie ein Körnerkissen geopfert und eine größere Menge Körner in den Flanellstoff gefüllt. Das muss lustig ausgesehen haben, aber… sie fror nicht mehr. Den Turban für 2 Minuten in die Mikrowelle und schon habe sie für lange Zeit einen warmen Kopf, schrieb sie dann.

Ja, so war Mandy. Einfallsreich, geschickt und… sie konnte so herrlich über sich selbst lachen. „Jetzt sehe ich aus wie eine Außerirdische, aber lieber außerirdisch und warm als irdisch und kalt.“ Der lachende Smilie dahinter zeigte, dass sie es mit viel Humor nahm.

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 Betreff des Beitrags: Re: Dein Name ist Mandy* und ich möchte von dir erzählen
BeitragVerfasst: 2. Mär 2013, 20:17 
Ostern kam und damit das endgültige Ende der Therapien.
Geschafft! Endlich! Jetzt musste es doch einfach wieder aufwärts gehen. Mandy dachte so und wir dachten so.

Die Zeit verging; Mandy´s Haare wuchsen wieder, alle Blutwerte waren in Ordnung, der Körper erholte sich von den Strapazen. Mandy stürzte sich wieder in den Alltag; sie wollte endlich wieder ihre Kinder ganz allein versorgen. Omas und Opas hatten viel geholfen, aber jetzt wollte sie endlich wieder die Mutter sein, die sie gewesen war.

Es folgte ein herrlicher Sommer, längst war ihre Erkrankung kein Hauptthema mehr. Wir blödelten über Gott und die Welt; tauschten kleine Anekdoten des Alltags aus und freuten uns über das herrliche Wetter.

Die bewilligte Kur hat Mandy dann doch wieder abgesagt. Ihr Mann war beruflich sehr eingespannt und hätte nicht mitfahren können. Ohne ihn wollte sie aber nicht weg und sie hatte auch Sorge, dass ihre Kräfte für die Kinder nicht ausreichen würden.

Stattdessen unternahm Mandy mit der Familie an den Wochenenden kleine Ausflüge, mal ans Meer, mal ging es in den Zoo oder in einen Freizeitpark. Mit vier Kindern muss das immer eine logistische Herausforderung gewesen sein, aber Mandy schrieb immer, dass die meisten Vorbereitungen ihr Mann übernehmen würde und sie dann nur noch für die Kleidung der Kleinen zuständig sei.

So gingen auch der Sommer und der Herbst ins Land. Das jüngste Kind hatte längst Laufen gelernt, die ersten Backenzähnchen bescherten schlaflose Nächte und grippale Infekte ließen den Schlafmangel noch größer werden.
Aber Mandy beklagte sich nie. „Ich habe die Therapien geschafft, dann werde ich auch diese kurze Zeit mit Schlafmangel schaffen“ schrieb sie.
„Wenn der Jüngste dann nächstes Jahr in den Kindergarten kommt, bin ich ganz allein morgens im Haus. Das kann ich mir jetzt noch gar nicht vorstellen und eigentlich möchte ich das auch nicht. Aber Kindergarten ist wichtig und deshalb haben wir ihn auch angemeldet.“

Und dann verriet sie uns, dass sie ja erst mit dem Kinderwunsch abgeschlossen habe, nachdem ihr die Ärzte von weiteren Schwangerschaften abgeraten hätten. Sonst hätte sie gerne noch ein oder auch zwei Kinder gehabt.

Mandy und Kinder! Sie war selbst ein Einzelkind gewesen und fand es schrecklich. Sie wollte Kinder; viele Kinder.
Ihr lieber Mann, das große Haus, eine unermüdliche Mandy, ja, da gehörten einfach Kinder dazu.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dein Name ist Mandy* und ich möchte von dir erzählen
BeitragVerfasst: 2. Mär 2013, 20:25 
Wann genau es war, weiß ich nicht mehr. Es muss so im Oktober gewesen sein, als Mandy zum ersten Mal darüber berichtete, dass sie eigenartige Schmerzen im Rücken habe. Wir drängten sie, außerhalb der üblichen Nachsorgetermine zum Arzt zu gehen. Schließlich holte sie sich einen Termin. Das muss ihr nicht leicht gefallen sein, denn sie schrieb, dass ausgerechnet jetzt so viele Termine für die Kinder anstünden. Elternabend in der Schule, Kindergartenfest-Vorbereitungen, Kindergeburtstage etc. .. und ihr Vater sei im Krankenhaus mit einem leichten Schlaganfall.

Es vergingen dann einige Tage, bevor sich Mandy wieder meldete. Sie sei beim Arzt gewesen und der hätte ihr eine Überweisung zum Orthopäden gegeben. Vermutlich hätte sie einen Bandscheibenvorfall.

Ich weiß genau, dass ich ab diesem Tag ein komisches Gefühl bekam und es auch nicht wegging. Aber ich wollte keine Panik verbreiten. Mandy klang gestresst und diese Stresstage sollten erst einmal vorüber gehen.

Zum ersten Mal vergingen über zwei Wochen, bis sie sich erneut meldete. Sie sei beim Orthopäden gewesen und dieser hätte den Bandscheibenvorfall bestätigt, nachdem er ein Röntgenbild angefertigt hatte.
Er würde ihr raten, einen Chiropraktiker aufzusuchen. Bei ihrer „Vorgeschichte“ solle man vorsichtig vorgehen und unkonventionelle Therapien bevorzugen.

Auf meine Frage, ob sie immer noch Schmerzen habe, antwortete sie, dass es zwar nicht besser geworden sei, aber auch nicht stärker. Und sie wolle jetzt erst einmal nach einem geeigneten Chiropraktiker in ihrer Nähe suchen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dein Name ist Mandy* und ich möchte von dir erzählen
BeitragVerfasst: 2. Mär 2013, 20:29 
Wieder vergingen zwei Wochen und endlich postete sie wieder. Der Chiropraktiker habe sie mehrfach „eingerenkt“ und davon gesprochen, dass alle ihre Muskeln stark verhärtet seien. Aber das würde er in den Griff bekommen.

Wieder fragte ich nach Schmerzen und sie schrieb, dass diese durch das „Einrenken“ etwas besser geworden seien.

Das alles beruhigte mich aber nicht und schließlich, zwei weitere Wochen später, riet ich ihr, doch mal rein vorsorglich ihren Onkologen nach einem Skelettszintigramm zu fragen. Erst war sie nicht davon begeistert, weil die Nachsorge-Untersuchungen, einschließlich Blutergebnissen, alle in Ordnung gewesen waren. Da könne dann ja gar nichts Besonderes sein…

Sechs Wochen später, nach etlichen Chiropraktiker-Besuchen, weiteren „Einrenkungen“ und Muskelmassagen, sah sie auf Grund der weiterhin bestehenden Schmerzen ein, dass ein weiterer Arzt-Besuch unumgänglich war.

Das Skelettszintigramm wurde gemacht. Ergebnis: Alles in Ordnung.

Mandy war so überschwänglich glücklich! Erst jetzt gab sie zu, dass sie schon Schlimmes befürchtet hatte und nun einfach nur erleichtert sei, dass nichts gefunden wurde.

Ich freute mich mit ihr und ärgerte mich gleichzeitig über mich selbst. Warum hatte ich sie grundlos in Sorge versetzt? Dazu hatte ich kein Recht! Ich schwor innerlich, sie nie mehr unnötig zu beunruhigen und zu einer Untersuchung zu drängen.

Mandy ging weiterhin zum Chiropraktiker und dieser hat sich offensichtlich viel Mühe gegeben, um ihre weiterhin bestehenden Schmerzen zu lindern. Jedenfalls schien Mandy immer mit den Therapien zufrieden zu sein.

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 Betreff des Beitrags: Re: Dein Name ist Mandy* und ich möchte von dir erzählen
BeitragVerfasst: 2. Mär 2013, 20:53 
Wenn ich mich richtig erinnere, muss es Anfang Januar des Folgejahres gewesen sein, als mich erneut ein Beitrag von Mandy stutzig machte. Die Wochen zuvor hatte sie immer nur von den Chiropraktiker-Terminen berichtet, aber jetzt schien sich etwas gravierend verändert zu haben: Die Schmerzen. Die Schmerzen nahmen unaufhörlich zu. Mandy schrieb, dass sie die Treppe zum Obergeschoss nur noch mit vielen Schmerzen und im „Kleinkind-Schritt“ hinauf und/oder hinunter gehen könne. Und morgens käme sie vor Schmerzen kaum noch aus dem Bett. Sie bräuchte mehrere Minuten, bis sie vom Liegen zum Stehen käme und selbst, wenn das geschafft sei, wären die Schmerzen fast unerträglich. Erst durch viel Bewegung würde es dann etwas besser, aber nur etwas. Der Chiropraktiker hätte ihr gesagt, das sei bei so einer langwierigen Therapie, wie sie sie bräuchte, nicht ungewöhnlich.

Ich hatte bereits meine Antwort geschrieben, als mir einfiel, was ich mir geschworen hatte: Nie mehr wollte ich Mandy beunruhigen und in Angst versetzen. Also löschte ich meine Antwort wieder und schrieb stattdessen, dass ich mir schon gut vorstellen könne, was der Chiropraktiker gesagt habe.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dein Name ist Mandy* und ich möchte von dir erzählen
BeitragVerfasst: 3. Mär 2013, 00:56 
Ich hatte meinen Schwur gehalten, aber nicht ehrlich meine Meinung geschrieben.

Lange lag ich in der Folgenacht noch wach und überlegte, ob es wirklich richtig war, sie im Unklaren zu lassen. Ich wusste, wenn Knochenschmerzen bei einer Krebskranken nicht mehr vergehen, ein Skelettszintigramm kein Ergebnis bringt, wenn Therapien nicht anschlagen und sich Schmerzen immer weiter steigern, dass dann weitere Untersuchungen gemacht werden sollten. Aber sollte ich ihr wirklich schreiben: „Du Mandy, es wäre eventuell möglich, dass es sich trotz des „guten“ Skelettszintigramms um Knochenmetastasen handelt? Es gibt osteoplastische Knochenmetastasen, die man nicht im Szintigramm sieht, sondern nur in einer Computer-Tomographie?"

Sollte ich ihr DAS wirklich zumuten? Und was wäre, wenn ich wieder einmal „daneben“ liegen würde?
Mandy verließ sich doch voll und ganz auf das gut ausgefallene Skelettszintigramm und auf die Aussage des Onkologen. Für sie konnte da nichts Böses sein.
Durfte ich ihre feste Überzeugung erschüttern, obwohl ich mir doch gar nicht sicher war? Eine Vermutung äußern, die durch nichts bewiesen war? Und würde ihr Onkologe überhaupt reagieren, nachdem er ihr ja mitgeteilt hatte, es sei alles in Ordnung???

Es fiel mir schwer, aber ich entschied mich dann fürs Schweigen. Schließlich redete ich mir ein, dass es bestimmt gar nicht so schlimm mit den Schmerzen sein würde und dass sie gewiss bald schmerzfrei sei, so, wie es ihr der Chiropraktiker gesagt hatte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Dein Name ist Mandy* und ich möchte von dir erzählen
BeitragVerfasst: 3. Mär 2013, 01:18 
Mandys Beiträge wurden unterdessen immer kürzer. Sie schrieb, dass sie nicht lange sitzen und deshalb immer nur einige Zeilen schreiben könne. Ihr Mann mache jetzt alles im Haushalt und er tue ihr so leid, weil er ja auch noch seiner Arbeit nachgehen müsse. Deshalb seien die beiden Kleinen auch bei den Eltern und die Schwiegereltern würden sich um die beiden „Großen“ kümmern.

Und dann schrieb sie noch: „Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll“.

Später dann: „Zum Chiropraktiker kann ich nicht mehr, weil ich den Weg nicht schaffe. Zum Onkologen kann ich nicht mehr, weil ich den Weg nicht schaffe. Um die Kinder kann ich mich nicht mehr kümmern. Ins Krankenhaus will ich aber auch nicht, weil die sowieso sagen würden, dass das Skelettszintigramm ja in Ordnung gewesen sei. Wie soll das hier weitergehen? Warum habe ich diese unerträglichen Schmerzen? Ich habe doch schon alles gemacht, damit sie aufhören. Aber sie hören einfach nicht auf.“

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 Betreff des Beitrags: Re: Dein Name ist Mandy* und ich möchte von dir erzählen
BeitragVerfasst: 3. Mär 2013, 01:52 
Ich schrieb ihr, dass sie dringend Medikamente zur Schmerzlinderung bräuchte, sie oder ihr Mann solle den Notarzt rufen. SOFORT! Es sei ja schon fast Mitternacht und bei solch widerlichen Schmerzen hätte sie das Recht, einen Arzt kommen zu lassen.

Diese Zeilen schrieb ich ihr in der Nacht zum 01. März.



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 Betreff des Beitrags: Re: Dein Name ist Mandy* und ich möchte von dir erzählen
BeitragVerfasst: 3. Mär 2013, 01:57 
Heute, am 03. März jährt sich Mandys Todestag; sie wurde nur 37 Jahre alt. Letztendlich durfte sie friedlich und ohne Schmerzen einschlafen.

Die vorgenommene Computer-Tomographie hatte ergeben, dass sie keine Chance mehr hatte.

Meine Gedanken weilen heute bei Mandy, ihrem Mann und ihren Kindern, die ohne Mama aufwachsen müssen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dein Name ist Mandy* und ich möchte von dir erzählen
BeitragVerfasst: 3. Mär 2013, 02:01 
Liebe Mandy,

Danke für die schöne, wenn auch viel zu kurze Zeit, die wir alle mit dir verbringen durften. Wir werden dich nie vergessen. Deine Warmherzigkeit, dein Humor, dein unbändiger Lebenswille, deine Fürsorglichkeit, deine genialen Lösungsstrategien… all das zaubert ein Lächeln auf unsere Gesichter, wenn wir heute an dich denken.


* Name geändert


Zitat:
Wenn Engel einsam sind

Wenn Engel einsam sind
in ihren Kreisen,
dann gehen sie von Zeit
zu Zeit auf Reisen.

Sie suchen auf der ganzen Welt
nach ihresgleichen,
nach Engeln, die in Menschgestalt
durchs Leben streichen.

Sie nehmen diese mit
zu sich nach Haus –
für uns sieht dies Verschwinden
dann wie Sterben aus.

Renate Eggert-Schwarten



Wo Worte enden, beginnt die Musik.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dein Name ist Mandy* und ich möchte von dir erzählen
BeitragVerfasst: 3. Mär 2013, 02:43 
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as ist Traurig aber ich finde es gut was du da machst



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