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 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Papst ist da
BeitragVerfasst: 15. Mär 2013, 08:12 
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DieLaura hat geschrieben:
borus hat geschrieben:
DieLaura hat geschrieben:
Da stimme ich dir zu, Ali. Das erscheint mir alles nicht richtig koscher.

Mal abwarten, was man noch so alles zu lesen bekommen wird.

der papst ist keine jude "koscher"


Sag mal, gehts eigentlich noch? WO steht, dass die PERSON des Papstes gemeint ist?

Erst informieren, dann posten. Nicht umgekehrt. :roll:

Zitat:

Koscher (jiddisch von hebräisch: כשר kascher, aschkenasische Aussprache: koscher, deutsch: „geeignet“, „tauglich“, „rein“)[/b] bezeichnet

in der jüdischen Religion erlaubte Nahrungsmittel, Gegenstände oder Handlungen, siehe u. a. Jüdische Speisegesetze

in der deutschen Umgangssprache „einwandfrei“, „unbedenklich“

im pfälzischen Dialekt Rindswurst


http://de.wikipedia.org/wiki/Koscher
Koscher (jiddisch von hebräisch: כשר kascher, aschkenasische Aussprache:sagt doch genug aus.
ich sage das essen ist einwandfrei oder gut brauche da kein wort aus einen fremden glauben sprache .



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 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Papst ist da
BeitragVerfasst: 15. Mär 2013, 11:06 
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Warum? Umgangssprachlich sagt man auch, dass einem eine Sache/ein Ding nicht koscher erscheint. Es ist doch nur ein Wort.


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 Betreff des Beitrags: "Wer nicht zum Herrn betet, betet zum Teufel"
BeitragVerfasst: 15. Mär 2013, 11:54 
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Zitat:

"Wer nicht zum Herrn betet, betet zum Teufel"

Beobachter und Gläubige rätseln weiter, wofür der neue Papst steht. In seiner ersten Messe in der sixtinischen Kapelle machte Franziskus klar, was für ihn Kern der christlichen Botschaft ist: Gebet und Glaube. Indes dämpfte der Vatikan Erwartungen an Fortschritte bei der Ökumene.

Die Messe mit den Kardinälen in der Sixtinischen Kapelle, dort wo sie ihn aus ihrem Kreis erwählt haben, gehört nach der Papstwahl zu den jahrhundertealten Ritualen, die die römisch-katholische Kirche an solchen Tagen abruft und zelebriert.

Spannend ist es, dabei die Gesichter derer zu studieren - nun dürfen wieder Kameras hinein in die Sixtina -, die vielleicht selbst gern Papst wären, die gegen ihn gestimmt haben, die womöglich das Ende ihrer Karriere als Kleriker befürchten müssen.

Frei und auf italienisch

Unüblich und unerwartet, dass Franziskus dabei frei sprach und auf Italienisch, nicht Lateinisch, predigte. Franziskus sprach mit langen Pausen, in einfachen Bildern, und keineswegs im Stile eines Mannes, der die Inbrunst des Glaubens zugunsten einer stärker auf die Sozialarbeit abstellenden Kirche aufzugeben bereit ist.

"Wenn der Mensch nicht geht, bleibt er stehen", predigte er. "Wenn man nicht auf die Felsen baut, was passiert dann? Das, was Kindern passiert, die am Strand spielen und Sandburgen bauen. Irgendwann fällt alles ein - ohne Festigkeit. Wenn sich der Mensch nicht zu Jesus Christus bekennt, geschieht, was wir bei Leon Bloy lesen: Wer nicht zum Herrn betet, betet zum Teufel. Wer sich nicht zu Christus bekennt, gibt die Welt der Weltlichkeit des Teufels anheim."

Franziskus, nicht Franziskus I.

Papstsprecher Federico Lombardi hatte zuvor beim regelmäßigen Pressetermin erstmal die Aufgabe, Grundlegendes festzuhalten: "Weil das immer wieder gefragt wird: Er heißt Franziskus, nicht Franziskus der Erste. Es gab ja noch keinen, und dann ist das so der Brauch. Der nächste könnte sich ja dann Franziskus II. nennen, aber dieser Papst heißt Franziskus und aus."

Natürlich wollte man auch gleich wissen, wie es um die Gesundheit des 76-jährigen Kirchenoberhaupts bestellt ist. Immerhin litt er seit seiner Jugend an Lungenproblemen. Lombardi beschwichtigt: "Vor vielen, vielen, vielen Jahren mußte er sich einer Operation unterziehen, bei der ihm ein Teil eines Lungenflügels entfernt wurde. Die, die ihn seit mehr als 30 oder 40 Jahren kennen, sagen, sie hätten ihn immer bei robuster Gesundheit erlebt, also ist das keinerlei Handicap für sein Leben oder seine Tätigkeit."

Vatikan dämpft Erwartungen zur Ökumene

Viele Erwartungen an einen Fortschritt in der Frage der Ökumene sind am Tag eins des neuen Pontifikats geäußert worden.

Der "Ökumeneminister" des Vatikans, der Schweizer Kardinal Kurt Koch, dämpfte ein wenig. Zwar habe der neue Papst ihm gleich gesagt, so Koch, dass ihm die Ökumene am Herzen liege. Die mitteleuropäische Sicht der Dinge sei aber nicht unbedingt die der Weltkirche, die zugleich mit der Orthodoxie verhandle, und 16 Gesprächspartner weltweit habe, deren Gemeinschaften aus der Reformation hervorgingen.

http://www.tagesschau.de/ausland/papst- ... us112.html



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 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Papst ist da
BeitragVerfasst: 15. Mär 2013, 20:55 
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Zitat:
Zeitung: Geheimreport zu Vatileaks steckt hinter Papstrücktritt

Rom (dapd). Homosex, Geld und Macht im Vatikan als eigentlicher Grund für den Papstrücktritt - es klingt wie eine Räuberpistole, erfunden von einem der zahlreichen Kritiker der katholischen Kirche. Doch was der Bestsellerautor Dan Brown nicht hätte besser erfinden können, ist nach Berichten der Tageszeitung "La Repubblica" Realität. Nicht Altersschwäche, sondern ein belastender Bericht über Sex-, Geld- und Machtgelüste innerhalb der römischen Kurie stünden hinter dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI., berichtete das Blatt am Donnerstag. Der Vatikan lehnt jeden Kommentar ab.

http://de.nachrichten.yahoo.com/zeitung ... 13534.html



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 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Papst ist da
BeitragVerfasst: 15. Mär 2013, 21:22 
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wer hat was gegen den neuen papst ?



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 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Papst ist da
BeitragVerfasst: 15. Mär 2013, 21:23 
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borus hat geschrieben:
wer hat was gegen den neuen papst ?


ich auf jeden Fall nicht ich kenne ihn nicht mal ;)



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 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Papst ist da
BeitragVerfasst: 16. Mär 2013, 00:34 
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borus hat geschrieben:
wer hat was gegen den neuen papst ?



ich :twisted:



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 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Papst ist da
BeitragVerfasst: 16. Mär 2013, 09:29 
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Ali hat geschrieben:
borus hat geschrieben:
wer hat was gegen den neuen papst ?



ich :twisted:


warum?



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 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Papst ist da
BeitragVerfasst: 16. Mär 2013, 10:01 
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schlau hat geschrieben:
Ali hat geschrieben:
borus hat geschrieben:
wer hat was gegen den neuen papst ?



ich :twisted:


warum?


Steht in meinen Postings:

aktuelle-nachrichten-f71/neuer-papst-ist-t843.html



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 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Papst ist da
BeitragVerfasst: 16. Mär 2013, 10:15 
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Ali hat geschrieben:


ach Mädel...

wer hat eigentlich eine reine weiße weste sprich vergangenheit? ;)



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 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Papst ist da
BeitragVerfasst: 16. Mär 2013, 10:57 
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schlau hat geschrieben:
Ali hat geschrieben:


ach Mädel...

wer hat eigentlich eine reine weiße weste sprich vergangenheit? ;)



Das muss dich ja nicht weiter stören, mich darf es das aber, denn einen heiligen Vater stelle ich mir eben anders vor.

Zitat:
Jorge Mario Bergoglio und die Militärdiktatur
Die zwei Gesichter des Papstes Franziskus
14.03.2013 13:18 Uhrvon Philipp Lichterbeck

Die Rolle des neuen Papstes während der Militärdiktatur in Argentinien wirft Fragen auf. Vorwürfe der Denunzierung zweier Priester stehen im Raum. Bergoglio selbst versuchte, dies in seiner Biografie zu entkräften, doch seine Glaubwürdigkeit ist mitunter fraglich.

Vor dem Konklave, in der sie im April 2005 Joseph Ratzinger zum Papst wählten, erhielten die Kardinäle eine E-Mail. Darin: ein Text des argentinischen Journalisten Horacio Verbitsky. Der Betreff: Jorge Bergoglio. Die E-Mail soll damals die Chancen des Erzbischofs von Buenos Aires, zum nächsten Pontifex gewählt zu werden, so geschmälert haben, dass er hinter Joseph Ratzinger den zweiten Platz belegte.

Doch was stand in dem Text von Verbitsky? Der investigative Journalist hatte das dunkelste Kapitel im Leben des neuen Papstes Francisco I. beschrieben: seine Rolle während der argentinischen Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983. Verbitsky beschuldigte den Jesuiten, die beiden Priester Francisco Jalics und Orlando Yorio im Mai 1976 an die Militärdiktatur ausgeliefert zu haben. Sie arbeiteten unter seiner Aufsicht als Ordensprovinzial von Buenos Aires. Der Vorwurf, dass Bergoglio (wie fast die gesamte katholische Kirche Argentiniens) mit der Junta kollaboriert hatte, war nicht neu. Doch Verbitsky präsentierte Beweise.

In seinem Anfang 2005 erschienen Buch „El Silencio“ skizziert er, wie Bergoglio die beiden Priester zwei Monate nach der Machtübernahme des Militärs aufforderte, den Jesuitenorden zu verlassen. Die Männer galten in Kirchenkreisen aber auch bei den Militärs als „Guerilleros“, weil sie Sozialarbeit in einem Armenviertel leisteten. Doch sie lehnten Bergoglios Gesuch ab. Sie seien keine Guerilleros, sagten sie, und baten Bergoglio als ihren Vorgesetzten darum, dies der Junta zu vermitteln. Bergoglio versprach, ein Wort für sie einzulegen. Jalics und Yorio aber auch andere Zeugen beschrieben später, wie Bergoglio sein Wort brach und die Priester stattdessen denunzierte. Er ließ der Junta eine Nachricht zukommen, dass die Priester nicht mehr unter dem Schutz der Kurie stünden. Bald darauf wurden sie entführt. Es existiert ein Dokument, aus dem hervorgeht, dass Bergoglio einem Beamten der Junta indirekt empfahl, den Reisepass von Jalics nicht zu verlängern, um so dessen mögliche Ausreise zu verhindern.

Kardinal Bergoglio äußerte sich nie zu diesen Vorwürfen. Erst im Jahr 2010, als die Kritik an Benedikt XVI. so stark zugenommen hatte, dass dessen Pontifikat bereits als gescheitert galt, wurde eine von Jorge Bergoglio autorisierte Biographie mit dem Titel: „Der Jesuit“ veröffentlicht. Es wird vermutet, dass es sein Versuch war, die Vorwürfe zu entkräften, die ihm möglicherweise 2005 das Papstamt gekostet hatten und sich nun erneut als Kandidat in Stellung zu bringen. Bergoglio erzählt, wie er sich für die Freilassung der beiden entführten Priester eingesetzt habe und anderen Verfolgten Unterschlupf und Hilfe anbot. Zudem habe er Jalics und Yorio über die Gefahr aufgeklärt, in der sie schwebten und die Juntaführer Videla und Massera bei drei Gelegenheiten um ihre Freilassung gebeten.

Dass Bergoglio allerdings zeitweilig einen lässigen Umgang mit der Wahrheit pflegt, bewies er 2006, als er das Buch „Kirche und Demokratie in Argentinien“ herausgab. Darin wird über ein Treffen der Bischöfe mit Repräsentanten der Junta gesagt: Die Kirchenoberen machten klar, dass man bei den Menschenrechten keinen Schritt zurückweichen werde. In Wahrheit hatten sie der Junta ihre Unterstützung für die „Neu-Organisation des Landes“ ausgedrückt, deren Scheitern „zum Marxismus führen“ würde.

Die Geschichte zeigt, wie schwer Francisco I. in den üblichen Links-Rechts-Kategorien einzuordnen ist. Der Brasilianer Leonardo Boff, Gründer der linken Befreiungstheologie und von Kardinal Ratzinger mit Lehrverbot belegt, begrüßte die Wahl Bergoglios ausdrücklich über Twitter: „Die Wahl des Namens Francisco ist ein Programm: Liebe für die Armen und die Natur.“

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/ ... 28238.html



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 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Papst ist da
BeitragVerfasst: 16. Mär 2013, 11:11 
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Das muss dich ja nicht weiter stören, mich darf es das aber, denn einen heiligen Vater stelle ich mir eben anders vor


sorry, wenn das blöde rüber kam war nicht so gemeint wirklich nicht.



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 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Papst ist da
BeitragVerfasst: 16. Mär 2013, 11:25 
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schlau hat geschrieben:
Zitat:
Das muss dich ja nicht weiter stören, mich darf es das aber, denn einen heiligen Vater stelle ich mir eben anders vor


sorry, wenn das blöde rüber kam war nicht so gemeint wirklich nicht.


Macht nix ;-) mein Favorit war ja der schwarze Papst, dessen Namen ich nicht kenne, gewesen.
Aber im Grunde ist es mir egal und mich interessiert die katholische Kirche herzlich wenig.
Nur dass jemand mit einer solchen Vergangenheit gewählt wurde, empfinde ich verwirrend und ich zweifele auch stark daran, dass irgendwelche Neuerungen folgen werden.
Da haben sich wohl eher Hardliner durchgesetzt.
Den Jubel kann ich also nicht nachvollziehen.



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 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Papst ist da
BeitragVerfasst: 16. Mär 2013, 11:51 
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Papst aus Argentinien: Franziskus amerikanus

Eine Analyse von Ariel Magnus, Buenos Aires

Gegen Abtreibung, Homo-Ehe und die Präsidentin: Der argentinische Papst Franziskus stärkt die Konservativen in Lateinamerika. Für die progressiven Kräfte des Kontinents ist seine Wahl ein herber Rückschlag. Und: Seine umstrittene Rolle während der argentinischen Militärdiktatur rückt ihn ins Zwielicht.

Es wurde höchste Zeit. Wer heute durch Argentinien reist, kann zwar viele Kirchen bestaunen, zwar sind die schönsten und höchsten davon katholisch, zwar sind laut Statistik 90 Prozent der Argentinier Katholiken - doch die Übermacht täuscht: Im ganzen Land, in Dörfern wie in Städten, breiten sich evangelikale Gemeinden aus und bringen die ehemalige Staatskirche in die Defensive. Die Wahl eines argentinischen, also lateinamerikanischen Papstes dürfte nicht nur das langersehnte Zugeständnis Roms an den Kontinent mit den meisten Katholiken sein. Gleichzeitig ist es eine Reaktion auf die alarmierende Abwanderung der hiesigen Christen zu anderen Konfessionen.

Jorge Mario Bergoglio ist ein Jesuit. Dass er den Namen Franziskus wählte, in Anlehnung an Franz von Assisi, symbolisiert Tugenden, die auch Jesuiten teilen: Bescheidenheit und Demut. Und wenn es eine Richtung in der katholischen Kirche gibt, die die abwandernde Herde in Lateinamerika wieder begeistern könnte, dann ist es wohl diese Ordensgemeinschaft. Ein volksnaher, in Enthaltsamkeit und Bescheidenheit geübter Bewohner der Dritten Welt, der sich gleichzeitig immer in der Nähe der politischen Macht seines Landes bewegt hat und dem auch die Intrigen im Vatikan nicht fremd sind, scheint das beste, wenn nicht einzige Mittel sein zu können gegen die schleichende Abkehr dieser Seite der Welt von Rom.

Keine Hoffnung auf Reformen

Das gilt allerdings nur vom Standpunkt der katholischen Kirche aus betrachtet. Für die Andersgläubigen und Atheisten des Kontinents bedeutet die Wahl nichts Gutes: Eine zweite Eroberung des Kontinents durch den Katholizismus ist für sie ein Rückschlag, vor allem in Sachen sexueller Freiheit und Selbstbestimmung. Bergoglio ist einer der heftigsten Gegner der gleichgeschlechtlichen Ehe, er sprach in diesem Zusammenhang sogar von einem "Plan des Teufels", als diese in Argentinien als erstem Land des Kontinents gesetzlich geregelt wurde. Der neue Papst gilt ebenso als ein dezidierter Gegner von Verhütung und Abtreibung. Mit der Wahl Bergoglios werden die progressiven Kräfte Lateinamerikas noch mehr politisches Engagement an den Tag legen müssen, um die Stärke ihrer religiös gesinnten Gegner zu überwinden.

Zwar war von keinem möglichen Papst zu erwarten gewesen, dass er sich in diesen Punkten anders als erzkonservativ positionieren würde, aber die Tatsache, dass Franziskus seine für die Gesundheit der Bevölkerung verheerenden Positionen nun als Papst in spanischer Sprache und womöglich auch bei Besuchen vor Ort verbreiten wird, lässt keine Hoffnung auf Reformen der katholischen Kirche in Lateinamerika zu. Mit einem deutschen Papst, der alles andere als volksnah aussah (und war), lag die Verwirklichung der Utopie einer liberaleren Sexualmoral aus hiesiger Sicht ein Stückchen näher.

Dazu kommt im Fall von Bergoglio (und der katholischen Kirche in Argentinien insgesamt) ein umstrittenes Verhältnis zur Militärdiktatur der Jahre 1976 bis 1983. Dem jetzigen Papst wird vorgeworfen, er sei damals in die Verschleppung zweier Jesuiten verwickelt gewesen, zumindest als Mitwisser. Der Menschenrechtsanwalt Marcelo Perrilli hat Bergoglio deshalb 2005 angezeigt, er musste in dieser Sache vor Gericht erscheinen. In fünf Büchern über die Rolle der Kirche während der Militärdiktatur - eine umfangreiche Nachforschung, die jetzt wahrscheinlich in alle Sprachen der Welt übersetzt werden wird -, hat der argentinische Journalist Horacio Verbitsky diese und andere obskure Verstrickungen des neuen Papstes und der Institution, die er jetzt regiert und weltweit repräsentiert, detailliert dargestellt.

Die Regierung Kirchner, die die Aufklärung und Aburteilung aller Verbrechen der Diktatur zum Staatsziel erklärt hat, konnte in Bergoglio nie einen Freund finden. Obschon keine offene Feindschaft herrschte, waren seine Reden im Namen der Bedürftigen und gegen die Korruption der Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner immer wieder ein Dorn im Auge. Ihr wird die Wahl Bergoglios kaum Vergnügen bereitet haben.

Die argentinische katholische Kirche, sonst immer ziemlich regierungsnah - selbst in Zeiten, in denen sie sich hätte fernhalten sollen - ist heute alles andere als ein Verbündeter der Staatsführung. Sie wird von ihrer neuen Stellung in der christlichen Welt auch politisch profitieren.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 88833.html



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 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Papst ist da
BeitragVerfasst: 30. Mär 2013, 01:10 
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Vielleicht habe ich mich getäuscht, der neue Papst macht ja richtig Freude.
Der mischt den Laden auf. :zwinker: :D

Zitat:
Papst Franziskus: Frauen-Fußwaschung verärgert konservative Katholiken

Es war ein Bruch mit dem Kirchenrecht: Papst Franziskus feierte die Abendmahlmesse in einem Jugendgefängnis bei Rom - und wusch zwei Frauen die Füße. Die Liturgie sieht vor, dass nur Männern die Füße gewaschen werden dürfen. Nun muss der Vatikan die konservativen Kritiker beschwichtigen.

Zitat:
Im Grunde sende der Papst damit das Signal: "Warum sich um eine notwendige aber schwierige Reform eines Gesetzes bemühen, wenn man dieses einfacher ignorieren kann?"


weiter:

http://www.spiegel.de/panorama/papst-fr ... tsBoxPager



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 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Papst ist da
BeitragVerfasst: 30. Mär 2013, 01:19 
Zitat:
Vielleicht habe ich mich getäuscht, der neue Papst macht ja richtig Freude.
Der mischt den Laden auf


Oh ja! :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Als ich gelesen habe, dass er erst einmal NICHT in die Papst-Gemächer zieht und stattdessen die kleine Suite im Kardinal-Hotel bevorzugt, musste ich lächeln. Wo, wenn nicht dort, könnten sich die Sünden der Kirche breit gemacht haben? :zwinker:
Könnte sein, dass einigen Vatikan-Mitgliedern die Kinnlade runtergefallen ist, als sie den neuen Papst nicht sofort "los wurden". :smile1: :smile1:

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir noch ganz viel von Franziskus hören und lesen werden.

Reformen allerdings wird er kaum angehen.


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Papst ist da
BeitragVerfasst: 13. Apr 2016, 11:04 
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Franziskus ist immer noch da!

Und was sagt ihr inzwischen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Papst ist da
BeitragVerfasst: 13. Apr 2016, 18:56 
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Silvan hat geschrieben:
Franziskus ist immer noch da!

Und was sagt ihr inzwischen?


ich bin nicht Christlich, aber ich denke er macht seine Sache gut und wie denkst du darüber?



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